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Potsdam Potsdam: Weniger Ureinwohner als Zugezogene
Lokales Potsdam Potsdam: Weniger Ureinwohner als Zugezogene
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13:36 18.05.2016
Viele Potsdamer stammen aus dem Umland Quelle: Landeshauptstadt Potsdam
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Potsdam

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) muss sich nicht einsam und fremd fühlen in seiner Wahlheimat. Immerhin weitere 48 Potsdamer wurden in Jakobs Herkunftslandkreis Aurich in Ostfriesland geboren. Dass Zugezogene das Potsdamer Stadtbild prägen, ist nicht nur ein Gefühl, sondern nun auch bis auf Landkreisebene belegter Fakt: Der städtische Bereich Statistik und Wahlen hat erstmals die Geburtsorte der Potsdamer analysiert. Knapp 36 Prozent der Einwohner sind auch in der Landeshauptstadt geboren. Mehr als 107 000 der 167 505 mit Hauptwohnsitz Gemeldeten sind hingegen keine „Originale“.

Die Karte der Geburtsorte ist als Nebenprodukt entstanden, erklärt Statistikchefin Heike Gumz. Eigentlich wollten die Statistiker Ermittlungen zum Migrationshintergrund der Potsdamer anstellen. Rund acht Wochen wurde das Einwohnermelderegister durchforstet und eine Grafik erstellt. „In dieser ist zu erkennen, dass Potsdamer von überall aus Deutschland stammen, von der Nord- und Ostsee bis zum Alpenrand“, so Gumz.

Aber nicht nur das: Knapp 20 000 Potsdamer (11,9 Prozent) sind im Ausland geboren, davon fast die Hälfte in einem EU-Mitgliedsstaat. Die Hitliste der Geburtsländer führen insgesamt Polen und Tschechien an.

Berliner zieht es nach Potsdam

Innerhalb Deutschlands spielt Berlin eine große Rolle. Viele Berliner zieht es offenbar in die ruhigere Nachbarstadt. Ungefähr jeder zehnte Potsdamer wurde in der Bundeshauptstadt geboren. Rund 27 000 Einwohner stammen gebürtig aus anderen Brandenburger Orten, die meisten davon wiederum aus Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming. Insgesamt wurden 78,8 Prozent der aktuellen Potsdamer Einwohner in den neuen Bundesländern geboren. Am meisten vertreten ist Sachsen-Anhalt, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern.

9,2 Prozent stammen aus dem Westen

Aus dem Westen hat es auch nicht Wenige nach Potsdam verschlagen. 9,2 Prozent der Potsdamer sind in den alten Bundesländer geboren, wobei die meisten aus Nordrhein-Westfalen stammen, dem Partnerland Brandenburgs nach der Wende. In der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn, schon seit 1988 Potsdams Partnerstadt, haben 279 Landeshauptstädter ihre Wurzeln. Auch Niedersachsen (2600), Bayern und Baden-Württemberger (je 2000) sind nach Potsdam „eingebürgert“ worden. Bei allen anderen westdeutschen Ländern liegt der Anteil der Bewohner der Landeshauptstadt unter einem Prozent.

Lehren für die Politik würden aus der Statistik vorerst nicht abgeleitet, so Stadtsprecherin Christine Homann. Wobei Potsdam ohnehin „fremdverwaltet“ wird: Neben dem Ostfriesen Jakobs sind auch die derzeit drei Beigeordneten keine gebürtigen Potsdamer.

Weißer Fleck „Pfaffenhofen“

Auch eine Imagekampagne in Pfaffenhofen an der Ilm ist vorerst nicht geplant, ergänzt Homann scherzhaft. Der Landkreis in Oberbayern ist bundesweit der einzige, in dem kein Potsdamer zur Welt kam. Für die Pfaffenhofener gibt es offenbar keinen Anlass, nach Preußen zu emigrieren. „Das Beste von Stadt und Land. Wer gerne das Beste von beidem hat, fühlt sich in Pfaffenhofen wohl“, heißt es auf der Homepage der Kreisstadt mit knapp 25 000 Einwohnern. Na dann, bleibts halt wo’s seids.

Geografische Nähe entscheidend

Vor Potsdam haben sich bereits andere Großstädte mit einer Analyse der Geburtsorte befasst, beispielsweise Leipzig, Stuttgart, Dresden und Erfurt.

Auch dort zeigte sich, dass die geografische Nähe einen großen Einfluss hat. Das heißt: Je näher eine Stadt, ein Kreis oder ein Bundesland an der untersuchten Stadt liegt, desto mehr Einwohner kommen gebürtig von dort.

In Berlin ist jeder Zweite zugezogen. Potsdam spielt dabei ein große Rolle: Die Landeshauptstadt liegt auf Rang 4 der Gebortsorte der Berlin-Bewohner, hinter Hamburg, Dresden und Leipzig.

Daten: www.potsdam.de/statistik

Von Marion Kaufmann

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