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SOS auf Potsdamer Frühchenstation

Muttermilch-Engpass im Ernst-von-Bergmann-Klinikum SOS auf Potsdamer Frühchenstation

Das Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam bittet um Muttermilch-Spenden: Es wird dringend Milch für die kleinen Patienten gesucht. Nur noch fünf Liter liegen auf Eis. Die genügen normalerweise nicht einmal eine Woche. Das Klinikum benötigt dringend Spenden.

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Frühchen haben einen schwierigen Start ins Leben – und oft können ihre Mütter stillen. Der Milchüberschuss einer Spenderin kann den kleinen, anfälligen Patienten sehr helfen.

Quelle: Klinikum

Potsdam. Jetzt sind stillende Mütter in und um Potsdam gefragt: im Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam wird dringend Muttermilch für Frühchen benötigt. Spenden können alle, deren Baby noch keine vier Monate alt ist. Danach ändert sich die Zusammensetzung der Milch und ist für Frühgeborene nicht mehr geeignet.

Für Yvonne Kase aus Potsdam war es eine Herzenssache, den kleinsten, mitunter schwer kranken Patienten zu helfen: 48 Liter Muttermilch hat die 32-Jährige Anfang des Jahres gespendet, ohne dass Sohnemann Alfons zu kurz gekommen ist. „Beim ersten Kind wäre ich noch unsicher gewesen – man hat ja erst mal zu tun in seiner neuen Welt anzukommen“, sagt Yvonne Kase. „Wenn man sich aber eingefuchst hat, ist es okay.“ Die elektrische Pumpe gibt’s zur Ausleihe in der Apotheke, die sterilen Glasfläschen, in denen die Milch gesammelt wird, stellt das Klinikum. Das schickt zu alle jenen, die ihre Spende nicht selbst abliefern können, sogar einen Boten nach Hause.

Rund 1700 Kinder werden jährlich im Bergmann-Klinikum geboren. Darunter sind 40 bis 60 Frühchen mit einem Geburtsgewicht von unter 1500 Gramm. Gerade sie sollen mit humaner Milch einen optimalen Start ins Leben bekommen. „Im Idealfall von Tag 1 an“, sagt David Szekessy, Oberarzt der Neonatologie. Allzu oft ist es aber schwierig oder gar nicht möglich, die Kinder allein mit Muttermilch zu ernähren, denn die Begleitumstände auf der neonatologischen Intensivstation sind schwierig, das natürliche Mutter-Kind-System durch die zu frühe Geburt aus dem Gleichgewicht geraten. So reiche bei einigen Müttern die Milch nicht aus oder versiege, andere seien nicht bereit oder nicht in der Lage zu stillen.

Industriell hergestellte Säuglingsnahrung kann so einen Engpass zwar überbrücken, sagt Szekessy. Sie könne mit dem Original aber nicht mithalten, denn Muttermilch ist mehr als ein Lebensmittel. Nur sie enthält Substanzen, die für den Immunschutz des Säuglings, für sein Wachstum und sein Gedeihen enorm wichtig sind – und mitunter sogar für sein Leben. Einige der extrem unreif geborenen Kinder entwickeln eine nekrotisierende Entero colitis (NEC), eine Erkrankung, bei der Darmgewebe zerstört wird und die tödlich enden kann. „Werden die Kinder mit humaner Milch ernährt, ist das Risiko an NEC zu erkranken sechs Mal niedriger“, so der Arzt. Nach der Milch der leiblichen Mutter genießt also von einer anderen Frau gespendete oberste Priorität.

Das Prinzip der Amme ist Jahrtausende alt. Die Muttermilchbank am Klinikum bringt es immerhin auf ein knappes halbes Jahrhundert. Seit 1966 besteht die Frauenmilchsammelstelle. Übrigens: Zu DDR-Zeiten verfügte jeder Kreis über eine. In der alten BRD schloss die letzte Milchbank 1972 – zu groß war der Druck der Säuglingsnahrungshersteller. Derzeit gibt es deutschlandweit noch elf Milchbanken: zehn im Osten, eine in München. Die wurde 2012 neu gegründet. Die Zeichen stehen auf Rückbesinnung.

Hilfe für Frühchen
- Mütter, die Milch spenden oder sich näher informieren möchten, melden sich im Bergmann-Klinikum unter Tel. 0331/2415927. Gespendet werden kann allerdings nur bis zum 4.Monat nach Geburt des eigenen Kindes.

- Wichtige Aspekte zur Spende: das eigene Kind hat ausreichend Milch zur Verfügung; die Bereitschaft, sich wie bei einer Blutspende auf Infektionskrankheiten testen zu lassen; Zustimmung zur regelmäßigen mikrobiologischen Untersuchung der Muttermilch.

- Als Dank erhalten die Mütter 20 Euro pro Liter gespendeter Milch.

Quelle: Klinikum

Von Nadine Fabian

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