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Potsdam Jeder dritte Bus lässt Rollifahrer stehen
Lokales Potsdam Jeder dritte Bus lässt Rollifahrer stehen
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17:03 04.06.2014
Günther Sommermeier mit Rollstuhl. Das Gefährt hält alle geforderten Normen ein, doch mancher Busfahrer lässt ihn stehen. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Selbst wenn Piktogramme an den Bussen der Havelbus-Verkehrsgesellschaft (HVG) und des Verkehrsbetriebes in Potsdam (Vip) auf die Mitnahme von Rollstühlen verweisen, heißt das noch lange nicht, dass die Busfahrer auch jeden mobilitätseingeschränkten Fahrgast mitnehmen.

Diese Erfahrung musste jüngst Günther Sommermeier machen, der von der Bushaltestelle in der Jagdhausstraße mit der Havelbuslinie 601 zum Hauptbahnhof fahren wollte. Sommermeier (76) ist seit zwölf Jahren querschnittsgelähmt. Um außerhalb seines Hauses mobil zu sein, hat ihm die Krankenkasse einen elektrischen Krankenfahrstuhl vom Typ "Ivacare Leo" bewilligt. Dieses Hilfsmittel entspricht allen juristischen Definitionen zur Anerkennung als Krankenfahrstuhl. Dennoch weigern sich regelmäßig Busfahrer der Linie 601, den Elektro-Rolli mitzunehmen, weil sie dies angeblich nicht dürften. Rund ein Drittel der Buslenker handle so, schätzt Sommermeier aus Erfahrung. Es gibt auch andere Beispiele: "Ich habe auch schon erlebt, dass ein Fahrer gemeinsam mit einem kräftigen Fahrgast meinen Scooter in den Bus gehoben haben, nachdem ich abgestiegen war", sagt der Rollifahrer, der das unterschiedliche Verhalten der Busfahrer nicht verstehen kann.

Die Havelbus-Gesellschaft bedauert, Somermeier keine zuverlässige Mitfahrt in ihren Bussen anbieten zu können. "Zur Sicherheit der Rollstuhlfahrer haben die Busse an den besonders gekennzeichneten Flächen einen Prallschutz, an den der Rollstuhfahrer mit dem Rücken heranfahren muss. Bei einer notwendigen Vollbremsung schützt diese Rückenlehne den Behinderten", erläutert HVG-Sprecherin Ulrike Rehberg. Günther Sommermeier aber könne nicht an diesen Prallschutz heranfahren, weil die größeren Abmaße seines Krankenfahrstuhls und der damit verbundene erweiterte Wendekreis dies in den Bussen nicht ermöglichen, so Rehberg. Bei einer Vollbremsung aber würde der Rollstuhl wegrollen oder sogar umkippen, befürchtet die Sprecherin. Damit bestünde eine Gefahr für den Behinderten selbst und für weitere Fahrgäste, aber auch ein rechtliches Versicherungsrisiko für den Busfahrer. "Wir wollen das Thema 'Scooter'‘ aber noch einmal nachhaltig in unserem Haus prüfen und auch in die Gremien des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg bringen, um auch in diesem Punkt eine endgültige Lösung zu finden", verspricht Rehberg.

Der Potsdamer Verkehrsbetrieb ViP nimmt Elektrorollstühle mit einem Gewicht von bis zu 350 Kilogramm immer mit, wenn die Busse dies zulassen, informiert Vip-Sprecher Stefan Klotz auf MAZ-Nachfrage. Ob ein Fahrgast mit solch einem Krankenfahrstuhl mit dem Bus fahren kann, entscheidet jeweils der Fahrer nach eigenem Ermessen. Ausschlaggebend dafür sei nur jeweilige Belegungssituation auf den gekennzeichneten Flächen für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste im Fahrzeug.

Da die Vip-Busse speziell für den Einsatz im Stadtgebiet ausgelegt seien, könnten sie besonders bei der Innenausstattung nicht immer mit den Überlandbussen der Havelbus-Verkehrsgesellschaft verglichen werden, so Klotz.

Von Heinz Helwig

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