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Potsdam plant neue kostenpflichtige Parkzonen

Parkplatznot Potsdam plant neue kostenpflichtige Parkzonen

In Potsdam soll es bald neue, kostenpflichtige, Parkzonen geben. So sollen vor allem Berufspendler davon abgehalten werden, mit dem Auto anzureisen und ganztägig Parkplätze zu blockieren, die dann Bewohnern und Kunden nicht mehr zur Verfügung stehen.

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Breiter Konsens beim Potsdamer Haushalt

Auf der östlichen Seite der Straße Am Kanal – hier der Blick Richtung Kellertorbrücke – will die Stadt künftig Parkgebühren erheben.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Innenstadt. Die Stadt Potsdam will die Parkraumbewirtschaftung auf weitere Bereiche der Innenstadt und der Teltower Vorstadt erweitern. Konkret geht es um den östlichen Bereich der Straße Am Kanal zwischen der Einfahrt in die Burgstraße und der Kellertorbrücke an der Heilig-Geist-Straße. „Mit Beginn des zweiten Halbjahres sind hier Parkscheinautomaten und auch Anwohnerparken geplant“, so Stadtsprecher Markus Klier. Derzeit befindet sich hier ein kostenfrei nutzbarer Parkplatz, der insbesondere von Anwohnern sowie Mitarbeitern des Stromversorgungsunternehmens Eon Edis ausgiebig genutzt wird.

Einst verlief an dieser Stelle der Stadtkanal, der unter König Friedrich Wilhelm I. ab 1722 ausgebaut, jedoch ab 1962 wieder zugeschüttet wurde. Bestrebungen nach der Wende, dem Wasserlauf neues Leben einzuhauchen, führten ab 1999 zur Wiedergewinnung eines längeren Teilstücks in der Yorckstraße. Ab 2009 wurde ein circa 50 Meter langer Abschnitt von der Havel bis zur Kellertorbrücke rekonstruiert. Derzeit ruht das Projekt aus finanziellen Gründen, der Kanal ist auf der Prioritätenliste der Stadt zurückgestellt worden.

Der Einwohnerparkausweis für ein Jahr kostet 30 Euro

Neben der Straße Am Kanal sind laut Klier „auch die Gebiete Schlaatzweg/Schlaatzstraße (sowie angrenzende Straßen) und der unmittelbar an den Luisenplatz angrenzende Bereich der Brandenburger Vorstadt (Zimmerstraße und Teile der Lennéstraße) für die Einführung der Parkraumbewirtschaftung in diesem Jahr vorgesehen“. Der Einwohnerparkausweis für ein Jahr kostet 30 Euro. Für zwei Jahre sind 50 Euro zu berappen.

Durch die Parkraumbewirtschaftung sollen vor allem Berufspendler davon abgehalten werden, mit dem Auto anzureisen und ganztägig Parkplätze zu blockieren, die dann Bewohnern und Kunden nicht mehr zur Verfügung stehen. Derzeit werden in Potsdam der größte Teil der Innenstadt, Teile der Berliner Vorstadt sowie zentrale Lagen Babelsbergs und der Bereich am Hauptbahnhof bewirtschaftet.

3,1 Millionen Euro flossen durch Parkgebühren ins Stadtsäckel

Für die Kommune sind Parkgebühren eine wichtige Einnahmequelle. 2015 betrugen die Einnahmen 2,88 Millionen Euro, im Vorjahr flossen sogar 3,1 Millionen Euro in das Potsdamer Stadtsäckel. Die Mehreinnahmen seien auf die im März 2016 erfolgte Parkgebührenerhöhung in der inneren Innenstadt zurückzuführen und liegen im erwarteten Rahmen, so Klier. Allerdings sei der gebührenpflichtige Parkplatz in der Helene-Lange-Straße/Ecke Friedrich-Ebert-Straße weggefallen. Dort wird mittlerweile gebaut. Leicht zugenommen haben die Parkverstöße: Im Jahr 2015 wurden 137.147 Knöllchen verteilt, im Vorjahr stieg deren Zahl auf 144 342 an. Die Stadt nahm exakt 1. 711. 203 Euro ein. Im Jahr zuvor waren es sogar 1,76 Millionen Euro.

Von Jens Trommer

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