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Potsdam Vorlese-Aktion geht mit Besuch der Autorin zu Ende
Lokales Potsdam Vorlese-Aktion geht mit Besuch der Autorin zu Ende
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00:21 20.03.2019
Niemand kennt das Werk besser als die Autorin, Terézia Mora, selbst. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Zum Abschluss der Vorleseaktion „Potsdam liest ein Buch“ kam die Autorin selbst: Terézia Mora hat am Sonntag in der Reithalle des Hans Otto Theaters aus ihrem Kurzgeschichtenband „Die Liebe unter Aliens“ vorgelesen. Seit Januar haben die Potsdamer in insgesamt 17 Lesungen das Werk kennengelernt. Die MAZ hat die Aktion präsentiert.

Intendantin will Reihe fortsetzen

Die Intendantin des Hans Otto Theaters, Bettina Jahnke, zeigt sich am Rande der Final-Lesung begeistert von der Reihe: „Es war eine ganz wunderbare Idee von meinen Kolleginnen, das wieder aufleben zu lassen“, sagt sie. Die Idee zu „Eine Stadt liest ein Buch“ stammt ursprünglich aus den USA. Ende der 1990er Jahre gingen dort erstmals literarische Werke auf Lesereise durch eine Stadt, schnell schwappte das Konzept nach Europa. In Potsdam wurde schon 2002 einmal stadtweit gelesen, doch eine feste Institution wurde das Vorlesen nicht. Das will Bettina Jahnke nun aber ändern. „Ich finde, das schreit nach einer Fortsetzung“, sagt die Intendantin.

Die fünf Buchpaten Marion Mattekat, Carsten Wist, Antje Rávic Strubel, Hendrik Röder und Karin Graf Quelle: Bernd Gartenschläger

 

Am Anfang stehen in der Potsdamer Variante fünf Buchvorschläge, die von lokalen Literaturexperten eingebracht werden. Die Chefin der Stadt- und Landesbibliothek Marion Mattekat, der Buchhändler Carsten Wist, die Potsdamer Autorin Antje Rávik Strubel, Henrik Röder vom Brandenburgischen Literaturbüro und Karin Graf vom Literaturfestival LIT:Potsdam hatten diese Patenrolle für fünf Werke übernommen.

Knapper Vorspung für „Die Liebe unter Aliens“

Knapp Tausend Potsdamer beteiligten sich an der anschließenden Abstimmung, Terézia Mora konnte sich denkbar knapp gegen Karen Duves Roman „Fräulein nettes kurzer Sommer“, durchsetzen – nur zehn Stimmen mehr konnte sie verbuchen. „Ich habe von der Nominierung durch Antje Rávik Strubel ehrlich gesagt erst erfahren, als ich schon als Siegerin feststand“, sagt Terézia Mora. „Aber so kann ich eben sicher sein, dass das ehrliche Interesse der Leser die Wahl entschieden hat und nicht, dass ich Freund und Feind mobilisiert habe.“

Terézia Mora, 48, stammt aus Ungarn. Seit 1990 lebt sie in Berlin. Sie schreibt ihre Bücher auf deutsch und ist zugleich eine der wichtigsten Übersetzerinnen für Werke aus dem Ungarischen.

Die Autorin ist vielfach preisgekrönt, zuletzt erhielt sie im Jahr 2018 den renommierten Georg-Büchner-Preis.

Im Geschichtenband „Die Liebe unter Aliens“ erzählt Terézia Mora mit rauer Herzlichkeit von Sehnsüchten und Illusionen in der heutigen Zeit.

Bettina Jahnke sagt, sie sei ein wenig überrascht gewesen von der Entscheidung für den Erzählband. „Ich habe da wirklich nicht mit gerechnet“, sagt sie. „Aber der Zuspruch des Publikums während der Veranstaltungen hat gezeigt, dass es genau das richtige Werk war.“ Sie selbst hat im Bürgerhaus am Schlaatz gelesen. „An einem Donnerstag um 15 Uhr, da dachte ich wirklich, dass ich allein da sitze“, sagt Bettina Jahnke. Tatsächlich war der Raum dann aber gut gefüllt. „Wir haben viele Gäste, die bei zehn und mehr Veranstaltungen waren“, sagt die Chefdramaturgin des Theaters, Bettina Jantzen, die das Leseprojekt von Anfang an begleitet hat. „Das Besondere für mich sind die Begegnungen, ganz klar“, sagt sie.

Viel Vorbereitung fürs Vorlesen

Rosl Luise Schiffmann war sofort Feuer und Flamme, als sie vom Projekt erfahren hat. „Ich habe mich gleich im Herbst als Vorleserin angemeldet und war bei fast allen Veranstaltungen“, sagt die 71 Jahre alte Potsdamerin. Und sie hat an ihrem eigenen Vortrag intensiv gearbeitet: „Vorlesen ist nicht so einfach, man muss sich da wirklich vorbereiten, den Text genau kennen und die Betonungen draufhaben, dann ist man auch nicht so nervös.“

Terézia Moira, die Autorin von „Liebe unter Aliens“ musste sich wohl nicht so sehr einarbeiten. Ein bisschen wehmütig blickt sie am Sonntag aber doch auf die Lesungen zurück. „Ich wäre so gern dabei gewesen, denn viele der Orte und auch die Akteure haben mich brennend interessiert“, sagt sie. Zu gern hätte sie Mäuschen gespielt, wenn im Newsroom der MAZ, im Genuss-Salon von Katrine Lihn oder im Golmer Café Herr Lehmann ihr Buch im Mittelpunkt stand. „Aber ich wollte niemanden aus dem Konzept bringen oder unter Druck setzen, wenn ich da einfach auftauche.“

Von Saskia Kirf

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