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Potsdam Stadt gibt Persiusspeicher zurück
Lokales Potsdam Stadt gibt Persiusspeicher zurück
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19:29 10.01.2019
Wasserfront des Persiusspeichers mit dem ruinösen Anbau von 1913 im Vordergrund, der abgerissen werden soll. Quelle: Bernd Gartenschläger
Brandenburger Vorstadt

Der Persiusspeicher an der Zeppelinstraße, den die Landeshauptstadt vor 28 Jahren für die Errichtung einer Kunsthalle angekauft hat, geht an den Voreigentümer zurück. Das hat Rathaussprecher Markus Klier auf MAZ-Anfrage bestätigt. Wie berichtet, soll der Rückkauf zum aktuellen Verkehrswert erfolgen. Das Gutachten dazu liege vor, sagte Klier: „Die Abstimmungen zur Übertragung laufen. Wir gehen davon aus, dass wir Ende Februar über die Ergebnisse berichten können.“

Die Landeshauptstadt und das Land Brandenburg wollten das um 1840 für das Heeresproviantamt errichtete Speichergebäude anlässlich der 1000-Jahrfeier Potsdams 1993 zur Kunsthalle umbauen. 3,25 Millionen Euro wurden in Grundstückserwerb und Sanierung investiert, bis man feststellte, dass das Gebäude gar nicht als Kunsthalle geeignet ist.

Zahnräder von Ludwig Rauch zur „Fontanelle“ 1993. Quelle: Ludwig Rauch

Eröffnet wurde der Kunstspeicher im Juni 1993 mit der Ausstellung „Fontanelle – Kunst in Zwischenfällen“ unter spektakulären Umständen: Wegen einer Rohrbombenattrappe des Künstlers Gregory Green im Gebälk des Hauses wurden vor der Vernissage Sprengstoffexperten gerufen. Erst danach durften die Gäste, darunter Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe und sein nordrhein-westfälischer Amtskollege Wolfgang Clement (beide SPD), hinein.

Erste Anläufe zur Rückgabe des Grundstücks gab es schon 1998 im Jahr der letzten Ausstellung zum Landeskunstpreis im Speicher: Die Stadt verlangte 3,25 Millionen Euro von den Voreigentümern. Diskutiert wurde unter anderem, dieses Geld für die Errichtung einer Kunsthalle in der Schiffbauergasse zu nutzen. Doch die Voreigentümer lehnten ab und boten der Stadt statt dessen die Übernahme des Grundstücks für einen symbolischen Euro in Erbpacht an. Das Geschäft kam nicht zustande.

Als Handicap im Umgang mit der Immobilie erwies sich für die Stadt eine zweifache Zweckbindung. Eine erste Auflage im Zusammenhang mit Fördermitteln aus dem Partnerland Nordrhein-Westfalen war bis 2002 bindend. Eine zweite Zweckbindung aber ging die Stadt im 1991 abgeschlossenen Kaufvertrag mit den Voreigentümern ein: Demnach konnten die Verkäufer die „Rückübertragung“ verlangen, wenn die Stadt die Immobilie „zu anderen Zwecken nutzen oder veräußern“ will.

Zur Landeskunstausstellung 1995 vor dem Kunstspeicher. Quelle: Bernd Gartenschläger

Seit einem Jahr sind sie wieder im Gespräch. Im Januar 2018 bestätigte der Berliner Immobilienunternehmer Dirk Gädeke nach MAZ-Recherchen, dass seine Gruppe den Persiusspeicher zurück kaufen wolle. Basis des Kaufpreises sollte nach Angaben der Stadt der aktuelle Verkehrswert sein. Ein 1913 errichteter Anbau auf der Havelseite soll wegen ruinösen Zustands abgerissen werden. Die Stadt kündigte eine Abrisserlaubnis im Zuge des Bauantragsverfahrens an. Die 2400 Quadratmeter Fläche im denkmalgeschützten Speicher sollen zur Hälfte als Galerie und für Ateliers, zur Hälfte für Wohnungen und Büros genutzt werden. Nach seinen bisherigen Angaben rechnet Gädeke mit einer Investitionssumme von acht bis neun Millionen Euro und einer Bauzeit von eineinhalb Jahren.

Von Volker Oelschläger

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