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Potsdam Potsdam baut die meisten Wohnungen
Lokales Potsdam Potsdam baut die meisten Wohnungen
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07:41 27.03.2018
Überall drehen sich in Potsdam die Kräne, um Wohnungen zu errichten. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

In keiner deutschen Landeshauptstadt werden mehr Wohnungen gebaut als in Potsdam. Relativ zum Wohnungsbestand wurden 2016 je 1000 existierenden Wohnungen 18,5 neue Wohnungen fertiggestellt. „Wir liegen fast uneinholbar an der Spitze. Hier beneiden uns alle anderen Landeshauptstädte“, sagte Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bei der Vorstellung des statistischen Vergleichs der Landeshauptstädte am Montag. Grund dafür sei, dass Potsdam bei der Ausweisung von Flächen sehr schnell agiere „und so auch tatsächlich schnell gebaut werden konnte“, so Jakobs.

Städtevergleich mit einigen Potsdamer Spitzenplätzen

Bereits zum 22. Mal hat Potsdam einen umfassenden Vergleich mit den anderen Landeshauptstädten vorgelegt.

„Der Bericht verdeutlicht, dass Potsdam insbesondere verglichen mit den fünf ostdeutschen Hauptstädten und Berlin nach wie vor eine sehr gute Entwicklung nimmt“, sagt Jakobs. Er erkenne keine „Alarmsignale“ in der Statistik.

Einen Spitzenplatz besetzt Potsdam neben dem Wohnungsbau im Bereich der Kinderbetreuung. Es ist auch die am schnellsten wachsende Landeshauptstadt mit einem Bevölkerungswachstum von 2,4 Prozent und die Stadt mit der niedrigsten Beamtenquote in der Stadtverwaltung.

Bei der absoluten Aufenthaltsdauer von Touristen muss man sich nur Berlin geschlagen geben, bei der relativen Zahl der Studenten nur gegenüber Mainz. Bei der Arbeitslosenquote ist Potsdam von 2015 auf 2016 an Mainz vorbeigezogen und nun mit einer Quote von 6,2 Prozent auf Platz drei. Allein München und Stuttgart liegen davor – und dort wird auch deutlich mehr verdient (siehe Grafik).

Der statistische Vergleich ist eine Potsdamer Idee

In 62 Tabellen und Abbildungen gehen die Landeshauptstädte ins Rennen. Selbst die Erstellung des Vergleichs könnte man in einem Ranking festhalten. In Schwerin hat der Bereich Statistik nur einen Mitarbeiter, in München sind es über 30. Potsdam liegt im Mittelfeld mit zehn Mitarbeitern – und ganz vorne bei der Idee des Rankings, die hier entwickelt wurde. „Wir bekommen nach so vielen Jahren wirklich vergleichbare Zahlen aus den anderen Landeshauptstädten“, sagt Heike Gumz, Leiterin des Bereichs Statistik und Wahlen, zur Vergleichbarkeit der Daten.

Es sind auch neue Ideen hinzugekommen – etwa eine Übersicht über die Briefwahlbeteiligung der Bundestagswahl. Auch eine Statistik über das städtische Personal und den Anteil an Beamten daran kann man erstmals nachlesen.

Zahlen aus der Statistik gegriffen

Die Wachstumsrate beim Bevölkerungswachstum beträgt 2,4 Prozent. Damit ist Potsdam vor Wiesbaden, Mainz und Berlin mit jeweils 1,7 Prozent die am stärksten wachsende Landeshauptstadt. Über drei Jahre gesehen liegt der Wert sogar bei 6,5 Prozent – auch hier liegt Potsdam vorne.

10850 Einwohner fehlten am Stichtag 31.12.2016 noch, um an Saarbrücken und seinen 182 447 Einwohnern vorbeizuziehen und von der zweitkleinsten Landeshauptstadt vor Schwerin (96 125 Einwohner) zur drittkleinsten aufzusteigen. 2013 lag die Differenz zu Saarbrücken noch bei fast 18 000 Menschen.

Die Versorgung mit freipraktizierenden Ärzten ist am Potsdam am besten. Auf 10.000 Einwohner kamen 2016 fast 29 Ärzte.

Mit Universität, Filmuniversität und Fachhochschule rangiert Potsdam bei der Studentenquote auf Platz 2. Von 1000 Einwohnern sind 145 Studenten. Nur Mainz hat mit 176 Studenten auf 1000 Einwohner eine höhere Quote. Es folgen knapp hinter Potsdam Kiel (137) und Saarbrücken (132). Obwohl Berlin mit über 180000 Studenten die studireichste Stadt in Deutschland ist, liegt die Metropole mit einer Quote von 49 auf dem letzten Platz.

31 Tatverdächtige pro 1000 Einwohner wurden in Potsdam ermittelt – der niedrigste Wert aller Vergleichsstädte. Mit 97 kriminellen Handlungen pro 1000 Einwohner ist Potsdam eine der sichersten Städte. Berlin und Hannover führen hier mit 155 Delikten.

Höchste Einkommen im Osten

Wer nur auf den Osten schaut, der sieht Potsdam an der Spitze der Bruttoarbeitslöhne. 30 293 Euro hat ein Arbeitnehmer 2015 hier im Schnitt verdient – mehr als in Dresden, Schwerin, Erfurt oder Schlusslicht Magdeburg – aber deutlich weniger als in Stuttgart oder München (siehe Tabelle). Doch im Vergleich zu den Hauptstädten der alten Bundesländer steht Potsdam „weniger gut“ da, wie Oberbürgermeister Jann Jakobs zurückhaltend einschätzt. „Das Potenzial in den westdeutschen Städten ist um ein vielfaches höher“, so Jakobs.

Das gilt auch für die Wirtschaftsleistung pro Einwohner. Das Bruttoinlandsprodukt in Potsdam betrug je Erwerbstätigem nur 59 952 Euro. Spitzenreiter sind wieder Stuttgart (99 988 Euro) und München (98 041 Euro). Schlusslichter sind die Ostdeutschen, wobei Dresden mit 62 579 Euro besser als Potsdam dasteht. Immerhin ist in Potsdam die Zahl von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen in einem Jahr um vier Prozent auf 84 888 gestiegen – der zweitbeste Wert nach Berlin.

Die meisten Kinder in der Krippe

Im Vergleich der Landeshauptstädte bleibt Potsdam weiter auf Platz eins bei der Besuchsquote von Krippenkindern. 49 Prozent der Kinder bis drei Jahre haben in Potsdam einen Krippenplatz, womit sich die Stadt in dieser Disziplin den ersten Platz mit Magdeburg teilt. Hier liegen die ostdeutschen Landeshauptstädte generell weit vorn. Zum Vergleich – die geringste Besuchsquote hat Düsseldorf, wo gerade einmal jedes fünfte Kind bis drei Jahre einen Krippenplatz hat.

Über alle Betreuungsangebote von Krippe und Tagespflege über Kita bis zum Hort hinweg steht Potsdam bei der Betreuung unangefochten auf Platz eins und bietet 69 Prozent der Kinder bis 14 Jahre einen Platz. Hier liegt die Stadt vor Dresden (67,8 Prozent) und Magdeburg (63,3 Prozent). Die geringste Betreuungsquote hat erneut Düsseldorf (31,2 Prozent). Die Stadt am Rhein hat allerdings die höchste Quote von Kleinkindern in der Tagespflege (12,6 Prozent). Hier liegt Potsdam mit 6,5 Prozent der auf diese Art betreuten Kinder im Mittelfeld.

Höhere kommunale Schulden

Die Pro-Kopf-Verschuldung der Stadt Potsdam ist von 2015 bis 2016 von 470 Euro pro Einwohner auf 438 gesunken. Zugleich stieg der Schuldenstand der städtischen Eigenbetriebe wie den Stadtwerken von 794 auf 918 Euro pro Einwohner. Ein Vergleich mit den anderen Hauptstädten ist hier schwierig. Das Land Berlin hat pro Einwohner 16 511 Euro Schulden, allerdings bei den Eigenbetrieben nur fünf Euro. In Stuttgart liegt die städtische Verschuldung mit 96 Euro pro Kopf am niedrigsten, dafür bei den Eigenbetrieben mit 1037 Euro am höchsten, wobei Potsdam sich diesem Spitzenwert stark angenähert hat.

Die wenigsten Beamten in der Stadtverwaltung

Potsdams Verwaltung hat dafür relativ wenig Personal auf seine Einwohnerzahl gerechnet und im Vergleich der Landeshauptstädte den geringsten Anteil an Beamten in seiner Verwaltung. Nur 11,5 Prozent der Bediensteten der Stadt sind Beamte, fast alle davon gehören zur Berufsfeuerwehr und zum Gesundheitsdienst. Im Land Berlin dagegen haben mehr als die Hälfte der Bediensteten einen Beamtenstatus.

Gäste bleiben besonders lange hier

Als touristisches Ziel ist Potsdam sehr beliebt – und es gibt hier anscheinend so viel zu erleben und anzusehen, dass allein Berlin eine längere Verweildauer seiner Gäste aufweisen kann. In der Bundeshauptstadt bleiben die Touristen im Schnitt 2,8 Tage. In Potsdam auf dem zweiten Platz bleiben sie immerhin 2,4 Tage, um alles zwischen Filmpark und Neuem Palais anzuschauen.

Mainz ist hier das Schlusslicht, wo gerade mal anderthalb Tage für das Programm ausreichen. Ähnlich wie in Potsdam gibt es dort direkt nebenan eine weitere Landeshauptstadt mit touristischer Anziehungskraft. Das hessische Wiesbaden ist Potsdam mit dem dritten Platz und 2,1 Tagen Aufenthaltsdauer dicht auf den Fersen.

Auch die Zahlen der Gästebetten, der Gästeankünfte und Übernachtungen hat sich in Potsdam verbessert. 5706 Betten waren 2016 gemeldet, so dass auf jeden 30. Potsdamer ein offizielles Gästebett kam. Hier liegt Potsdam im Mittelfeld zwischen München mit der höchsten Bettenzahl und Saarbrücken.

Hier kann der gesamte Bericht heruntergeladen werden.

Von Peter Degener

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