Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Potsdam mietet Neubau als Asylbewerberheim an

Neue Flüchtlingsunterkünfte Potsdam mietet Neubau als Asylbewerberheim an

Schnelle Lösungen gibt es in der Flüchtlingskrise nicht. Potsdam hat keine Gebäude mehr verfügbar, die mit geringem Aufwand als Wohnstätte herzurichten sind. Sie kauft deshalb acht Leichtbauhallen für vier verschiedene Standorte, mietet eine neue Wohnanlage an und will ein verlassenes Bürogebäude im Industriegebiet ausbauen.

Voriger Artikel
Potsdam sucht Platz für junge Flüchtlinge
Nächster Artikel
Privater Hausbau: Staatsanwälte entlasten Klipp

In der Straße An den Kopfweiden neben der jetzigen Erstaufnahmeunterkunft an der Heinrich-Mann-Allee werden im Oktober zwei Wohnhäuser fertig und vorerst für 125 Flüchtlinge angemietet.
 

Quelle: Rainer Schüler

Potsdam .  Die Flüchtlingswelle hält an; auch in Potsdam ist das zu spüren. In dieser Woche hat die Stadt bereits 91 Menschen unterbringen müssen, weitere 71 kommen bis zum Wochenende hinzu. „Wir bekommen diese Asylbewerber unter“, versichert Stadtsprecher Jan Brunzlow: „Aber es wird langsam eng.“ Weil es keine Gebäude mehr gibt, die mit wenig Aufwand als Wohnstätten herzurichten sind, kauft die Stadt acht Leichtbauhallen für vier Grundstücke: Die sogenannten Shelter-Hallen sind 30 mal 12 Meter groß und kosten pro Stück 180000 Euro und werden von der Losberger Modular Systems GmbH aus Mannheim geliefert. Zwei werden auf die Fläche der früheren Rewe-Kaufhalle an der Slatan-Dudow-Straße in Drewitz gestellt, die derzeit noch ein Baustellenlager ist für die Sanierung der Wohnhäuser in der Konrad-Wolf-Allee.

So sehen die Leichtbauhallen aus, die Potsdam kauft

So sehen die Leichtbauhallen aus, die Potsdam kauft.

Quelle: Hersteller

 Zwei weitere Hallen kommen auf den Parkplatz zwischen dem Freiland-Gelände und der Friedrich-Engels-Straße; diese Fläche gehört der Energie und Wasser Potsdam (EWP) GmbH und sollte eigentlich verkauft werden. Neben der Sportfläche An der Sandscholle in Babelsberg und neben dem Sportplatz Neu Fahrland am Rehweg werden je zwei Hallen aufgebaut. Der hier genutzte und auch vom Land für die Erstaufnahmestelle Heinrich-Mann-Allee gekaufte Hallentyp nimmt bis zu 49 Menschen auf.

Die Halle hat einen durchgehenden Mittelgang von dem die etwa 5 mal 5 Meter großen Zimmer abgehen; der Sanitärtrakt ist seitlich angebaut. Beheizt werden die Hallen mit Warmluftgebläsen. ZU den Anschaffungskosten kommen Aufwendungen zum Anschluss von Strom, Wasser und Abwasser in nicht genannter Höhe.

Das NCC-Objekt An den Kopfweiden ist eigentlich eine normale Wohnanlage, wird nun aber zunächst als Flüchtlingsunterkunft genutzt

Das NCC-Objekt An den Kopfweiden ist eigentlich eine normale Wohnanlage, wird nun aber zunächst als Flüchtlingsunterkunft genutzt.

Quelle: Rainer Schüler

Eine Gemeinschaftsunterkunft mit 125 Plätzen eröffnet noch im Oktober An den Kopfweiden in der Teltower Vorstadt/Am Schlaatz; hier wird noch heftig gebaut. Die Stadt mietet die Wohnungen für zehn Jahre an. Man sucht einen Betreiber und wird ihn auf einer zweiten Anwohnerversammlung vorstellen.

In der Berliner Straße 79 sollen ab Oktober bis zu 100 Flüchtlinge unterkommen. Die Villa war der Stadt von einem privaten Eigentümer angeboten worden. Angemietet wird sie für fünf Jahre. Für sogar zehn Jahre gemietet, aber nicht die ganze Zeit als Flüchtlingsunterkunft, wird das Haus Berliner Straße 139 an der Kreuzung Humboldtbrücke; es soll aber nicht dauerhaft als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden, sondern auch zur Versorgung sozial bedürftiger Einheimischer. Eröffnet werden soll die Unterkunft für 70 Asylbewerber im Frühjahr 2016. Ein Betreiber wird noch gesucht. Auch dieses Haus war der Stadt von einem Privateigentümer angeboten worden; es muss erst saniert werden.

Im Industriegebiet Drewitz gibt es am Handelshof 18 ein verlassenes, dreistöckiges Plattenbau-Bürohaus, das der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gehört. Bis zu 100 Flüchtlinge können ab März 2016 hier leben; so lange braucht man für die Sanierung und den Einbau von Sanitäreinrichtungen. Die Umbauten aller Objekte bezahlt der Eigentümer. Wieviel die Anmietung privater Gebäude und Flächen kostet, will die Stadt nicht bekannt geben. Die Miete von Wohnungen in den Einrichtungen, die die Landeshauptstadt betreibt, liegen zwischen 6 und 14 Euro pro Quadratmeter im Monat. Das ist billig im Vergleich etwa zum zeitweiligen Containerstandort an der alte Feuerwache in der Werner-Seelenbinder-Straße, wo die Stadt mehr als 50 Euro pro Quadratmeter bezahlen musste.

Das Geld kommt aus dem städtischen Haushalt, in dem für dieses Jahr 6,4 Millionen Euro zur Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen eingeplant sind. 5,1 Millionen davon zahlen das Land und der Bund.

Von Rainer Schüler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg