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Reaktionen auf den Soldaten-Marsch

Training der Bundeswehr in Potsdam Reaktionen auf den Soldaten-Marsch

Hunderte Kommentare, unzählige Seitenaufrufe – ein MAZ-Bericht über einen Soldatenmarsch durch Potsdam hat für ein großes Echo gesorgt. Vor allem auf der MAZ-Facebookseite wird viel diskutiert. Auch die AfD äußerte sich zu dem Thema. Und bei der Truppe machte der Text selbst in Mali die Runde.

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Ein Trupp Bundeswehrsoldaten wurde am Donnerstag von der Polizei gestoppt.

Quelle: Jürgen Lauterbach

Potsdam. Am Donnerstagnachmittag erregte mitten in Potsdam eine marschierende Gruppe in Tarnkleidung die Aufmerksamkeit vieler Passanten. Die Polizei wurde gerufen. Die Beamten stoppten den Trupp. Weniger später herrschte Klarheit: Bei der Gruppe handelte es sich um Bundeswehrsoldaten, die für eine Marschveranstaltung in den Niederlanden trainierten.

Die Berichterstattung über den Vorfall sorgte für vielfältige Reaktionen. Innerhalb kürzester Zeit wurde der Post bei Facebook über 100 Mal geteilt und hundertfach kommentiert. Die meisten zeigten sich verwundert, dass der Anblick von Bundeswehrsoldaten für solche Aufregung sorgen konnte. Es sei bemerkenswert, dass die Bundeswehr schon so unbekannt geworden zu sein scheint, dass sie schon nicht mehr als solche erkannt wird, kommentierte einer.

Wenige Stunden nach dem der Artikel erschienen war, hatte er mehr als 90.000 Menschen erreicht und auch im weit entfernten Mali für ein positives Echo gesorgt. Dort stationierte Soldaten hatten den MAZonline-Text gelesen. Fregattenkapitän Frank Reininghaus, der auch bei dem Marsch dabei war, hatten einen Link an seine Kameraden verschickt. „Habe (...) mittlerweile Reaktionen aus der ganzen Bundesrepublik, aus der Schweiz (!), aus Litauen (!!) und aus dem Einsatz in Mali (!!!) erhalten“, schrieb er der MAZ.

Verwunderung über die Verwunderung

„In Amerika hätten die Leute am Straßenrand den Soldaten zugewinkt“, schreibt ein User auf Facebook. „Schon traurig, dass manche Leute marschierende Soldaten ihres eigenen Landes als Anlass für einen Anruf bei der Polizei ansehen“, kommentierte ein weiterer User. „Die deutschen Bürger machen sich Sorgen, wenn die eigene Armee, im eigenen Land, mit der eigenen Landesfahne, umher läuft. Top. Ich glaube in unserem Land leben komische Menschen“, heißt es an anderer Stelle.

Auch die Partei Alternative für Deutschland (AfD) meldete sich zu Wort: „Der Umgang mit Soldaten ist erschreckend“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Eine solche Geschichte kann sich auch nur in Deutschland abspielen. Man mag über solche Absurditäten lachen, doch derartige Vorgänge werfen ein Schlaglicht auf den Umgang mit unseren Soldaten. Hierzulande geraten Manche offenbar schon beim Anblick von Bundeswehruniformen und einer schwarz-rot-goldenen Flagge in Panik. Ein Land mit einem solchen Verhältnis zum Militär ist nicht verteidigungsfähig“, so Andreas Kalbitz, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg.

Früher gewunken, heute die Polizei gerufen

Auf Facebook wundert sich ein Leser über die Potsdamer: „Früher mit Winkelementen die Straßen gesäumt und heute Schiss vor singenden Soldaten“.

Fast einhellig wurde in den Kommentaren auf der MAZ-Facebook-Seite Verwunderung darüber geäußert, dass der Anblick von deutschen Bundeswehrsoldaten für viele Menschen ein Grund sei die Polizei zurufen, „weil der besorgte Bürger anscheinend nicht mehr unterscheiden kann zwischen Soldaten oder merkwürdigen Menschen“ fügte eine Userin hinzu. „Besorgte Bürger“, fragt einer und schiebt hinterher: „Haben dies Bürger zu DDR Zeiten auch die Polizei gerufen,wenn die NVA marschiert ist?“

Einer erinnert daran, dass die US-Army im Herbst 2017 Panzer durch Brandenburg rollen ließ: „30 deutsche Soldaten rufen besorgte Bürger auf den Plan aber wenn die halbe Nato durch Deutschland Richtung Russland marschiert interessiert es keinen“

„Wo sind wir denn mittlerweile angekommen in unserem Land? Eine Gruppe marschierender Soldaten sind so seltsam, das man dafür 2 Beamte binden muss? Armes Deutschland“, so ein weiterer Kommentar.

Einer schrieb: „Endlich sieht man mal wieder unsere Bundeswehr in der Öffentlichkeit“.

Training für Nimwegen

„Merkwürdige Menschen“ wie auf Facebook gemutmaßt waren es jedenfalls nicht, die da am Donnerstag über die Lange Brücke gingen. Es waren wirklich Bundeswehrsoldaten.

Fregattenkapitän Frank Reininghaus, der Vorgesetzte der kleinen Gruppe, erklärte den Grund ihres Marsches: Die Soldaten kamen vom Marinekommando Rostock und trainierten für einen Vier-Tage-Marsch im niederländischen Nijmegen vom 17. bis 20. Juli 2018.

Dort kommen jedes Jahr Zehntausende Menschen aus mehr als 100 Nationen zusammen, um rund um Nimwegen zu marschieren. Größtenteils sind die Teilnehmer längst Zivilisten, aber noch immer nehmen viele Angehörige internationaler Streitkräfte an dem Event im Juli teil.

Tausende Zuschauer säumen die Straße und feuern die Wanderer an. In diesem Jahr findet das Event zum 102. Mal statt.

Dafür hatten die Marinesoldaten einige Tage mit bis zu 35 Kilometer langen Wanderungen rund um Berlin trainiert. Potsdam war die letzte Station.

„Ich wünsche den Kameraden viel Erfolg“, lautet ein Kommentar und ein weiter fügte hinzu: „Ich finde es gut was die Soldaten machen. Zu den 80. internationalen Nijmegen Märschen waren meine Wenigkeit und andere tolle Kamarden und Reservisten dabei. Wünsche Euch viel Erfolg dabei“.

Von MAZonline

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