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Potsdam hat 267 Gedenktafeln und Stelen

Erinnerungskultur Potsdam hat 267 Gedenktafeln und Stelen

Exakt 267 Gedenktafeln und Stelen gibt es im öffentlichen und privaten Raum Potsdams, Kirchen und Friedhöfe ausgenommen. Das hat Kurt Baller aus Bergholz-Rehbrücke in 22-jähriger Arbeit in Bibliotheken und Archiven recherchiert.

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Diese Tafel in der Babelsberger Maaß-Straße erinnert an Emilie Winkelmann. .

Quelle: Roman Dahm

Potsdam. Es gibt ein neues Buch Über Potsdam. Kurt Baller gab gemeinsam mit Siegfried Lück und unter Mithilfe seiner Ehefrau Karin ein Werk heraus, in dem auf 400 Seiten all die Tafeln und Stelen zu finden sind, die an Personen der Zeitgeschichte oder historische Ereignisse Potsdams erinnern. Es gibt zahlreiche Fotos und kurze Texte, die man kurz vor dem Einschlafen lesen könne, so der Autor. Der jetzt 69-Jährige kam 1967 zum Pädagogikstudium in die damalige Bezirksstadt und begann alsbald, in der hiesigen Geschichte „herumzuwühlen“. In dem vorliegenden Band sind illustre Namen und historische Ereignisse zu finden. Von A wie Konrad Adenauer, dem ersten Kanzler der Bundesrepublik, der eine Zeit lang in Babelsberg wohnte, bis Z wie Zwangsarbeiter, die während des Zweiten Weltkrieges auch in Potsdam unter zumeist unmenschlichen Bedingungen schuften mussten.

„Das Buch illustriert Potsdams Geschichte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert“, sagt Baller selbstbewusst. Die erste – nicht mehr vorhandene – Gedenktafel wurde 1735 an der Garnisonkirche angebracht. Sie erinnerte an die Turmbesteigung durch Preußen-König Friedrich-Wilhelm I., der trotz seiner verbürgten Leibesfülle Stufe für Stufe den 90 Meter hohen Turm erklomm. Tafeln, die auf die Anwesenheit von Goethe oder Schiller hinweisen, findet man in Potsdam im Gegensatz zu vielen anderen Orten vergebens. Dabei waren beide Dichter nachweislich in der brandenburgisch-preußischen Residenzstadt. Goethe stand sogar vor dem Schloss Sanssouci, wurde aber nicht hereingebeten.

Mit dem gesellschaftlichen Wandel änderte sich auch die Gedenkkultur. „Die meisten Tafeln sind nach der Wende hinzugekommen“, sagt Baller. Er nennt als Beispiel die Stolpersteine, die an zumeist jüdische Bürger erinnern, die von den Nazis verfolgt und umgebracht wurden, oder den Widerstand des 20. Juli 1944 mit dem Attentat auf Hitler. Und an das Gedenken für die Mauer-Opfer. Im Gegenzug verschwanden zahlreiche Zeugnisse der DDR-Geschichte in Depots oder wurden schlichtweg zerstört.

Ballers Werk erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. So wurde nach Redaktionsschluss am 31. Dezember 2015 in Bornstedt eine Gedenktafel für die Künstlerpersönlichkeit Prinzessin Feodora, Schwester der letzten deutschen Kaiserin, enthüllt. Auch ließ er Gedenktafeln für die Gefallenen der vielen Kriege, die Preußen oder Deutschland führten, außen vor. Ballers Hunger nach historischen Fakten ist indes noch längst nicht gestillt. Derzeit beschäftigt er sich mit einer Potsdamer Chronik der Jahre 1936/37.

Von Jens Trommer

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