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Potsdam Gegen-Demo zum Zwarte Piet in Potsdam
Lokales Potsdam Gegen-Demo zum Zwarte Piet in Potsdam
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06:54 12.12.2014
Sinterklaasfest 2014 Quelle: MAZonline
Potsdam

Mit einer Demonstration soll beim Sinterklaas-Fest am Wochenende auf die diskriminierende Verkleidung der Zwarten Pieten aufmerksam gemacht werden. Auch Patricia Vester wird daran teilnehmen. „Auf keinen Fall darf ein als Schwarzer geschminkter Mann plakativ durch die Straßen ziehen und für die Belustigung der Leute sorgen“, sagt die Tochter eines Ghanaers und einer Deutschen. Dieses koloniale Überbleibsel müsse beendet werden, so Vester. „Sinterklaas könnte doch genauso gut ohne die Zwarten Pieten kommen oder einen Engel als Helferlein haben“, sagt Patricia Vester.

Alida Babel Quelle: Bernd Gartenschläger

Alida Babel fühlt sich beim Anblick der Zwarten Pieten zurückversetzt in ihre Kindheit. „Bei uns kam früher der Zwarte Piet in die Schule. Zusammen mit Sinterklaas hat er die Bestrafung gebracht. Wir hatten Angst vor dem Zwarten Pieten, er war eine Demütigung für uns“, sagt Alida Babel, die in der holländischen Kolonie Suriname nördlich von Brasilien groß geworden ist. Ein Schwarzer, der als Diener dem Sinterklaas die Geschenke hinterherträgt – so etwas öffentlich zu präsentieren, ist für Alida Babel nicht mehr zeitgemäß. Sie hat trotzdem bei der Veranstaltung einen Stand und verkauft dort afro-karibische Spezialitäten. „Weiße belächeln das Thema häufig. Wenn einfach ein weißer Junge die Geschenke tragen würde, dann würden die Stereotype über Schwarze nicht weiter vermittelt werden“, sagt sie.

„Gar nicht schlimm“, findet hingegen Cleve Hinis die Zwarten Pieten. Es gebe schließlich ja auch einen Schwarzen unter den Heiligen Drei Königen. Dem Jamaikaner, der als Koch in der Kneipe Hafthorn arbeitet, ist beim Sinterklaas-Fest aber eine Aufklärung wichtig. „Eltern müssen unbedingt ihren Kindern erklären, dass dieses Fest eine historische Tradition ist und keine moderne Form“, sagt der 42-Jährige. Und dass die Zwarten Pieten eigentlich Weiße sind, macht für ihn keinen Unterschied. „Man sieht ja, dass es eine Verkleidung ist“, sagt er.

Auch Koko N´Diabi Affo-Tenin, die aus Togo stammt, ist gegen die jetzige Form des Festes. Ihr Vorschlag: „Wie wäre es denn die Rollen zu tauschen? Ein Schwarzer ist Sinterklaas und ein Weißer trägt die Geschenke?“

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) ließ kürzlich mitteilen: „In einigen holländischen Städten werden die Pieten in diesem Jahr bunt geschminkt sein. Diesem Vorschlag, den die Landeshauptstadt Potsdam unterstützt, sind der Potsdamer Veranstalter und die holländischen Akteure leider nicht in vollem Umfang gefolgt.“ Dabei gibt es in diesem Jahr erstmals eine Veränderung. Es wird nur die Hälfte der 20 Pieten tiefschwarz angemalt sein, der Rest lediglich rußgeschwärzt. „Wir können die Diskussion nicht nachvollziehen. Trotzdem kommen wir damit den Gegnern entgegen“, sagt Hans Göbel, Chef des Vereins zur Förderung niederländischer Kultur.

Priscilla Maina (29), Kenia: "Der Zwarte Piet ist zu schwarz geschminkt und die Lippen sind zu rot. So sieht doch keiner aus. Es wäre besser, wenn es nicht so doll angemalt ist. Ansonsten finde ich das in Ordnung".Ursel Kollberg (86), Potsdam: "Das war doch schon immer so. Ich finde, es sollte auch so bleiben. Es ist doch ein schönes Fest. Kürzlich habe ich mit Holländern gesprochen. Sie sagten auch, dass es bei ihnen Tradition ist.“Linda Fournet, Potsdam: "Eigentlich ist der Zwarte Piet ja nur etwas vom Ruß geschwärzt. Das würde doch reichen. Dann würde man nicht die Stereotypen bedienen und es werden keine Gefühle verletzt."Rodrigue Takoundie (33), Kamerun: "Es gibt doch so viele Schwarze hier. Warum muss sich dann ein Weißer anmalen? Es kann doch auch ein echter Schwarzer mitlaufen. Ich hätte da selbst kein Problem mit.“ Quelle: MAZ (von links oben nach rechts unten)

Von Lisa Rogge

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