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Potsdam Das Potsdamer Sansibar-Programm
Lokales Potsdam Das Potsdamer Sansibar-Programm
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13:51 08.07.2017
Altes Fort in Stone Town auf Sansibar. Dort bieten viele Künstler ihre Werke an. Quelle: Bernd Kubisch
Potsdam

Der Bund der Steuerzahler Brandenburg hat wenig Bedenken zur Dienstreise des Oberbürgermeisters nach Sansibar. Städtepartnerschaften seien eine gute Sache, ebenso die Unterstützung Afrikas in Sachen Klima, Gesundheit und Bildung, sagte dessen Vorsitzende Angela Mai.

Da es auch einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung gebe, sehe sie zunächst keinen Anlass zur Kritik. Die FDP indes hatte dem Oberbürgermeister Geldverschwendung vorgeworfen. Ob die Reise neun Tage dauern müsse, könne sie aber nicht beurteilen, so Mai, in jedem Fall sollten im Interesse der Steuerzahler die Kosten auf das nötige Maß beschränkt werden. Das gelte aber für jede Dienstreise in jede Partnerstadt. Bisher gab es nur eine vergleichbare Reise zu einem künftigen Städtepartner von Oberbürgermeister Jann Jakobs: 2003 verbrachte er neun Tage in den USA, allerdings sowohl in der Partnerstadt Sioux Falls als auch bei einem Kanu-Trainingszentrum in Stuart.

DAS PROGRAMM DER POTSDAMER DELEGATION

  • 25. Oktober: 6 Uhr Flug von Berlin-Tegel über Amsterdam und Nairobi. Ankunft im Hotel um 1 Uhr nachts.
  • 26. Oktober: Stadttour durch Sansibar-Stadt
  • 27. Oktober: Unterzeichnung der Klimapartnerschaft und Präsentation der NGOs aus Potsdam und Sansibar. Besuch der Handelskammer. Abendessen mit der Klimapartnerdelegation.
  • 28. Oktober: Besuch des Umweltministeriums, der Universität und Exkursion zu einem Solarprojekt außerhalb von Stone Town.
  • 29. Oktober: Besuch von zwei Schulen und einem Krankenhaus, um über Austauschprogramme zu sprechen. Projekt am zentralen Festplatz, Fußballspiel mit Turbine-Spielerinnen. Abendessen mit Partnern aus Sansibar.
  • 30. Oktober: Fahrt zu einer Gewürzfarm und einer Elektrizitätsfirma. Flug nach Dar es Salaam, dem Regierungssitz von Tansania.
  • 31. Oktober: Treffen mit dem deutschen Botschafter in Tansania, Egon Kochanke, und Gespräche beim Energieministerium zu erneuerbaren Energien.
  • 1. November: Stadttour durch Dar es Salaam. Rückflug um 24 Uhr, Ankunft in Berlin-Tegel um 10 Uhr.

Anlass der jetzigen Reise nach Sansibar ist die Unterzeichnung einer Klimapartnerschaft, die auch als Entwicklungshilfe gesehen wird. Die meisten Häuser liegen nur zwei Meter über dem Meeresspiegel.

"Sansibar hat den Klimawandel höchstens zu geringen Teilen produziert, ist aber ein Opfer der steigenden Meeresspiegel", sagt Kilian Kindelberger von der Berlin-Brandenburgischen Auslandsgesellschaft, der seit dem Beginn der ersten Gespräche mit der afrikanischen Stadt dabei ist. Als konkrete Verbesserungen sind Projekte rund um den zentralen Platz Mnazi Mmoja Ground vorgesehen. Dafür stehen 60.000 Euro Fördermittel zur Verfügung, die zum Großteil aus Bundesmitteln stammen. Zehn Prozent, also 6000 Euro, kommen aus Potsdams Stadtkasse. "Das ist nach vielen Gesprächen nun eine Grundinvestition in die Infrastruktur", sagt Cordine Lippert von der Koordinierungsstelle Klimaschutz. So werden bis zu 20 Abfallbehälter aufgestellt und ebensoviele Bäume gepflanzt. Auch Sitzbänke sind vorgesehen, die aus recyceltem Plastik bestehen. Eine Straße wird durch das Geld aus Deutschland mit zehn bis 14 Solarlaternen versehen. Der Bereich Umweltmonitoring der Stadt will sich in kommunalen Angelegenheiten wie zur Abfallbeseitigung oder Entwässerung mit den afrikanischen Partnern austauschen. Mit einer Grundschule und der Universität soll über Austauschprogramme verhandelt werden, die eine Grundlage für eine Städtepartnerschaft wären.

Zwischen Welterbe und Plattenbau

Die muslimische Insel zeigt viele gegensätzliche Seiten. Was die Insel und die Stadt ausmacht, muss OB Jakobs ergründen.

"Hab die ganze Welt gesehn
von Singapur bis Aberdeen.
Wenn du mich fragst,
wo's am schönsten war
sag ich Sansibar."

Diese Zeilen aus Achim Reichels Hit „Aloha Heja He“ ist für viele Deutsche das Einzige, was sie von Sansibar je gehört haben. Und mancher kennt vielleicht die „Sansibar“ auf Sylt. Das war’s. Aber was ist Sansibar, und wo liegt es? Die Insel, die auch Zanzibar geschrieben wird, ist ein halbautonomer Teilstaat von Tansania in Ostafrika. Das Gebiet besteht aus den beiden Inseln Unguja und Pemba, jeweils mit Nebeninseln, sowie der abgelegenen kleinen Latham-Insel. Die muslimisch dominierte Bevölkerungszahl liegt knapp über einer Million Menschen. Am 10. Dezember 1963 erlangte das Sultanat und damalige britische Protektorat Sansibar die Unabhängigkeit. Am 12. Januar 1964 rief man die Volksrepublik Sansibar und Pemba aus. Nach einer blutigen Revolution der schwarzen Mehrheitsbevölkerung gegen die arabisch-stämmige Oberschicht (die Inseln waren von 1698 bis zum 6. April 1861 Teil des Sultanats Oman) erklärte sich Sansibar unabhängig und tendierte zum sozialistischen Lager.

Unter starkem politischen Druck schloss sich Sansibar am 26. April 1964 mit dem unabhängigen Tanganjika zusammen zum neuen Staat Tansania. Sansibar hat als Teilstaat Tansanias eine eigene Regierung, ein Parlament und einen Präsidenten. Sansibars Hauptflughafen, Zanzibar International Airport, liegt in der Nähe von Sansibar-Stadt, Hauptstadt und Regierungssitz mit rund 200 000 Einwohnern. Fast alle Einwohner sind Muslime. Die sansibarische Kultur ist stark beeinflusst durch arabische, indische und andere asiatische Einflüsse. Mit dem Kolonialismus wurden auch westliche Elemente in die Kultur aufgenommen. Jährlich findet in der Altstadt das Zanzibar International Film Festival (ZIFF) statt, ein Podium für afrikanische Filme .

Der bekannteste Stadtteil ist das historische Zentrum Stone Town, seit 2000 Weltkulturerbe unter dem Schutz der Unesco. Es umfasst etwa 96 Hektar. Die meisten Häuser wurden vor rund 150 Jahren aus Korallengestein gebaut, viele werden renoviert und restauriert. In der Nähe der Altstadt liegt der Hafen, von dem aus Fähren und Daus unter anderem nach Dar es Salaam auf dem tansanischen Festland und Pemba verkehren.

Stone Town ist die Vorzeigeseite der Stadt. Trist dagegen sieht es im Stadtteil Michenzani aus, wo die DDR in den 1070er Jahren Plattenbau-Wohnblocks hochzog.

EIN LANGER WEGIm Januar 2007 debattierte die Stadtverordnetenversammlung das erste Mal über eine Städtepartnerschaft mit Sansibar. Eingereicht wurde der Antrag von den Linken, der CDU und der Fraktion "Die Andere". Zuvor sollten Vorschläge für eine Kooperation mit einer Stadt aus der „Dritten Welt“ gemacht werden. Infrage kamen Olinda, eine Vorstadt von Recife in Brasilien, Iringe in Tansania und Sansibar-Town. Die Berlin-Brandenburgische Auslandsgesellschaft (BBAG) und der Verbund Entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganisationen Brandenburgs (Venrob) sprachen sich schließlich für Sansibar aus.•••Im Juli 2007 informierte die Verwaltung über bisherige Ergebnisse einer Zusammenarbeit: Neun von 57 Schulen konnten sich damals eine Partnerschaft vorstellen. Die Hochschule für Film und Fernsehen, die Universität und die Stadt- und Landesbibliothek sprachen sich gegen eine Kooperation aus.•••Im Mai 2008 weilte eine Delegation aus Sansibar in Potsdam. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) war verhindert, bekam einen Brief der Afrikaner im Juli 2008 überreicht.•••Im März 2009 hieß es auf eine Anfrage, wie weit die Partnerschaftsverhandlungen seien, aus dem Rathaus: „Die Verwaltung geht nach wie vor davon aus, dass die vier bekannten Vereine daran arbeiten, eine Basis für eine mögliche Partnerschaft zu schaffen.“•••Die Bruno-H.-Bürgel-Schule hat bereits eine Partnerschaft mit einer dortigen Schule. Lehrer der Carl-von-Ossietzky-Oberschule in Werder waren 2011 auf der Insel. Mehrfach gastierte das Sansibar-Filmfestival im Filmmuseum. Außerdem gibt es eine Kooperation zwischen den Frauenfußballmannschaften. Quelle: MAZ

Von Lisa Rogge und Rainer Schüler

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