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Potsdam Sitzenbleiber-Hochburg bei Gesamtschulen

Deutschland-Studie zu Wiederholerquoten Potsdam Sitzenbleiber-Hochburg bei Gesamtschulen

Wer dreht schon gerne eine Ehrenrunde? In Potsdam trifft es vor allem auf Gesamtschulen immer wieder Schüler, wie der Sitzenbleiber-Atlas Deutschland zeigt. Das heißt nicht, dass Potsdamer Schüler besonders faul wären. Die Studie liefert eine andere Erklärung.

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Über die „Ehrenrunde“ wird immer wieder diskutiert.

Quelle: dpa

Potsdam. In Potsdam schaffen 2,5 Prozent der Gesamtschüler den Spring in die höhere Klassenstufe nicht. Von 5620 Schülern mussten 141 im Schuljahr 2014/15 eine Klasse wiederholen. Damit gilt Potsdam zumindest im Gesamtschulbereich als „Sitzenbleiber-Hochburg“. Zu diesem Ergebnis kommt der Sitzenbleiber-Atlas Deutschland des Verbraucherportals billiger.de. Für die Untersuchung wurden die Datensätze der 122 größten deutschen Städte ausgewertet. Negativ-Spitzenreiter bei den Gesamtschulen sind drei Städte aus Mecklenburg-Vorpommern: Schwerin, Neubrandenburg und Rostock. Auf den Plätzen 7 und 8 landen Cottbus und Frankfurt  (Oder) mit Wiederholerquoten von 4,1 und 3,8 Prozent. Potsdam belegt Rang 29.

Bei Gymnasien und Grundschulen liegt Potsdam im Mittelfeld

Besser sieht es an den Gymnasien es: Dort mussten mit 2,7 Prozent zwar mehr Potsdamer Gymnasiasten eine Ehrenrunde drehen als Gesamtschüler, im Deutschlandvergleich landet die Landeshauptstadt auf Rang 41 und damit im Mittelfeld. Bei den Grundschulen liegt Potsdam auf Platz 62 (Wiederholerquote 0,4 Prozent). Auf alle Schulformen gerechnet landet Potsdam auf Rang 99 – also im Mittelfeld. Klassenprimus ist das baden-württembergische Aalen. Dort bleiben kaum Schüler sitzen. Die meisten Wiederholer gibt es im oberfränkischen Coburg. Insgesamt dominiert Bayern die Top 15 der Sitzenbleiber-Hochburgen.

Als Erklärung für das geografische Ungleichgewicht nennt die Studie die unterschiedliche Schulpolitik in den Ländern. Insbesondere in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern wird Sitzenbleiben als pädagogisches Instrument eingesetzt. In Hamburg und Berlin wird hingehen fast jeder versetzt. In Brandenburg gibt es immer wieder Überlegungen, das Sitzenbleiben abzuschaffen. Erst- und Zweitklässler können schon jetzt nicht zurückgestellt werden.

Sitzenbleiben ist teuer für den Steuerzahler

Einen Zusammenhang zwischen Armutsquote und Sitzenbleiber-Hochburgen können die Forscher nicht feststellen. Für die Länder sind die Ehrenrunden in jedem Fall teuer: Allein für die berücksichtigten 122 Städte belaufen sich die Kosten für den Steuerzahler laut Studie auf hochgerechnet 1,8 Milliarden Euro.

Von Marion Kaufmann

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