Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Potsdam-Thriller erscheint im November

MAZ-Leser halfen als Zeitzeugen Potsdam-Thriller erscheint im November

Ein toter SED-Funktionär im Jungfernsee markiert Ende 1989 den Beginn einer Mordserie. Martin Keil, Hauptmann der Kripo, versucht den Täter inmitten der Wendewirren dingfest zu machen... Im Herbst erscheint der Thriller, der in Potsdam spielt und für den Krimi-Autor Raimon Weber in Potsdam – auch mit Hilfe der MAZ-Leser – recherchiert hat. Jetzt hat er erstmals daraus gelesen.

Potsdam, Jägerstraße 20 52.3999606 13.056054
Google Map of 52.3999606,13.056054
Potsdam, Jägerstraße 20 Mehr Infos
Nächster Artikel
Potsdam am Dienstag: Das ist heute wichtig

Raimon Weber las zur Erlebnisnacht erstmals aus seinem Thriller „Die Blutmauer“, der in Potsdam spielt und für den er in Potsdam recherchier hat.

Quelle: Friedrich Bungert

Innenstadt. Potsdam im Dezember 1989. Seit wenigen Tagen ist die Mauer geöffnet. Die Bürger der DDR verlassen ihr Land in Scharen. Inmitten der zerfallenden Strukturen versucht Martin Keil, Hauptmann der Kriminalpolizei, eine Mordermittlung zu leiten: Am Ufer des Jungfernsees wurde die nackte Leiche eines hochrangigen Lokalpolitikers gefunden. Er wurde zusammengeschlagen und erdrosselt. Hilfe erhofft sich Martin Keil von der Gerichtsmedizinerin Anne Rösler, mit der er ein Verhältnis hat. Beide sind in einem staatlichen Heim aufgewachsen. Was Keil nicht weiß: Der Täter hat sich bereits sein nächstes Opfer gesucht. Und es gibt Videoaufnahmen von der Tat. Keil traut seinen Augen kaum, denn er ist sich sicher, den Mörder zu erkennen...

So viel verrät der Klappentext über den neusten Thriller von Raimon Weber, der in Potsdam spielt, der Mitte November bei Ullstein erscheint und – Ehrensache – in Potsdam auch seine Premiere feiern soll. Ein wenig mehr verriet der Autor bereits bei einer exklusiven Lesung, zu der das Lakritzkontor in der Jägerstraße im Rahmen der Potsdamer Erlebnisnacht eingeladen hatte. Zwischen 300 Sorten Lakritz aus aller Genießer Länder ließen sich gut 30 Krimifreunde von Raimon Weber auf die Folter spannen. Der las nicht nur aus dem Manuskript, das in diesen Tagen das Lektorat passiert, er berichtete dem Publikum auch davon, wie er für „Die Blutmauer“ in Potsdam und im Potsdamer Umland recherchiert hat – und wie ihm nach einem Zeitzeugen-Aufruf im März die Leser der Märkischen Allgemeinen auf die Sprünge geholfen haben.

„Ich bin auf eine große Hilfsbereitschaft gestoßen“, sagt Raimon Weber. Sein Schlachtruf „Lassen Sie mich durch, ich bin Autor!“, funktioniere eben auch hier. Viele der Anregungen und Aperçus, die er so im Frühling sammeln konnte, habe er in das Buch einfließen lassen. So habe er zum Beispiel das Schloss Lindstedt, in dem bereits zu DDR-Zeiten die Gerichtsmedizin untergebracht war, für sich entdeckt und zu einem Schauplatz des Thrillers gemacht. „Da müssen Sie hin“, forderte Weber seine Zuhörer auf. „Und nehmen Sie einen Fotoapparat mit!“ Nicht nur, dass dort einst für den Hollywood-Blockbuster „Resident Evil“ gedreht wurde – das Schloss diente als Eingang zu einem geheimen Laborkomplex, in dem ein mörderischer Virus freigesetzt wurde und in dem alsbald blutrünstige Zombies ihr Unwesen treiben. Auch ohne den Schocker zu kennen, habe man auf Schloss Lindstedt das Gefühl, jeden Augenblick könne Doktor Mabuse um die Ecke biegen: „Das war natürlich eine Steilvorlage für mich.“

Zwei Stunden lang lauschten die Gäste im Lakritzkontor Raimon Weber

Zwei Stunden lang lauschten die Gäste im Lakritzkontor Raimon Weber.

Quelle: Friedrich Bungert

Natürlich dient nicht nur Lindstedt als Kulisse. Der Leser kann mit Ermittler Martin Keil um so manche markante Potsdamer Ecke streifen. Zu viel Lokalkolorit dürfe man allerdings nicht erwarten, warnt Raimon Weber. „Die Blutmauer“ soll schließlich kein Heimatkrimi sein. Er habe nicht jeden Gullydeckel, nicht jede Bordsteinkante benannt. „Das Buch soll ja überall gelesen werden, nicht nur in Potsdam, sondern auch in Garmisch.“

Das Schreiben, sagt Raimon Weber, sei ihm gut von der Hand gegangen. Etwa 300 Seiten umfasst der Thriller. „Und es geht ganz schön zur Sache. Potsdam wird zwischendurch richtig in Blut getaucht.“ Vor allem aber habe er sich bemüht, tief in die Psyche Martin Keils, „dieses gebrochenen Charakters“, einzutauchen. Dieser Martin Keil, das merkt man, liegt ihm am Herzen. „Er will nichts mit der Stasi zu tun haben – und das hat einen Grund“, sagt Raimon Weber. „Ich wollte einen Volkspolizisten hervorheben, der bemüht ist, seinen Dienst zu versehen, ohne Leute zu bespitzeln.“ Und ohne die gewohnte Befehlskette zu befolgen, denn die ist im Winter 1989 längst zerrissen. „Welche Mittel hat ein System, das sich im Verfall befindet, noch zu bieten?“ Martin Keil ist auf sich allein gestellt. Wird es ihm gelingen, die Mordserie aufzuklären? Die Antwort gibt es im November – 27 Jahre nach dem Mauerfall.

Zur Person

Raimon Weber (55) stammt aus Unna und lebt mit seiner Familie aus Überzeugung in der westfälischen Provinz.

Seit 1998 veröffentlicht er unter seinem Namen und unter Pseudonymen Kriminalromane, Thriller und Hörspiele.

Potsdam war in Webers „Morgenstern“-Reihe bereits einige Male Krimi-Schauplatz.

Zuletzt erschienen sind „Die geheimen Akten des Sir Arthur Conan Doyle“, eine Serie, in der der weltberühmte „Sherlock Holmes“-Autor selbst zum Ermittler wird. Unser Lesetipp: „Kuckucksmörder“ und „Eis bricht“. nf

 

Von Nadine Fabian

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg