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Potsdam plant weitere Kreativschmiede

Eröffnung des Kunsthauses im Rechenzentrum Potsdam plant weitere Kreativschmiede

Die bislang verfügbaren Ateliers des Kreativhauses im Potsdamer Rechenzentrum sind ausgebucht. Das gab Stefan Zabarowski, Chef der Betreibergesellschaft SPI, zur Eröffnung bekannt. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bekräftigt, dass die Stadt an Plänen für eine noch größere Kreativschmiede an der Schiffbauergasse festhält.

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Bert Nicke, Geschäftsführer der Pro Potsdam und des Sanierungsträgers, berichtete von Abrissplänen und einer Überraschung.

Quelle: Christel Köster

Innenstadt. Das Kunst- und Kreativhaus im alten Rechenzentrum an der Breiten Straße könnte zum Modellfall für ein vergleichbares, aber noch viel größeres Projekt in Potsdam werden. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bekräftigte am Mittwochabend vor den Stadtverordneten, dass die Stadt daran festhalte, ein ähnliches Künstler- und Gründerzentrum in der Garde-Husaren-Kaserne an der Berliner Straße/Ecke Schiffbauergasse zu etablieren. Auf Nachfrage von Janny Armbruster (Grüne) wies er allerdings darauf hin, dass noch unklar sei, wann die Bundespolizei das Gebäude verlasse. Nach bisherigen Plänen sollte das 2018 mit der Eröffnung des neuen Bundespolizeipräsidiums an der Heinrich-Mann-Allee erfolgen, doch nach Ansicht des Oberbürgermeisters ist dieser Termin kaum zu halten.

Das Kunst- und Kreativhaus im Rechenzentrum, das am Donnerstagabend unter großem Publikumsandrang mit Film, Musik, Tanz und einer Nacht der offenen Ateliers offiziell eröffnet wurde, ist nach Einschätzung des Oberbürgermeisters „ein toller Erfolg“: „Mit der zunächst temporären Nutzung des Rechenzentrums“ sei der Stadt „ein entscheidender Schritt nach vorn in der kommunalen Raumpolitik für Kreative gelungen“. Auf Nachfrage von Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg zu einer Nutzung über die erste Drei-Jahres-Frist hinaus verwies Jakobs vor den Stadtverordneten auf das laufende Bürgerbeteiligungsverfahren zu Garnisonkirche, Rechenzentrum und Plantage. Er fügte hinzu: „Ich würde mir wünschen, dass das so lange genutzt wird, wie es geht.“

Eine längerfristige Nutzbarkeit des Rechenzentrums ist das erklärte Ziel der Kulturlobby, deren Vertretern Kristina Tschesch, André Tomczak und Elias Franke in einer ganzen Reihe von Eröffnungsreden vor mehreren hundert Gästen das letzte Wort eingeräumt wurde. Die Kulturlobby, die mit einer monatelangen Protestkampagne auf die dramatische Verknappung bezahlbarer Ateliers und Probenräume in der Landeshauptstadt hinwies, gilt als einer der wichtigsten Wegbereiter für das neue Kreativhaus in der Innenstadt.

Bert Nicke, als Geschäftsführer des Sanierungsträgers Potsdam in der Vermieterrolle, berichtete von einem Anruf des Oberbürgermeisterbüros im Februar, der alles verändern sollte. Eben noch habe man den Abriss des Rechenzentrums vorbereitet, nun kam der Auftrag, die Einrichtung eines Kreativzentrums vorzubereiten.

Kunstadressen im Vergleich

Das Kunst- und Kreativhaus im alten Rechenzentrum wird bei voller Auslastung mit insgesamt 5000 Quadratmetern Nutzfläche die größte Einrichtung dieser Art in Potsdam sein. Der komplette Bezug wird aber erst möglich, wenn die bisherigen Nutzer das Haus verlassen haben. Nach neuesten Informationen kann das noch bis September 2016 dauern.

Hält die Stadt an ihren Plänen fest, könnte mit dem Gebäude der Garde-Husaren-Kaserne an der Berliner Straße/Ecke Schiffbauergasse noch eine weitaus größere Kreativschmiede entstehen: Dort könnten mehr als 8000 Quadratmeter zur Verfügung stehen.

Aus Sicht von Kultur- und Wirtschaftsplanern wäre das Kunsthaus in der Garde-Husaren-Kaserne eine perfekte Ergänzung des benachbarten Kultur- und Erlebnisquartiers Schiffbauergasse, auf dem es trotz ursprünglicher Pläne kaum Arbeits- und Probenmöglichkeiten für bildende Künstler und Musiker gibt.

Zum Vergleich: Der bislang größte Standort für Kunstproduktion in Potsdam, die alte Waldschule in Groß Glienicke, hat rund 2200 Quadratmeter Platz für Ateliers und anderen Künstlerwerkstätten. 1300 Quadratmeter davon werden von der Ateliergemeinschaft Neue Panzerhalle genutzt.

Laut Stefan Zabarowski, Landeschef der mit der Projektsteuerung beauftragten Stiftung SPI, sind alle bislang verfügbaren Büros und Ateliers an insgesamt 90 Nutzer vermietet. Im kommenden Jahr solle neben anderem eine Lösung für Bands gefunden werden, deren Probenräume eine spezielle Schallisolierung brauchen. Anja Engel, die Projektleiterin des neuen Kreativhauses, zitierte ein Kinderbuch: „Wer sich tummelt, erreicht sein Ziel.“ Sie stellte sichtlich erfreut fest, dass sich im Rechenzentrum sehr viele Menschen tummeln.

Von Volker Oelschläger

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