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Potsdam plant 21 neue Radwege

Radverkehrskonzept Potsdam plant 21 neue Radwege

Radfahren ist in Potsdam in den vergangenen Jahren deutlich besser geworden. Doch noch immer sind viele Bürgerwünsche offen. Darum hat die Stadtverwaltung ein weiteres Radkonzept vorgelegt – die MAZ beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

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Nicht Teil des Radkonzepts, aber wichtig: In Drewitz öffnete am Dienstagabend die nächste Radverleihstation von Nextbike – an der Haltestelle Hans-Albers-Straße. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD, 3.v.l.) radelte mit.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. 2008 hatte die Stadtpolitik ein Radverkehrskonzept beschlossen, dessen Umsetzung sich nun dem Ende zuneigt. Deshalb soll im nächsten Jahr dessen Fortschreibung von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden. Die MAZ beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

Wozu bedarf es denn einer Fortschreibung?

Das alte Konzept ist bereits jetzt acht Jahre alt, beim Beschluss der Fortschreibung werden es sogar neun Jahre sein. Das meiste, was man sich 2008 vornahm, ist umgesetzt, jetzt gilt es, in die Zukunft zu schauen, Erreichtes zu sichern und Lücken zu schließen.

Was sind denn die größten Baustellen beim Radverkehr?

Fragt man die Bürger und den Radverband ADFC, wie es am Montagabend zum Auftakt der öffentlichen Auslegung des Konzepts geschah, so fehlen vor allem Radabstellplätze – nach wie vor am Hauptbahnhof, aber auch am Alten Markt und in Wohngebieten wie Potsdam West –, dann sind viele Radwege noch zu eng, gerade angesichts von Pedelecs und Lastenrädern, deren Verwendung in den letzten Jahren stark zunahm. Schließlich gibt es immer wieder Detailkritik an einzelnen Wegen oder Unfallschwerpunkten wie dem Nauener Tor.

Und wie will man dem nun begegnen?

Zunächst einmal ließ die Verkehrsverwaltung unter dem Radverkehrsbeauftragtem Thorsten von Einem sämtliche Wege von Gutachtern befahren und unter verschiedenen Gesichtspunkten bewerten. Heraus kamen mehr als 250 Maßnahmenblätter, die in der Verwaltung zusammengefasst und priorisiert wurden.

Was sind die Prioritäten im Entwurf der Fortschreibung?

Im Neubau sollen vor allem zwei Radschnellwege nach Stahnsdorf und in Richtung Werder entstehen, dort ist aber als erstes die Brücke zu ertüchtigen. Schließlich will die Stadt die Radabstellanlagen verbessern: Noch in diesem Jahr am Bahnhof Charlottenburg, im Folgenden an den Bahnhöfen Griebnitzsee, Babelsberg, Park Sanssouci und an der Südseite des Hauptbahnhofes, schließlich in der Innenstadt und an den Campus Jungfernsee und Fachhochschule.

Der Entwurf des Radverkehrskonzepts liegt bis zum 14. Oktober öffentlich aus, etwa in der Hegelallee 6–10, Haus 1 oder im Internet unter www.potsdam.de/beteiligung.

Wer Anregungen oder Wünsche hat, kann vor Ort ein Formular ausfüllen oder dieses an radverkehr@rathaus.potsdam.de senden. Alle Wünsche, die bis zum Stichtag eingehen, werden abgewogen und gegebenenfalls in das Konzept eingearbeitet.

Im ersten Quartal 2017 soll der Entwurf dann so weit qualifiziert sein, dass er öffentlich in der Stadtverordnetenversammlung diskutiert werden kann.

Nach einer Runde durch die Fachausschüsse rechnet die Stadt mit einem Beschluss bis zum Sommer 2017.

Und wer bezahlt das alles?

Am Ende die Stadt. Da Potsdam in Sachen Fahrradinfrastruktur ambitioniert ist und gern vom vierten Platz deutschlandweit in die Medaillenränge klettern würde, müssten zur Umsetzung des Konzepts 18 Euro pro Einwohner bereitgestellt werden. Derzeit sind es zwölf Euro. Die Entscheidung darüber trifft die Politik, es ist aber durchaus an den Radlern der Stadt, das Konzept ihren Abgeordneten zur Zustimmung zu empfehlen.

Entspricht der Ausgabenanstieg denn dem realen Bedarf?

Davon darf ausgegangen werden. Nach Verkehrszählungen hat sich die Zahl der Radbewegungen, gezählt an den Potsdamer Brücken seit 2000, um 20 Prozent gesteigert. 18 Euro pro Kopf gelten zudem als „nationaler Standard“ in der Radfinanzierung, so Torsten von Einem.

Potsdam ist eine ziemlich radunfallträchtige Stadt, wenn man der Statistik glauben darf.

Nein, die Unfallzahlen liegen voll im Bundesdurchschnitt. Es steht aber im Entwurf, dass acht Unfallschwerpunkte entschärft werden sollen, etwa an der Rückertstraße Ecke Marquardter Chaussee, an der Breiten Straße/Zeppelinstraße, an der Zeppelinstraße/Luisenplatz und an der Friedrich-Ebert-Straße/Gutenbergstraße. Das Nauener Tor und die Ecke am Schloss stehen indes (noch) nicht im Konzept.

Wird auch noch neu gebaut?

Ja, laut Konzept etwa an der Ketziner Straße zwischen Straße des Friedens und Fahrländer Chaussee, an der Marquardter Straße zwischen Fahrland und der B 273, an der Potsdamer Chaussee zwischen Berlin und Groß Glienicke, in der Tschudistraße zwischen Am Wiesenrand und Krampnitz.

Von Jan Bosschaart

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