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Potsdam Programmierter Stau in Potsdam
Lokales Potsdam Programmierter Stau in Potsdam
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14:34 16.04.2014
In den nächsten zehn Jahren mehr als 8000 Menschen aus dem Norden in die City fahren. Quelle: Christel Köster
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Potsdam

Dass Potsdam quasi eine Insel ist, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Dass Potsdam nur noch nach Norden wachsen kann, auch - sieht man mal von der "Nachverdichtung", also der Bebauung von Lücken in der Kernstadt ab.

Und so wächst Potsdam denn nun auch im Norden: Semmelhaack baut 1100 Wohnungen in Eiche und Fahrland; in Krampnitz entstehen in den nächsten Jahren Wohnungen für mehr als 4000 Menschen; an der Nedlitzer Straße neben dem Plattner-Campus wachsen 80 bis 90 Villen und 60 sonstige Wohnungen aus dem Boden; die kleine Insel in Neu Fahrland wird komplett neu bebaut mit 160 Wohnungen - und das wird noch nicht alles sein. Selbst eine grob überschlägige Rechnung legt nahe, dass in den nächsten zehn Jahren mehr als 8000 Menschen aus dem Norden in die Kernstadt fahren werden. Morgens rein, abends raus.

Das Problem dabei ist längst bekannt: Mit der B2 (Nedlitzer- und Tschudistraße) und der B273 (Marquardter Chaussee) gibt es nur zwei Straßenverbindungen, und da beide übers Wasser führen, wird es auch keine dritte je geben. Schon jetzt klagen die Pendler über Stau zu den Stoßzeiten. Kommt noch ein Unfall oder kommen Bauarbeiten hinzu, werden entweder weite Umwege oder lange Wartezeiten fällig. Und das betrifft keinesfalls nur die privaten Autofahrer, auch Busse sind regelmäßig betroffen.

Verkehr 2025 - lange diskutiert

  • Seit 2012 arbeiteten Expertenbüros und die Stadtverwaltung an der Fortschreibung ihres Verkehrskonzepts bis 2025 („Stek Verkehr“).
  • Es sieht kaum neuen Straßenbau, aber dafür eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, den Ausbau von Park-and-Ride und der Radwegestruktur vor.
  • Der Entwurf wurde in den Fachausschüssen der Stadtverordnetenversammlung und auf zahlreichen Bürgerversammlungen teilweise sehr kontrovers diskutiert.
  • Hauptstreitpunkte waren neue Tram trassen und der Verkehr in den Norden. Die Stadtverordneten beschlossen das Konzept im Januar 2014.

Die Stadt sieht das Problem und hat es in ihrem Stadtentwicklungskonzept Verkehr berücksichtigt, doch in den Augen vieler Bürger nicht ausreichend. "Viele Probleme werden einfach ignoriert", sagt etwa Claudia Reht, die im Bornstedter Feld wohnt und täglich nach Golm pendelt. "Der Verkehr wird auf vielen Straßen der Stadt trotz steigender Einwohner- und Beschäftigtenzahlen abnehmen oder nur gering zunehmen", zitiert ein Stadtsprecher hingegen aus dem Gutachten fürs Verkehrskonzept. Claudia Reht fehlt da der Glaube. Sie wirft dem Grünen Baubeigeordneten Matthias Klipp "Wunschdenken" vor. Auch, dass die Zahl täglicher Fahrzeuge auf der B2 in den nächsten Jahren trotz Krampnitz und des Neubaus in Eiche und Fahrland nur um 1200 von heute 18.200 auf dann 19.400 ansteigt, wie die Stadt beteuert, hält sie für ein "Gerücht".

Eine Aufweitung der bestehenden Straßen steht für die Stadtverwaltung aber außer Frage - weil kein Bedarf bestehe, so ein Stadtsprecher. Eine Ortsumgehung sei als "Maßnahme der Verkehrsreduzierung ungeeignet" und werde daher weder von Stadt noch von Land oder Bund weiter verfolgt. Auch ein vierspuriger Ausbau der B2 Richtung Norden sei "angesichts des prognostizierten Verkehrszuwachses nicht erforderlich". Stattdessen hoffen die Verkehrsplaner, den zusätzlichen Verkehr mit besserem Nahverkehrsangebot und Radschnellwegen auffangen zu können.

Geplant sind: kürzere Taktzeiten bei den Bussen und die Einrichtung einer Busspur, damit der Nahverkehr auch bei Stau rollt. Von Krampnitz soll ein Bus zum Bahnhof Marquardt eingerichtet werden, die Regionalbahn soll von Potsdam nach Berlin über Golm und Marquardt rollen, nach Krampnitz soll ein Radschnellweg führen und das Radeln an der B2 soll deutlich erleichtert werden. Außerdem will die Stadt an ihren Toren bessere Bedingungen für sogenannte Park-and-Ride-Punkte schaffen, also große, preisgünstige Parkplätze für den Umstieg in den Nahverkehr.

Schließlich schwingt schon seit geraumer Zeit das Thema Straßenbahnverlängerung durch die Ausschüsse, die Ortsbeiräte und die Köpfe von Bürgerinitiativen. Sicher ist bislang nur, dass die Tram ab der Viereck-Remise bis zum Plattner-Campus an der Nedlitzer Straße kommt. Das hat Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) versprochen. Erste Ideen gibt es, sie über die Insel Neu Fahrland weiter nach Norden zu leiten. Der dortige Bebauungsplan hält eine entsprechende Fläche frei, ebenso das Krampnitz-Areal.

Deutlich umstrittener ist eine Verlängerung der Tram durch Eiche nach Golm. Hier sind nicht nur Ortsbeiräte und Bürger dagegen, selbst der Uni- und Forschungsstandort Golm hat sich öffentlich dagegen ausgesprochen und gesagt, mit einem besseren Bustakt und einer besseren Bahnverbindung ließen sich die Probleme günstiger lösen. Dennoch prüft die Stadt weiterhin in einer Kosten-Nutzen-Analyse mögliche Routen und deren Wirtschaftlichkeit.

Bis alle Entscheidungen getroffen und alle Vorhaben umgesetzt sind, werden jedenfalls noch Jahre ins Land gehen, in denen sich der Norden rasant weiter bevölkert. Claudia Rehts Nerven, davon ist sie überzeugt, werden also noch viele Morgen und Abende strapaziert werden.

Von Jan Bosschaart

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