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Potsdam rettet Lebensmittel

Zu gut für die Tonne! Potsdam rettet Lebensmittel

Jährlich wandern aus Privathaushalten 82 Kilogramm Lebensmittel pro Person in der Tonne, das ist jedes achte Lebensmittel, das wir kaufen. Auf der anderen Seite gibt es immer weniger Lebensmittelspenden für Bedürftige. Am 4. Juni startet in Potsdam die Aktion „Potsdam rettet Lebensmittel“.

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Für die Bedürftigen können die Tafeln immer weniger Lebensmittel anbieten – Aktionstag am 4. Juni.

Quelle: dpa

Potsdam. Weniger Lebensmittelspenden für immer mehr Bedürftige. Auf diese Kurzformel lässt sich das Dilemma der Potsdamer Tafel bringen. „Wir haben ein Mengenproblem“, sagt Vereinschef Johannes Wegner. Deshalb dürfen sich Kunden nur noch einmal in der Woche versorgen. Laut Wegner werden täglich durchschnittlich 1000 Kilogramm Waren umgesetzt.

Der 1998 gegründete Verein betreibt drei Ausgabestellen: in der Schopenhauerstraße, in der Drewitzer Straße sowie in Teltow. Pro Woche nehmen mehr als 1000 Bedürftige die Hilfe in Anspruch. Unter ihnen haben sich im vergangenen Jahr rund ein Drittel Flüchtlinge befunden. Der Handel reiche weniger Spenden aus, etwa bei Milchprodukten, die vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums inzwischen zu reduzierten Preisen verkauft werden.

„Wertschätzung für Lebensmittel wieder steigern“

Die Potsdamer Tafel unterstützt den vom Bundeslandwirtschaftsministerium initiierten Aktionstag „Potsdam rettet Lebensmittel“ am 4. Juni auf dem Luisenplatz. Jährlich wandern aus Privathaushalten 82 Kilogramm pro Person in der Tonne. „Wir wollen die Wertschätzung für Lebensmittel wieder steigern“, sagt Marie-Luise Dittmar, Referentin aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium. Dass jedes achte Lebensmittel, das gekauft wird, im Müll landet, sei „ethisch, ökologisch und ökonomisch nicht vertretbar“.

Aufklärung nötig

Zwei Drittel der weggeworfenen Lebensmittel – wie der Joghurt mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatums – könnte man noch essen. Die Altersgruppe der bis 40-Jährigen seien die größten Verschwender, so Marie-Luise Dittmer. Man müsse aufklären: „Bei der Mülltrennung hat es auch funktioniert.“ Sie verwies auf die App aus dem Ministerium. Dort kann man in mehr als 350 Rezepten von Sterne- und Hobbyköchen sowie Promis für die kreative Resteküche stöbern.

Die App lässt sich kostenlos unter www.zugutfuerdietonne.de/app herunterladen. Auch das Potsdamer Convivium des Vereins Slow Food Deutschland, der sich für biologische Vielfalt und nachhaltige Lebensmittelproduktion einsetzt, lädt am 3. Juni zu einer „Erntetour rund um Potsdam“ ein, bei der Landwirtschaft praktisch erfahrbar werden soll.

Von Ricarda Nowak

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