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Potsdam Luftschiffhafen: Jetzt geht's um Parkgebühren
Lokales Potsdam Luftschiffhafen: Jetzt geht's um Parkgebühren
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12:03 05.06.2014
Die Schwimmhalle im Luftschiffhafen konnte in der vergangenen Woche wieder eröffnet werden. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) kündigte am Mittwoch im Hauptausschuss an, dass er sich in der kommenden Woche zu einem ersten Gespräch mit Vertreter der städtischen Bauholding Pro Potsdam, der Luftschiffhafen GmbH und des Stadtsportbundes treffen werde. Bert Nicke, Geschäftsführer der Pro Potsdam, wies im Hauptausschuss Kritik an seiner Gesellschaft zurück.

Wie berichtet, soll das Parken auf dem Sportgelände mit der Eröffnung des neuen Parkhauses Geld kosten. Die Gebühren liegen nach Angaben der Stadt bei einem Euro für die erste Stunde und einem Tagesmaximum von sieben Euro. Pro Monat soll ein Stellplatz 65 Euro kosten. Die Zahlen stießen bei den Nutzern des Geländes auf Protest. Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg warf der Luftschiffhafen GmbH gestern vor, sich "wie'ne Axt im Walde" aufzuführen. Er forderte eine "verträglichere Lösung".

SPD schlägt "Brötchentaste" für Eltern vor

Nach Angaben von Luftschiffhafen-Geschäftsführer Andreas Klemund sind Ausnahmeregelungen nur für die Dienstfahrzeuge von Sportvereinen und Olympischem Sportclub vorgesehen. SPD-Fraktionschef Mike Schubert schlug die Einführung einer "Brötchentaste" zum kostenlosen Parken für Eltern vor, die ihre Kinder zum Training bringen oder von dort abholen. Außerdem empfahl er eine "Mischkalkulation", nach der das Publikum von Sportveranstaltungen stärker zur Kasse gebeten würde als die regelmäßigen Nutzer des Geländes. "So wie die Kalkulation jetzt ist, geht es nicht." Birgit Müller (Linke) forderte Sonderregelungen auch für ehrenamtliche Übungsleiter und für behinderte Sportler.

Nach Angaben von Pro-Potsdam-Chef Nicke liegt die Gebührenhoheit bei der Betreibergesellschaft. Die Apoca, die auch das Parkhaus am Hauptbahnhof betreibt, sei als einzige Gesellschaft bereit gewesen, das Parkhaus mit seinen 202 Plätzen auf eigenes Risiko bei einer Festpacht zu betreiben. Verantwortlich für diese Vertragslage sei die Landeshauptstadt, die als Gesellschafter der Pro Potsdam festgelegt habe, dass die Errichtung des Parkhauses ohne Risiken für die Pro Potsdam erfolgen müsse. Nach Mitteilung der Stadt beträgt die reguläre Jahrespacht 92748 Euro. Die Baukosten für das Parkhaus belaufen sich den Angaben zufolge auf insgesamt 1,6Millionen Euro.

Horst Heinzel (CDU) verwies darauf, dass der Parkhausbetreiber auf Einnahmen angewiesen sei. Klemund zählte auf, dass 100 Lehrer, 50 Erzieher, 160 Bundeskader und 35 Trainer des Olympischen Sportclubs unter den potenziellen Nutzern des Parkhauses seien.

 

EIN KOMMUNALPOLITISCHER KRISENHERD

  • Mit dem Parkhaus ist auf dem Leistungssportgelände Luftschiffhafen ein zusätzlicher kommunalpolitischer Konfliktherd entstanden. Dabei haben die Betreiber noch immer mit den schweren Krisenfällen des vergangenen Jahres zu kämpfen.
  • Zwar konnte mit der Schwimmhalle eines der vor einem halben Jahr wegen akuter Einsturzgefahr gesperrten Leistungssportzentren nach Reparaturen am Dach wieder in Betrieb genommen werden, doch nach Angaben von Luftschiffhafen-Geschäftsführerin Petra Runge bleibt die Schwimmhalle weiter Gegenstand von Untersuchungen: So würden derzeit in Zugversuchen die in der Dachkonstruktion verwendeten Spannstähle getestet.
  • Aufwendiger ist der Fall der benachbarte Leichtathletikhalle, die bestenfalls im November wieder für die Trainingsbetrieb geöffnet werden kann. Am 10. Juni soll laut Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) mit der Sanierung des Dachs begonnen werden, bei dem man eine Überlastung der Konstruktion befürchtet.

Von Volker Oelschläger

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