Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° Sprühregen

Navigation:
Potsdam ist unser „Place to be“

Neues Album von Cherry Bomb Potsdam ist unser „Place to be“

Das dritte Album der Potsdamer Punk-Rocker „Cherry Bomb“ führt die Band zurück zu ihren Anfängen. Wir haben mit Sänger und Gitarrist Dirk „Fleisch“ Fleischmann über das Album, ihre Beziehung zu Potsdam und die Pläne für das kommende Jahr gesprochen.

Voriger Artikel
Kunst mit Menschen von nebenan
Nächster Artikel
Potsdams neues Bad wird Ende 2016 fertig

Die Potsdamer Punkrocker Cherry Bomb stellen Samstag ihr neues Album vor.

Quelle: Promo/Playmobil

Potsdam. Cherry Bomb stellen am Samstag im „Club Charlotte“ ihr neues Album vor. Wir haben vorab mit den Potsdamer Punk-Musikern gesprochen.


MAZ:
Zwischen euren ersten zwei Alben lagen zwei Jahre, jetzt mussten die Fans gut 4 Jahre auf eine neue Platte warten: Was war los?

Fleisch: Wir waren an sich schon 2013 mit dem dritten Album fertig, aber mit dem Endergebnis nicht hundertprozentig zufrieden. Da haben wir uns entschlossen noch mal ins Studio zu gehen um drei neue Songs einzuspielen. Das hat natürlich Zeit und Geld gekostet. Zu allem Übel verließ uns aus beruflichen Gründen auch noch unser damaliger Bassist. Damit wir zur Albumveröffentlichung auch wieder Konzerte spielen können, musste erst einmal Ersatz her.

Ihr habt das neue Album, genau wie euer erstes, selbst produziert. Wart ihr mit dem zweiten Album nicht zufrieden, oder warum habt ihr das jetzt wieder gemacht?

Fleisch: Nein, das zweite Album war ein großer Erfolg innerhalb unseres Genres. Wir sind damit sogar sehr zufrieden, es hat uns viele Türen und Möglichkeiten geöffnet.

Das neue Album heißt „Where we started from“ - man könnte ja zunächst denken es geht um eure musikalischen Wurzeln, aber es bezieht sich auf den räumlichen Startpunkt Potsdam... warum war euch das so wichtig?

Fleisch: Das weiß ich auch nicht, das war schon immer so. Potsdam ist unser „Place to be“. Wir kommen von hier, hier fing alles an und hier wird wahrscheinlich auch alles enden. Potsdam ist unsere Heimatstadt, wir sind hier gern. Mit dem zweiten Album wurde alles etwas professioneller - jetzt ist es nicht unprofessionell, aber wieder mehr Punk. Wir spielen und haben ne gute Zeit. Der Spaß ist zurück.

Kann man denn auch sagen, das Album ist eine musikalische Reise dahin zurück wo ihr angefangen habt?

Fleisch: Nein absolut nicht. Wobei, wenn man so will, in einem Punkt kann man das vielleicht sagen: Auf der Platte ist ein Song drauf, den unser Schlagzeuger Tiffi und ich als einer der ersten geprobt haben, als wir die Band damals gründeten. Daher kann man schon ein bisschen sagen, es ist auch musikalisch zurück zu den Anfängen. In Punkto Songwriting ist es eine Weiterentwicklung, aber es ist immernoch Cherry Bomb drin, wo Cherry Bomb draufsteht.

Mitten zwischen den Songs ist ja „Herz“ - ein Cherry Bomb-Song auf Deutsch – wie kam denn das?

Fleisch: Das kam an einem Samstagvormittag. Ich bin aufgestanden mit einer Textzeile im Kopf, habe mich an den Wohnzimmertisch gesetzt und innerhalb von 10 Minuten diesen Song geschrieben. Und so wie der da stand konnte ich das nur auf Deutsch. Der war einfach da. Ich musste nur aufschreiben. Ich dachte es wäre nett auch mal was auf Deutsch zu singen, es tut ja nicht weh.

Du singst in dem Song ja „Hör auf dein Herz, hör wie es schlägt“ - ist das für Punk-Rocker wie euch nicht schon fast zu kitschig?

Fleisch: Das ist mir egal! Mich interessiert nicht was andere Leute als kitschig empfinden. Es ist schön und wichtig Lob oder Kritik zu bekommen aber ich kann niemandem vorschreiben wie er meine Texte zu interpretieren hat, das heißt im Umkehrschluss auch, dass es mir egal ist, ob jemand meine Texte scheiße findet. Ich habe das in dem Moment als absolut richtig empfunden, ich finde es ist einer der stärksten Songs auf dem Album. Man muss ja auch nicht, nur weil man sich den Stempel „Punk-Rock“ aufdrückt, gleichzeitig alle Klischees erfüllen die damit einher gehen.

Wird man, wenn man so lang an einem Album arbeitet, experimentierfreudiger, als wenn man zwischen zwei Platten „nur“ 2 Jahre hat?

Fleisch: Wir wollten mehr machen, als wir im Endeffekt gemacht haben. Wir haben gemerkt: Wir wollen wieder zu viel. Hier ein Kinderchor, da ein Klavier... wir hatten das alles aufgenommen, aber dann doch wieder rausgeworfen. Wir haben für uns beschlossen: Zurück zum Anfang. Wir wollen nicht blenden, sondern so authentisch wie möglich sein und nichts auf CD pressen, was wir live nicht genau so abliefern können.

Ihr habt euch 2014 ja bei „Wir verlieren Proberäume. Ihr verliert Musik“ engagiert: Wie seht ihr denn die heutige Lage für Bands in Potsdam?

Fleisch: Also wir haben einen Proberaum (lacht). Seitdem wir und viele andere Bands in diesem Haus sind, ist das Thema für mich nicht mehr so präsent. Potsdam ist voll, es gibt sehr wenige bis keine freien Proberäume, an dieser Situation hat sich nichts geändert. Diese Hürden sind aber auch unüberwindbar, wenn man sich nicht 24 Stunden am Tag um so ein Projekt, wie neue Proberäume zu schaffen, kümmern kann. Hinzu kommt, das viele Bands nur ein oder zwei Jahre existieren und sich dann auflösen. Das macht es schwierig, dauerhafte Mietverträge abzuschließen.

Habt ihr eine Potsdamer Lieblingslocation?

Fleisch: Ja. Ich habe in Potsdam glaube ich in allen Clubs gespielt die es gibt. Meine Potsdamer Lieblingslocation ist definitiv der Club Charlotte, weil es da total schön ist und sich mit den Betreibern über die Jahre eine Freundschaft entwickelt hat. Das ist unser Potsdamer Wohnzimmer. Wir hätten für die Record Release Party auch eine größere Location wählen können, es haben sich viele Leute angekündigt und so riesig ist der Club Charlotte ja nicht. Aber das ist uns egal. Wir wollen nicht woanders hin. Das ist auch eine Danksagung an diesen Club, die haben uns von Anfang an so genommen wie wir sind. Seit 2009 spielen wir traditionell unser Jahresabschlusskonzert dort.

Wie ist es denn für euch in eurer Heimat auf der Bühne zu stehen?

Fleisch: So ein Heimspiel ist immer stressig, ich habe das Gefühl, dass die Leute hier mehr erwarten. Du hast zwar die gleichen Gesichter, aber immer auch Neue, von denen du nie gedacht hättest, das die zu dir aufs Konzert kommen. Aber auch ich erwarte von Potsdam immer viel mehr.

Seid ihr in Potsdam aufgeregter?

Fleisch: Ich ja! Die anderen glaube ich nicht. Für mich ist es auf jeden Fall anstrengender zu Hause zu spielen. Ich erwarte von mir meiner Band, dass wir zu Hause ein top Konzert abliefern. Der Anspruch ist da einfach höher.

Das Jahr ist ja jetzt fast vorbei – eure Pläne für 2016?

Fleisch: 2016 steht in erster Linie im Zeichen des Livekonzerts, wir werden viele Konzerte spielen. Vielleicht spielen wir Ende August beim „Umsonst und Draußen“, ansonsten wird’s nächstes Jahr in Potsdam keine Konzerte geben. Wer uns sehen will, der sollte in den Club Charlotte kommen!

Interview: Friederike Steemann

Von Friederike Steemann

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg