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Potsdam Potsdam setzt auf Radler
Lokales Potsdam Potsdam setzt auf Radler
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08:59 23.10.2013
Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

50 Vorschläge für den Verkehr in Potsdam und Potsdam-Mittelmark haben Oberbürgermeister Jann Jakobs, Vize-Landrat Christian Stein und die Bürgermeister der Gemeinden Michendorf, Schwielowsee, Nuthetal, Stahnsdorf und Werder am Dienstag präsentiert.

Primär gibt es Vorschläge für mehr Parkplätze, Radwege und zusätzliche Busse. Als „mittel“ bis „niedrig“ wird der Nutzen eines Ausbaus des Straßenbahnnetzes bewertet, darunter die Verlängerungen der Tram bis Saarmund und bis Geltow sowie die Einführung von Regio-Bahnen – also Straßenbahnen, die auf DB-Gleisen ins Umland fahren.

Sinnbild für den Potsdamer Verkehr: Die alten Tatra-Bahnen müssen weiterfahren, weil der ViP gar nicht genug neue Bahnen hat angesichts der wachsenden Fahrgastzahlen. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Maßnahmeliste sei kein Verkehrskonzept, sondern ein Zwischenergebnis der Arbeitsgruppe Verkehr, die seit März in neun Sitzungen tagte, so Jakobs. Ihr Entwurf solle Grundlage für die Gremien und Ausschüsse der Stadt und des Kreises sein. Die gesammelten Vorschläge würden nun erst einmal „auf ihre Realisierbarkeit hin geprüft“.

Oberste Priorität auf der Liste haben neue Park-and-Ride-Plätze innerhalb und außerhalb Potsdams, vor allem an den Bahnhöfen Pirschheide, Park Sanssouci und Michendorf – am überlaufenen Knotenpunkt Michendorf etwa sollen bis zum Frühjahr 36 Parkplätze entstehen. Der Nutzen von Verbesserungen für radelnde Pendler wird in dem Papier ebenfalls als „hoch“ eingestuft. „Fahrradabstellplätze sollen insbesondere dort eingerichtet werden, wo Bushaltestellen ein weiträumiges Einzugsgebiet abdecken“, heißt es. Das freut Ute Hustig, die Bürgermeisterin von Nuthetal: „Wir sind eine starke Radlergemeinde, nach Potsdam orientiert.“

An fünfter Stelle auf der Liste rangiert die Idee, den Regionalexpress 1 für die vielen Pendler zwischen Werder, Potsdam und Berlin mit zusätzlichen Wagen zu bestücken. Bezahlen müsste das Land.

Auch unter den Top-Ten-Vorschlägen: ein Schnellbus von Teltow zum Flughafen BER sowie die S-Bahn-Verlängerung von Teltow über Stahnsdorf nach Berlin-Wannsee – zahlen müsste das Unternehmen S-Bahn. Der Vorschlag gilt aber – wegen der hohen Kosten – als kaum umsetzbar.

„Die Einführung des TKS-Bussystems (Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf) wird gut angenommen und demonstriert die Bereitschaft der Bevölkerung, auf den Nahverkehr umzusteigen“, sagte Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers. Sein Werderaner Amtskollege Werner Große witzelte: „Das Beste wäre, Werder und Potsdam durch eine U-Bahn zu verbinden.“

Potsdams Stadtoberhaupt Jann Jakobs und Vize-Landrat Christian Stein unterschrieben eine Absichtserklärung zur Gründung einer Mobilitätsagentur – eine gemeinsame Service-Einrichtung von Stadt und Kreis, die Werbung für verknüpfte Verkehrsangebote machen soll, von Bussen über Bahnen bis zu Radverleih und Car-Sharing. Ende 2014 soll die Agentur ihre Arbeit aufnehmen. Auch eine Nahverkehrs-App für Smartphones ist in Arbeit.

Was für die Verkehrs-Arbeitsgruppe hohe Priorität hat

Bus und Bahn:

  • Aus- und Neubau von Park-and-Ride-Parkplätzen an Schnittstellen mit dem Bus- und Bahnverkehr innerhalb und außerhalb Potsdams. Abstimmung mit den Nachbargemeinden ist nötig. Insbesondere die Einrichtung solcher Parkplätze an den Bahnhöfen Park Sanssouci, und Michendorf.
  • Einrichtung von Fahrradabstellplätzen an stark frequentierten Haltestellen in Potsdams sowie in Städten und Gemeinden des Landkreises.
  • Prüfung und Planung der „Stammbahn“ und des Ringschlusses der S-Bahn von Teltow über Stahnsdorf, Südwestkirchhof (Friedhofsbahn) nach Berlin-Wannsee.
  • Verbesserung der Anbindung BER durch Entwicklung eines Umsteigepunktes in Saarmund.
  • Errichtung einer Schnellbus-Linie aus der Region Teltow, Kleinmachnow und Stahnsdorf zum BER.
  • Taktverdichtung der Buslinie 631 oder zusätzliche Linie, eventuell als Schnellbus, im Berufsverkehr.

•••

Radverkehr:

  • Bau eines Radwegs zwischen Saarmund und Langerwisch.
  • Freigabe des Radwegs am Bahnübergang Rehbrücke in zwei Richtungen.
  • Verbesserung der Verkehrsführung in der Heinrich-Mann-Allee zwischen Leipziger Dreieck und Bahnhof Rehbrücke.
  • Neubau einer Fußgänger- und Radfahrer-Brücke nach Werder parallel zur Eisenbahnbrücke.
  • Rad-Schnellroute von Werder nach Potsdam.
  • Neuanlage und Verbesserung vorhandener, unbefestigter Wegeverbindungen am Nord- und Südufer des Teltowkanals für den durchgehenden Radverkehr.
  • Verbesserung der Verbindung zwischen Potsdam-Babelsberg und Stahnsdorf als Teil einer möglichen Rad-Schnellverbindung Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf-Potsdam.

•••

Sonstiges:

  • Errichtung einer Mobilitätsagentur als Informations- und Beratungsangebot.
  • Herstellung eines Faltblatts als Information für Firmen und Lastwagen-Fahrer zu bevorzugten Fahrrouten im Stadtgebiet von Potsdam und den Nachbargemeinden.
  • Ausweitung der Gebührenpflicht für Parkplätze in Potsdam. Außerdem: Größere Arbeitgeber sollen für ihre Betriebsparkplätze Gebühren kassieren „im Rahmen eines betrieblichen Mobilitätsmanagements“.
  • Verbesserung der Verbindung zwischen Potsdam und Caputh durch Erneuerung der sehr schadhaften Betonfahrbahn.
  • Prüfung der Lkw-Führung zum Gewerbegebiet Posdam-Süd aus Richtung Westen zur Vermeidung von Durchgangsverkehr – zur Entlastung von Werder, Geltow und Potsdam.

Von Michaela Grimm

AUF EIN WORT

Aufs Gleis!

Die jüngsten Verbesserungsvorschläge für den Nahverkehr machen deutlich: Potsdams Verwaltung unterschätzt das Verkehrsmittel Straßenbahn. Tram-Vorhaben werden als minder-wichtig eingestuft. Dabei weiß jedes Kind: Busse stehen genauso im Stau wie andere Autos. Sie pusten Feinstaub und Abgas in die Luft, wo doch mit der Straßenbahn eine saubereAlternative vorhanden ist. Potsdam mit seinen zwei Havelbrücken ist prädestiniert für den von Staus unabhängigen Schienenverkehr. Eine Tram-Expansionsstrategie ist aber nicht zu erkennen, man verwaltet den Ist-Zustand. Den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung fehlt das Vorstellungsvermögen. Eine Steilvorlage nach der anderen lässt man im Rathaus ungenutzt. Angesichts der nervtötenden Verstopfungen an allen Enden der Stadt hätten viele Bürger Verständnis für Investitionen in ein zukunftsfähiges Schienennetz – doch man flickschustert lieber mit Busspuren und Radwegen herum. Die groß angekündigte Verkehrsagentur ist nur ein Placebo, ein PR-Gag. Die Wirklichkeit sieht so aus: Es ist heute schon schwer, in der Straßenbahn einen Sitzplatz zu bekommen, die Passagierzahl steigt um zwei Prozent im Jahr. Eigentlich müsste man die vorhandenen Triebwagen verlängern, Takte verdichten und langfristig das tun, was andere Städte mit viel Erfolg praktizieren: Die Trams auf DB-Trassen ins Umland rollen lassen. Die Mehrheiten für einen solchen Systemwechsel müssten Politiker organisieren. Doch die haben es bislang verpasst, die Weichen für die Zukunft zu stellen.

Ulrich Wangemann

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