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Potsdam rüstet sich für den Winter

Stadtentsorgung hat sich mit tonnenweise Streusalz eingedeckt Potsdam rüstet sich für den Winter

Der Winter kann kommen; die Stadtentsorgung (Step) ist vorbereitet. Trotz lauen 18 Grad am Dienstagmittag stand auf dem Betriebshof an der Drewitzer Straße die Armada der Einsatzfahrzeuge bereit zum Kampf gegen Eis und Schnee.

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Die Streufahrzeuge holen sich ihr Salz aus Silos; das Befüllen mit Salz und Sole geht sehr schnell, das Nachfüllen der Silos auch.

Quelle: Rainer Schüler

Potsdam. Das Salzsilo ist schon fast voll; 150 Kubikmeter passen hinein, 180 Tonnen Transportgewicht. Erst am Morgen war ein 25-Tonnen-Laster da, aus dem das Salz durch ein Rohr ins Silo hoch geblasen wurde und es von oben füllte. "Das Befüllen der Streufahrzeuge geht unterm Silo hier viel schneller als in Salzhallen, wo das Salz in Bergen lagert und mit Radladern aufgeladen wird", sagt Straßenreinigungs- und Winterdienstchef Wolfgang Haar: "Nur sieht man in den Hallen schneller, wenn's knapp wird mit dem Salz."

Aber es gibt ja noch zwei weitere Großsilos: eins ganz in der Nähe, auf dem städtischen Bauhof im Buchhorst, und eins am Kompostplatz im Lerchensteig von Nedlitz. So wird der Potsdamer Winter aus dem Norden und dem Süden zugleich bekämpft.

Alle Einsatzpläne sind aufgestellt und abgestimmt, alle Belehrungen und Einweisungen erledigt. Im Ernstfall muss man nur die Kombi-Fahrzeuge von Straßenreinigung auf Winterdienst umbauen; das ist in einer Stunde machbar, sagt Haar. Einigen Veteranen unter den Winter-Lastern bleibt das allerdings erspart; sie schaffen keine Ganzjahresdienste mehr und haben ihre Wintertechnik längst "geschultert". MW01 zum Beispiel wartet jetzt schon auf den Schnee. Er ist Baujahr 1991; Haar selbst hat ihn einst als Müllfahrzeug gelenkt. Wehmut fühlt er trotzdem nicht, dafür Stolz auf die Neuzugänge: Zwei MANs, die kehren können oder streuen.

Zehn Fahrzeuge sind die Regeltruppe für den Winter; dank Umrüstung können es auch 20 werden. Paarweise sind sie im Einsatz; der Räumer mit dem Schiebeschild vornweg, der Streuer hinterdrein. Binnen drei Stunden muss das festgelegte Straßennetz einmal gestreut sein; 25 Tonnen Salz sind dann verbraucht.

"Wir nehmen faktisch immer Salz", sagt Haar, "gemischt mit Sole". Feuchtsalz lässt das Streusalz haften auf der Fahrbahn, "sonst hüpfen die Salzkristalle auf der Straße rum", feixt Haar. Seltener wird Split genutzt, wenn Salz knapp wird etwa oder sinnlos ist: "Wo schon dickes Eis ist, nutzt auch das Salz nichts; das taut dann nichts mehr auf", sagt Haar: "Bei Rohrbrüchen haben wir das, wenn die Straße überflutet war. Am dringendsten ist dann die Abstumpfung, eben mit Split." Sand werde gern von Hauseigentümern benutzt: "Aber das macht oft nur Modderpampe."

Dass der Berliner Winterdienst viel besser ist als der in Potsdam, lässt Haar nicht gelten. "Im Hauptnetz ist das vielleicht so, aber auf den Nebenstraßen nicht. Ihre Radwege sehen schlimm aus, und an den Bushaltestellen gibt's oft nur Trampelpfade." Angst vor Winter kennt Haar nicht: "Schlimmer als 2010 kann es kaum werden. Da hatten wir den meisten Schnee seit ewig." Den längsten Winter gab's 2012, da ging der Stress bis zum April. "1978/79 war es vielleicht noch schlimmer als in diesen beiden Jahren", erinnert Haar sich: Damals musste die Armee in Mecklenburg die Panzer schicken, um Bahnlinien und Straßen freizuschieben. Hubschrauber flogen Menschen in die Kliniken.Von Rainer Schüler

Zum Winterdienst der Step

Die Stadtentsorgung Potsdam (Step) hat einen Winterdienstvertrag bis zum Jahr 2020.

Die Verträge mit den Salzlieferanten sind langfristig.

Bei höherem Verbrauch als absehbar, kann binnen 48 Stunden nachgeordert werden.

Die erste komplette Salzlieferung für den kommenden Winter wird diese Woche abgeschlossen.

Die beiden neuen Fahrzeuge wurden nicht eigens für den Winterdienst beschafft: Sie sind meist im Kehreinsatz, können aber schnell mit Schiebeschild, Salzbehälter und Streuteller ausgerüstet werden.

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