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Nachwuchs präsentiert sich bei Berlinale

Babelsberger Filmstudenten stellten neue Projekte vor Nachwuchs präsentiert sich bei Berlinale

Während sich die Superstars auf und abseits der Berlinale tummeln, hat der Branchennachwuchs beim Berlinale-Empfang der sieben deutschen Filmhochschulen 73 am Dienstag ausgewählte Projekte vorgestellt. Seit 2008 begeben sich die Talente in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalens in Berlin-Tiergarten auf

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Der Film „Transit Havanna“ beschäftigt sich mit Geschlechtsumwandlungen auf Kuba.FOTO: HFF/ABM

Quelle: HFF/ABM

Potsdam/Berlin. Vorhang auf für die Berlinale-Kontaktbörse, bei der es selbstverständlich nur um Filme geht! Während sich die Superstars auf und abseits der Festspielleinwände tummeln, hat der Branchennachwuchs beim gestrigen Berlinale-Empfang der sieben deutschen Filmhochschulen 73 ausgewählte Projekte vorgestellt.

Seit 2008 begeben sich die Talente in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalens in Berlin-Tiergarten auf Partnersuche: Gefragt sind etablierte Produzenten, Senderredakteure, Filmverleiher, Förderer und Festivalorganisatoren, die dieser Tage von Berufs wegen zuhauf bei der Berlinale sind. Zehn Vorhaben, die um Unterstützung buhlten, kamen von Studenten der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ (HFF).

Daniel Abma, der 2012 mit seiner Doku „Nach Wriezen“ über junge Brandenburger Ex-Knackis Aufsehen erregte, bereitet momentan ein neues ambitioniertes Projekt vor. „Transit Havanna“ heißt sein Film über Geschlechtsumwandlungen – auf Kuba! „Einmal pro Jahr reisen niederländische und belgische Top-Chirurgen für eine Woche nach Kuba. Die Operationen zahlt der Staat“, berichtete der niederländische HFF-Student. Ein guter Freund hatte dem Filmemacher von dieser unbekannten Facette einer der letzten sozialistischen Bastionen der Welt erzählt. Zur einer ersten Recherchereise war der 35-Jährige im November nach Kuba aufgebrochen, traf die ersten möglichen Protagonisten und Interviewpartner.

Die Geschlechtsumwandlungen haben seit einigen Jahren den Segen von ganz oben – einzigartig in Lateinamerika. Mariela Castro, Tochter des Staatschefs Raoul Castro und Nichte des legendären Ex-Revolutionsführers Fidel, leitet das kubanische Zentrum für Sexualaufklärung und propagiert Toleranz: „Socialismo sí, homofobia no“, lautet die Parole. Im Mai will Abma auf die Karibikinsel, um seine Protagonisten wie Odette, die „im falschen Körper“ als Mann geboren wurde und sich nun endgültig zur Frau umwandeln lassen will, zu filmen. Wie lange der Dreh dauern darf, ist von der Finanzierung abhängig. Abma hat bereits eine Produktionsfirma aus seinem Heimatland an Bord, braucht aber weitere Unterstützer. „Transit Havanna“ wird Abmas Diplomfilm an der HFF.

Gleich zwei Projekte stellte Ana Cristina Tarpo am Dienstag in mündlichen Kurzversionen dem Publikum vor, im Fachjargon „Pitching“ genannt. Die HFF-Studentin will auf jeweils komödiantische Weise Kulturen aufeinander prallen lassen und sucht dafür Produzenten. In der Tragikomödie „Das Land, wo die Zitronen blühen“ will sie 1989 eine rumänische Familie auf dem Weg in den Westen begleiten. In „Gerne Anders“ stehen schwäbische Russen in Heilbronn im Mittelpunkt der Geschichte.
Welche Karrieren manche Projekte binnen eines Jahres starten können, beweist „Love Steaks“. Das filmische Beziehungsexperiment des Babelsberger HFF-Trios Jakob Lass, Ines Schiller und Golo Schulz, vorgestellt beim Filmhochschul-Empfang 2013, lief inzwischen bei Festivals rund um die Welt und heimste etliche Preise ein. „Love Steaks“ läuft aktuell bei der Berlinale, regulärer Kinostart ist am 27. März. Eine vorbildliche Erfolgsgeschichte.

Von Ricarda Nowak

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