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Potsdam Notstand bei Kinderbetreuung – keine Lösung
Lokales Potsdam Notstand bei Kinderbetreuung – keine Lösung
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10:58 31.01.2018
Die Regenbogenschule soll einen Anbau bekommen, der Hort (rechts) ein zusätzliches Stockwerk. Doch das allein reicht nicht. Quelle: Foto: Rainer Schüler
Fahrland

Eine Schule, eine Kita und ein Hort – das ist nicht genug für Fahrland. Seit Jahren ist der Engpass im 5000-Einwohner-Ortsteil sichtbar; er wird immer schlimmer und immer schwerer lösbar. Die Zeit läuft den Fahrländern davon, denn das nächste Schul- und Kitajahr steht fast schon vor der Tür. 60 Kinder haben dann keinen Kita-Platz, und der Schulbetrieb läuft nur in Notfallvarianten.

Um Lösungsansätze, Zeitabläufe und stets um Geld geht es deshalb am Donnerstagabend ab 18 Uhr bei einer Bürgerversammlung im Hort der Regenbogenschule: Hort und Schule sind längst viel zu klein. Sozialdezernent Mike Schubert (SPD) und Bildungsdezernentin Noosha Aubel (parteilos) sollen Klartext reden und sagen, wie man die Kapazitäten aufstocken kann, und das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Denn der erst 2013 neu eröffnete Hort soll aufgestockt werden, berichtet Tina Lange als Chefin der Bürgerinitiative Fahrland.

Schule darf und muss dreizügig betrieben werden

Und die Schule muss statt mit jeweils zwei Klassenzügen mit drei betrieben werden, um alle Kinder aufnehmen zu können. Dieses Jahr geht das schon so, aber nur, weil man Fachräume zu Klassenzimmern machte. Noch mehr Kinder aufnehmen könnte man mit einem drei Etagen hohen Anbau, dessen Lage höchst umstritten ist. So, wie die Stadt sich das vorstellt – eine Erweiterung komplett auf angestammtem Land – verkleinert es die Hoffläche drastisch, weshalb die Bürgerinitiative vorschlägt, den Anbau auf den benachbarten Acker zu schieben auf eine Fläche, die dem Vernehmen nach der Stadt gehört. Doch dieser Acker ist Teil eines Landschaftsschutzgebietes.

Auch die Turnhalle ist viel zu klein

Enger wird es auf dem Gelände an der Ketziner Straße nicht nur durch Anbauten für Schule und Hort, die erst zwischen 2020 und 2026 geplant sind, sondern auch durch den Neubau der Turnhalle. Die alte funktioniert zwar, ist aber altersschwach und viel zu klein. Eine Zweifeld-Halle soll errichtet und dann die alte Halle abgerissen werden.

Die alte Ein-Feld-Turnhalle soll abgerissen und dann eine neue Zwei-Feld-Halle gebaut werden. Diese turnhallenfreie Zeit ist für die Bürger aber unannehmbar. Quelle: Rainer Schüler

Ebenfalls angebaut werden soll an der Kita „Fahrländer Landmäuse“ – ein altes Gutshaus, in dem bereits das Dachgeschoss ausgebaut worden ist. Die 83 Plätze reichen hinten und vorne nicht; auch nicht, nachdem die Vorschulkinder des letzten Kita-Jahrgangs seit 2010 im Schulhort betreut und auf die Schule vorbereitet werden. Ein Doppelstock-Container für 60 Kinder soll die Not am Gutshaus lindern; der Anblick dürfte schrecklich sein.

Die Kita Fahrländer Landmäuse. Quelle: Treffpunkt Fahrland e.V.

Entspannung könnte eine völlig neue Kita im Siedlungsgebiet von Eisbergstücke bringen. Investor Semmelhaack soll sie errichten, doch wird die Stadt sich mit ihm nicht einig, weil er auch ein Altenheim errichten möchte. Baustart ist nach Plänen der Stadt 2019. viel zu spät in den Augen der Bürgerinitiative und des Ortsbeirates.

Der Treffpunkt Fahrland e.V., der die Kita und den Hort der Jetzt-Zeit betreibt, bremst schon mal alle Interessenten an Hort- und Kita-Plätzen aus. Auf seiner Internetseite informiert er vorsorglich, „dass der außerordentlich hohe Zuzug junger Familien mit Kindern in unseren Ortsteil Fahrland zu einem eklatanten Engpass in der wohnortnahen Versorgung mit Kindergartenplätzen (im Krippen- und Kindergartenalter) geführt hat.“ Für die Erfüllung des Rechtsanspruches auf Kindertagesbetreuung sei die Landeshauptstadt Potsdam rechtlich verpflichtet, nicht der Verein als Träger der Kita „Fahrländer Landmäuse“, heißt es.

Verein wirft der Stadt Fehlplanung und Ignoranz vor

Die vom Verein gegenüber der Landeshauptstadt schon im Jahr 2014 deutlich kommunizierte, erwartete Zuspitzung der Situation könne durch den Verein mit seiner Kita nicht kompensiert werden: „Von uns unterbreitete Vorschläge wurden von Potsdam nicht aufgegriffen. In der Kita-Bedarfsplanung Potsdams ist zum Jahresende 2019 die Eröffnung einer weiteren Kita hier in Fahrland aufgeführt/geplant.“ Bis inklusive September 2018 seien aus heutiger Übersicht alle freiwerdenden Plätze in der Kita für Wartende reserviert, die sich auf der Interessentenliste befinden. „Die Anzahl der Wartenden übersteigt die Zahl der zu vergebenen Plätze!“ BI-Chefin Lange verweist auf existenzbedrohende Folgen für Eltern, die länger als geplant und mit Arbeitgebern vereinbart, mit den Kindern zu Hause bleiben müssen.

Von Rainer Schüler

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