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Vorzeitiger Ruhestand für Müller-Preinesberger

Persönliche Entscheidung Vorzeitiger Ruhestand für Müller-Preinesberger

Überraschung im Potsdamer Rathaus: die Sozialbeigeordnete Elona Müller-Preinesberger (parteilos) legt ihr Amt nieder. Das ist am Montag bekannt geworden. Am späten Nachmittag wurden die Beweggründe für die Entscheidung bekanntgegeben.

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Elona Müller-Preinesberger (parteilos).

Quelle: MAZ

Potsdam. Damit hätte wohl kaum einer gerechnet: Potsdams langjährige Sozialbeigeordnete Elona Müller-Preinesberger (parteilos) hört auf.

Wie auf einer extra einberufenen Pressekonferenz bekanntgegeben wurde, , hat sie Oberbürgermeister Jann Jakobs darum gebeten, im Sommer 2016 vorzeitig in den Ruhestand versetzt zu werden. Preinesberger wird am 21. August 63 Jahre alt. Offiziell würde ihre zweite Amtszeit noch bis 2019 laufen.

“Die Entscheidung ist in den vergangenen Wochen gereift. Ich möchte künftig stärker für meine Familie da sein, die aufgrund der Arbeitsintensität in den vergangenen Jahren immer wieder zurückstecken musste“, sagte die Sozialbeigeordnete .

Elona Müller-Preinesberger und Oberbürgermeister Jann Jakobs im Juni 2011

Elona Müller-Preinesberger und Oberbürgermeister Jann Jakobs im Juni 2011.

Quelle:

Oberbürgermeister Jann Jakobs bedauert die Entscheidung der Beigeordneten: “Ich danke Elona Müller-Preinesberger für dann 13 Jahre Dienst für die Landeshauptstadt. Wir haben ihr viel zu verdanken. Sie hat den Bereich Soziales, Jugend, Gesundheit und Ordnung in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und ihr Haus hervorragend aufgestellt * das war zuletzt vor allem in der Koordinierung der Flüchtlingsunterbringung und -integration zu sehen. Ich respektiere aber ihre persönliche Entscheidung und wünsche ihr für die Zukunft alles Gute.“, sagte Jakobs.

Wilde Spekulationen

Über die Hintergründe von Müller-Preinesbergers Entscheidung wurde zunächst wild spekuliert.

Vor allem die starke Belastung wurde von vielen als Grund angeführt; hatte sie als Sozialdezernentin in den letzten Monaten doch einen kräftezehrenden Job: Neben dem regulären Arbeitspensum absolvierte sie an den Abenden noch zusätzlich Dutzende von Informationsveranstaltungen zur Flüchtlingsunterbringung.

Biografie: Elona Müller-Preinesberger

Elona Müller-Preinesberger wurde am 21. August 1953 geboren . Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit ihrer Familie in Berlin.

In Spandau machte sie 1973 eine Ausbildung als Stadtinspektoranwärterin und begann anschließend eine Studium an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege.

Drei Jahre später wurde sie verbeamtet und bekam eine Stelle beim Bezirksamt Spandau. Von 1980 bis 1981 war Preinesberger Leiterin des Amtes Wirtschaftliche Hilfen. Doch nach zwei Jahren stand die Familie im Vordergrund.

Fünf Jahre kümmerte sie sich um ihre Familie und die Erziehung ihrer Kinder bevor sie 1986 wieder zurück ins Bezirksamt Spandau kam. Dort bekleidete sie vier Jahre lang das Amt der Ausländerbeauftragte. 1990 wurde sie die Büroleiterin in der Abteilung Sozialwesen im Bezirksamt Spandau, um dann ab Januar 1993 das Amtes IV - Besondere Soziale Hilfen zu leiten.

Nach ihrem Wechsel nach Weißensee übernahm sie schließlich im März 2001 die kommissarische Leitung des Leistungs- und Verantwortungszentrums Soziales im Fusionsbezirk Pankow, Prenzlauer Berg und Weißensee und wurde im Herbst des gleichen Jahres dessen Leiterin.

Nur anderthalb Jahre später, im Juni 2003 , kam sie nach Potsdam und wurde Beigeordnete für Soziales, Jugend, Gesundheit, Ordnung und Umweltschutz der Landeshauptstadt. Im März 2011 wurde sie, trotz Boykott der Linken, von einer absoluten Mehrheit für acht Jahre bis 2019 wiedergewählt.

Ganz der Stellenbeschreibung hatte sie sich insbesondere für die soziale Sicherung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und deren Familien in allen Lebenslagen eingesetzt. Mit Beginn des Flüchtlingszustroms im Jahr 2015 stand sie immer mehr im Vordergrund. Sie erklärte den Potsdamern, wohin und warum die Menschen nach Potsdam kommen. Auf den Veranstaltungen wurde sie hart kritisiert und musste so einiges einstecken.

Nach dem Aus von Klipp verliert Potsdam den zweiten Dezernenten

Mit dem Weggang wird innerhalb kürzester Zeit der zweite Dezernentenposten in Potsdam vakant. Baudezernent Matthias Klipp (Grüne) war über seinen privaten Hausbau-Skandal gestolpert und im November von den Stadtverordneten abgewählt worden. Derzeit läuft die Nachfolgersuche.

Auch im Fall Müller-Preinesberger kursieren bereits erste Überlegungen, wer die engagierte Sozialexpertin künftig beerben könnte. Müller-Preinesberger ist zwar parteilos, „fährt“ aber inoffiziell auf dem Ticket der SPD. Die Sozialdemokraten haben ein De-facto-Vorschlagsrecht bei den Posten des Kämmerers und des Sozialbeigeordneten.

Die Stelle soll schnellstmöglich ausgeschrieben werden.

 

Von Ildiko Röd

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