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Potsdam „Tatort“-Kommissar versucht sich als Friseur-Azubi
Lokales Potsdam „Tatort“-Kommissar versucht sich als Friseur-Azubi
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15:16 26.02.2018
Azubi Annalena Hentschel bringt mit Oliver Mommsen ein paar Friseur-Kniffe bei.   Quelle: Sylvia Chybiak
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 Nein, mit dem lebenden Objekt will Oliver Mommsen hier und heute im Salon „Haarphilosophie“ in der Gutenbergstraße lieber nichts zu tun haben. Da bleibt er Hauptkommissar Nils Stedefreund treu, dem Bremer „Tatort“-Kommissar, den er seit 2001 verkörpert. Waschen, schneiden, legen, vielleicht auch färben – gern! Aber bitte nur auf dem Kopf des stillen Fräulein Bergmann. Die eisblauen Augen der Frisierpuppe kann zum Glück nichts trüben – nicht mal ein Haarunfall à la toter Dachs.

Dass es gar nicht erst soweit kommt, dafür sorgen die angehenden Friseurinnen Annalena Hentschel (20) und Laura Zander (21) aus dem dritten sowie Lina Franke (21) und Lilly Schindler (20) aus dem ersten Ausbildungsjahr. Die jungen Frauen zeigen dem Schauspiel-Star Kniff um Kniff ihres heißgeliebten Handwerks. Der Friseurberuf, sagen sie, sei nämlich nicht nur einer der schönsten, vielfältigsten und abwechslungsreichsten, er sei vor allem viel, viel besser als sein Ruf. Um das all denen klar zu machen, die Friseurinnen als Prosecco nachschenkende und über Gala-Promis tratschende Schnipsen abstempeln, haben sie sich im Dezember am „Tag der Bildung“ – initiiert von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, dem Stifterverband und den SOS-Kinderdörfern weltweit – an einem Wettbewerb beteiligt. Dabei ging es um Vorurteile im Beruf und um das, was wirklich dahinter steckt. Motto: „Mein Job ist mehr“.

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So kennen ihn Millionen Krimi-Fans: An der Seite von Schauspielerin Sabine Postel als Haupkommissarin Inga Lürsen ermittelt Oliver Mommsen als Hauptkommissar Nils Stedefreund im Bremer „Tatort“. Ihr nächster Fall „Im toten Winkel“ wird am 11. März gezeigt.

Den Wettbewerb haben die Haarphilosophinnen um Salon-Inhaberin Katja Trowe gewonnen. Hauptpreis war Oliver Mommsen, der seit Jahren SOS-Kinderdorf-Pate ist und nun einen Tag als Bildungsbotschafter und Azubi auf Probe in Potsdam vorbeischaute. „Ich habe dem Beruf gegenüber größten Respekt“, sagt Mommsen. Als Schauspieler habe er viel mit Friseuren zu tun. Er wisse, dass zwischen grenzenloser Begeisterung und einer existenziellen Krise oft nur eine Haaresbreite liegt. Bestes Beispiel: Sohn Oskar, heute 20. Als Teenie wollte er die Spitzen schneiden lassen und zeigte dem Friseur zwischen Daumen und Zeigefinger einen, vielleicht anderthalb Zentimeter. Der Herr Papa deutete dem Figaro indes eine Handbreit an. Die Mähne fiel, ein Drama folgte. „Oskar hat eine Woche lang nicht mit mir gesprochen“, sagt Mommsen und schaut äußerst geläutert drein.

Er selbst pendelt zwischen den Extremen. Ganz privat lege er null Wert auf die Frisur. „Dann neige ich wie so viele Männer dazu zuzuwuchern. Für mich als Schauspieler aber ist der Friseur wichtiger als der Allgemeinmediziner. Das hat nichts mit Eitelkeit zu tun.“ Legt er eine Figur an – egal, ob für Film, Fernsehen oder für die Theaterbühne –, bezieht er deren Äußeres ein. Er erarbeite sich einen Charakter daher auch gemeinsam mit dem Friseur seines Vertrauens. „Und irgendwann“, so Mommsen, „wird beim Drehen nicht nur die innere, sondern auch die äußere Gestalt zu dir.“

Wie angegossen sitzt beim Ausflug nach Potsdam („Es treibt mich leider viel zu selten hier raus“) auch die Azubi-Rolle – der Neugier und der Lust am Ausprobieren sei Dank. „Was soll man machen?“, sagt Mommsen. „Ich bin nun mal ein verspieltes Kind. Das gehört zu meinem Beruf dazu.“ Als Schauspieler sei er aber vor allem Handwerker – gerade so wie Annalena, Lina, Laura und Lilly. Und wie sie kämpfe auch er mit Klischees. „Die Schauspielerei ist knallharte Arbeit – auch wenn die meisten Leute denken, ich verbringe meinen Tag Champagner schlürfend auf dem roten Teppich und mache Selfies mit hübschen Frauen.“

Von Nadine Fabian

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