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Potsdam Rechter Hintergrund bei Garnisonkirchen-Schokolade? Marktbetreiber empört
Lokales Potsdam Rechter Hintergrund bei Garnisonkirchen-Schokolade? Marktbetreiber empört
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01:16 23.03.2019
Seit Dezember gibt es diese Schokoladentafen mit dem Motiv der Garnisonkirche in Potsdam zu kaufen. Vorbild für die Aktion war eine ähnliche Schokolade aus Babelsberg. Quelle: Fotos: privat
Innenstadt

Neues Kapitel im Streit um den Wiederaufbau der Garnisonkirche: In einer Pressemitteilung stellte die Bürgerinitiative (BI) für ein Potsdam ohne Garnisonkirche am Mittwochnachmittag die Schokoladenaktion des Potsdamer Rewe-Markt-Betreibers, Siegfried Grube, in Zusammenhang mit einer Propaganda-Schokolade aus der Zeit des Nationalsozialismus.

In beiden Fällen ist auf der Verpackung der Schokolade die Garnisonkirche zu sehen. Für die BI Anlass zu fragen: „Ist sich Siegfried Grube, der Betreiber des Rewe-Marktes und Großspender für den Wiederaufbau der Garnisonkirche, der Existenz dieses Vorgängermodells bewusst? Falls ja, knüpft er absichtlich daran an?“

Grube reagiert entsetzt

Grube reagierte auf MAZ-Anfrage entsetzt auf den Vorwurf, sagte: „Das ist doch absurd, ich lasse mich nicht in eine rechte Ecke stellen.“ Er kenne die Schokolade aus der NS-Zeit nicht. „Und ich werde mich auch nicht nötigen lassen, unsere Schokolade vom Markt zu nehmen.“ Vorbild sei für ihn eine Aktion aus Babelsberg gewesen. „Da gibt es auch diese Schokolade, nur dass da ,Süßer Gruß aus Babelsberg’ draufsteht und das dortige Rathaus zu sehen ist.“ Auch aus anderen Städten gebe es solche Schokotafeln in genau diesem Design.

Die Bürgerinitiative für eine Potsdam ohne Garnisonkirche bringt diese Schokolade aus der NS-Zeit, auf der ebenfalls die Garnisonkirche zu sehen ist, in Verbindung mit der aktuellen Schoko-Aktion aus Potsdam. Quelle: privat
Vor allem bei Touristen seien die Schokoladentafeln mit dem Motiv der Garnisonkirche sehr beliebt, sagt Siegfried Grube. Quelle: privat

Auf den Markt gebracht hat Grube die Süßigkeit nach eigener Aussage kurz vor Weihnachten letzten Jahres, auch auf Anregung anderer Mitglieder aus der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche. „Vor allem Touristen nehmen die Schokolade sehr gut an“, sagt er. Die BI hingegen hält es für „geschmacklos, dieses Machtsymbol der NS-Zeit heute ausgerechnet auf einer Schokolade zu vermarkten“. Grube hält dagegen: Die Nazis hätten viele Produkte für ihre Propaganda missbraucht – das habe mit seiner Aktion nichts zu tun.

Von Anna Sprockhoff

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