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Potsdam Potsdam-Thriller erscheint im November
Lokales Potsdam Potsdam-Thriller erscheint im November
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20:40 01.08.2016
Raimon Weber las zur Erlebnisnacht erstmals aus seinem Thriller „Die Blutmauer“, der in Potsdam spielt und für den er in Potsdam recherchier hat. Quelle: Friedrich Bungert
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Innenstadt

Potsdam im Dezember 1989. Seit wenigen Tagen ist die Mauer geöffnet. Die Bürger der DDR verlassen ihr Land in Scharen. Inmitten der zerfallenden Strukturen versucht Martin Keil, Hauptmann der Kriminalpolizei, eine Mordermittlung zu leiten: Am Ufer des Jungfernsees wurde die nackte Leiche eines hochrangigen Lokalpolitikers gefunden. Er wurde zusammengeschlagen und erdrosselt. Hilfe erhofft sich Martin Keil von der Gerichtsmedizinerin Anne Rösler, mit der er ein Verhältnis hat. Beide sind in einem staatlichen Heim aufgewachsen. Was Keil nicht weiß: Der Täter hat sich bereits sein nächstes Opfer gesucht. Und es gibt Videoaufnahmen von der Tat. Keil traut seinen Augen kaum, denn er ist sich sicher, den Mörder zu erkennen...

So viel verrät der Klappentext über den neusten Thriller von Raimon Weber, der in Potsdam spielt, der Mitte November bei Ullstein erscheint und – Ehrensache – in Potsdam auch seine Premiere feiern soll. Ein wenig mehr verriet der Autor bereits bei einer exklusiven Lesung, zu der das Lakritzkontor in der Jägerstraße im Rahmen der Potsdamer Erlebnisnacht eingeladen hatte. Zwischen 300 Sorten Lakritz aus aller Genießer Länder ließen sich gut 30 Krimifreunde von Raimon Weber auf die Folter spannen. Der las nicht nur aus dem Manuskript, das in diesen Tagen das Lektorat passiert, er berichtete dem Publikum auch davon, wie er für „Die Blutmauer“ in Potsdam und im Potsdamer Umland recherchiert hat – und wie ihm nach einem Zeitzeugen-Aufruf im März die Leser der Märkischen Allgemeinen auf die Sprünge geholfen haben.

„Ich bin auf eine große Hilfsbereitschaft gestoßen“, sagt Raimon Weber. Sein Schlachtruf „Lassen Sie mich durch, ich bin Autor!“, funktioniere eben auch hier. Viele der Anregungen und Aperçus, die er so im Frühling sammeln konnte, habe er in das Buch einfließen lassen. So habe er zum Beispiel das Schloss Lindstedt, in dem bereits zu DDR-Zeiten die Gerichtsmedizin untergebracht war, für sich entdeckt und zu einem Schauplatz des Thrillers gemacht. „Da müssen Sie hin“, forderte Weber seine Zuhörer auf. „Und nehmen Sie einen Fotoapparat mit!“ Nicht nur, dass dort einst für den Hollywood-Blockbuster „Resident Evil“ gedreht wurde – das Schloss diente als Eingang zu einem geheimen Laborkomplex, in dem ein mörderischer Virus freigesetzt wurde und in dem alsbald blutrünstige Zombies ihr Unwesen treiben. Auch ohne den Schocker zu kennen, habe man auf Schloss Lindstedt das Gefühl, jeden Augenblick könne Doktor Mabuse um die Ecke biegen: „Das war natürlich eine Steilvorlage für mich.“

Zwei Stunden lang lauschten die Gäste im Lakritzkontor Raimon Weber. Quelle: Friedrich Bungert

Natürlich dient nicht nur Lindstedt als Kulisse. Der Leser kann mit Ermittler Martin Keil um so manche markante Potsdamer Ecke streifen. Zu viel Lokalkolorit dürfe man allerdings nicht erwarten, warnt Raimon Weber. „Die Blutmauer“ soll schließlich kein Heimatkrimi sein. Er habe nicht jeden Gullydeckel, nicht jede Bordsteinkante benannt. „Das Buch soll ja überall gelesen werden, nicht nur in Potsdam, sondern auch in Garmisch.“

Das Schreiben, sagt Raimon Weber, sei ihm gut von der Hand gegangen. Etwa 300 Seiten umfasst der Thriller. „Und es geht ganz schön zur Sache. Potsdam wird zwischendurch richtig in Blut getaucht.“ Vor allem aber habe er sich bemüht, tief in die Psyche Martin Keils, „dieses gebrochenen Charakters“, einzutauchen. Dieser Martin Keil, das merkt man, liegt ihm am Herzen. „Er will nichts mit der Stasi zu tun haben – und das hat einen Grund“, sagt Raimon Weber. „Ich wollte einen Volkspolizisten hervorheben, der bemüht ist, seinen Dienst zu versehen, ohne Leute zu bespitzeln.“ Und ohne die gewohnte Befehlskette zu befolgen, denn die ist im Winter 1989 längst zerrissen. „Welche Mittel hat ein System, das sich im Verfall befindet, noch zu bieten?“ Martin Keil ist auf sich allein gestellt. Wird es ihm gelingen, die Mordserie aufzuklären? Die Antwort gibt es im November – 27 Jahre nach dem Mauerfall.

Zur Person

Raimon Weber (55) stammt aus Unna und lebt mit seiner Familie aus Überzeugung in der westfälischen Provinz.

Seit 1998 veröffentlicht er unter seinem Namen und unter Pseudonymen Kriminalromane, Thriller und Hörspiele.

Potsdam war in Webers „Morgenstern“-Reihe bereits einige Male Krimi-Schauplatz.

Zuletzt erschienen sind „Die geheimen Akten des Sir Arthur Conan Doyle“, eine Serie, in der der weltberühmte „Sherlock Holmes“-Autor selbst zum Ermittler wird. Unser Lesetipp: „Kuckucksmörder“ und „Eis bricht“. nf

Von Nadine Fabian

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