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Mode aus Israel bei der "Potsdam Now"

Ableger der Berliner Fashion Week in der Schiffbauergasse Mode aus Israel bei der "Potsdam Now"

Israel ist Ende Januar das Partnerland von "Potsdam Now", dem dreitägigen Show-Ableger der Berlin Fashion Week in der Schinkelhalle an der Schiffbauergasse.  Der israelische Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, über Kreativität, "Eye-shopping“, ein Photoshop-Gesetz und die Bedeutung von "Potsdam Now".

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Der israelische Botschafter in Deutschland: Yakov Hadas-Handelsman.

Quelle: Julian Stähle

MAZ : In diesem Jahr werden 50 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen Israel und Deutschland gefeiert. In welchem Kontext steht in diesem Jubiläumsjahr da die Potsdamer Fashion Week mit dem Partnerland Israel?
Yakov Hadas-Handelsma n: Sie steht in einem sehr wichtigen Kontext. Wir bauen ja immer noch die Beziehungen zwischen Israel und Deutschland auf. Das ist wegen der Vergangenheit manchmal auch schwierig. Die Basis wurde vor 50 Jahren gelegt – seit damals erfolgt der Aufbau der Beziehungen. Wir glauben, dass der Ansatz „people to people“ dabei sehr wichtig ist. Das bedeutet, dass die Menschen sich kennenlernen sollen durch Zusammenarbeit. Das ist ein wichtiges Werkzeug, um Israel und Deutschland zusammenzubringen im Hinblick auf eine gemeinsame Zukunft. Mode ist eine wunderbare Brücke. Deshalb freuen wir uns sehr über die neue Potsdamer Fashion Week und hoffen natürlich, dass das erste Mal nicht das letzte Mal war.

Wie hat man sich die Modeszene in Ihrem Land vorzustellen?
Hadas-Handelsman : Israelische Mode ist gut. Israelische Designer stehen für Kreativität und Innovation. Wir sind zwar ein ziemlich kleiner Staat, aber was die Mode angeht, wurde viel erreicht. In der Mode spiegelt sich auch die Identität Israels als Integrationsland. Aus mehr als hundert Ländern sind Juden zugewandert. Diese Mischung mit den vielfältigen Weltanschauungen prägt unseren Staat. Diese unterschiedlichen Einflüsse haben wir in der Musik, beim Essen und eben auch in der Mode. In Israel gibt es zwei sehr gute Modeschulen: das Shenkar College in der Nähe von Tel Aviv und die Bezalel Akademie für Kunst und Design in Jerusalem. Außerdem gibt es zahlreiche gute weibliche sowie männliche Models in Israel; die wichtigste und bekannteste unter ihnen ist natürlich Bar Refaeli.

Gibt es irgendwelche Besonderheiten?
Hadas-Handelsman : Israel war ein Pionierland. Wir waren die ersten, die zwei neue Gesetze gebilligt haben. Das eine ist das Photoshop-Gesetz. Jedes Bild, das vor dem Druck bearbeitet wurde, muss gekennzeichnet werden. Das zweite Gesetz legt fest, dass nur Models gebucht werden dürfen, die einen bestimmten Body-Mass-Index nicht unterschreiten. Die jungen Frauen sollen nicht wie Hasen sein, die nur Blätter essen!

Junge Israelis aus dem Kreativbereich zieht es auch immer öfter nach Berlin. Ist das auch im Bereich Mode so?
Hadas-Handelsman : Absolut. Meine Frau erzählt mir öfters, dass sie beim Bummeln Läden von jungen israelischen Designern entdeckt hat. Und vor einigen Jahren lernte ich ein sehr interessantes deutsch-israelisches Start-up kennen, welches eine Software entwickelt hat, die die Körpermaße einer Person mit einer Webcam erfasst und den Benutzern Kleidergrößen bei Online Modeshops empfiehlt, damit die Kleider auch richtig passen – sozusagen eine Art virtuelle Anprobekabine. Sie waren erfolgreich und hatten schon Standorte bei Berlin, in Tel Aviv und New York.

Potsdam ist im Vergleich zu Berlin ja sehr klein. Wird es in Israel trotzdem wahrgenommen?
Hadas-Handelsman : Durchaus. Das hat verschiedene Ursachen. Ein Grund sind die vielfältigen wirtschaftlichen und universitären Beziehungen zwischen unserem Land und Brandenburg. So unterhält das Hasso-Plattner-Institut eine Forschungseinrichtung in Israel, Verbindungen gibt es auch zwischen der Universität Potsdam mit der Jüdischen Theologie und dem Abraham-Geiger-Kolleg und der Universität in Tel Aviv. Für israelische Touristen ist Potsdam sehr attraktiv. Ich selbst komme sehr oft an den Wochenenden oder in meiner Freizeit mit meiner Familie und mit Bekannten, um durch die Innenstadt zu bummeln und die vielen Touristenattraktion zu besuchen. Wir besuchen zum Beispiel gern das Holländische Viertel mit seinen Designergeschäften. Die bieten sehr hohe Qualität, teilweise allerdings auch hohe Preise.

Zum Schluss noch eine private Frage. Gehen Sie gern shoppen oder ist es eine lästige Pflicht, die Ihnen Ihre Frau abnimmt?
Hadas-Handelsman : Eine Pflicht ist es natürlich auch, weil man ja nicht nackt gehen kann, aber es ist keine lästige Pflicht. Wenn man Kleidung einkauft, ist das ja nicht so wie der Gang in den Supermarkt, wo man sich als Familie auch einmal abwechselt. Sondern es ist etwas sehr Persönliches. Ich gehe gern shoppen, wenn ich Zeit habe und genügend Geduld. Meine Frau begleitet mich dann manchmal, so wie auch zur Eröffnung von „Potsdam now“ in der Schinkelhalle an der Schiffbauergasse. Da werden wir dann „Eye-shopping“ machen, also mit den Augen einkaufen.

Interview: Ildiko Röd

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