Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Potsdam soll eine Stadt für alle werden
Lokales Potsdam Potsdam soll eine Stadt für alle werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:35 01.06.2016
Anwalt Felix Tautz, Oliver Käding von der Einzelfallhilfe-Manufaktur und Alexander Wietschel vom Iron treten für eine inklusive Stadt ein. Quelle: Nadine fabian
Anzeige
Potsdam

Sie wollen mehr sein als Kummerkasten und Meckerrunde. Sie wollen anpacken, die hehre Idee der Inklusion von ihrem Podest heben und mit Leben erfüllen. In Potsdam haben sich Menschen mit und ohne Handicap zum Behindertenpolitischen Stammtisch zusammengefunden – der dazugehörige Verein befindet sich in Gründung.

„Blinde, Rolli-Fahrer, Rheumakranke – gefühlt gibt es in Potsdam für jedes Handicap eine Interessen- oder Selbsthilfegruppe“, sagt Oliver Käding (29), der selbst den Verein Einzelfallhilfe-Manufaktur leitet und den Stammtisch mit ins Leben gerufen hat. Natürlich habe jede dieser Gruppe ihre Berechtigung. Der Stammtisch aber sei für alle da – und wolle für alle gemeinsam streiten. „Um den Gedanken der Inklusion in der Stadt und im Land zu befördern, müssen wir zielstrebiger und konstruktiver arbeiten als bisher und mehr Druck machen“, sagt Käding. „Es wird zwar viel diskutiert – etwa über das Bundesteilhabegesetz und über den Teilhabeplan der Stadt. Aber es kommt nichts Greifbares dabei heraus.“ Unter anderem deshalb wolle man den Kontakt zu den Stadtverordneten aufnehmen, pflegen und Abgeordnete an den Stammtisch lotsen. „Einen behindertenpolitischen Sprecher oder einen Ansprechpartner für Behinderte hat nämlich keine der Fraktionen“, so Käding. Ein Unding, wie er findet. Die Gruppe der Behinderten sei schließlich groß, nicht zu vergessen die chronisch Kranken und Alten, die sowohl beim Gang durch die Stadt – man denke nur an Bordsteine, Treppen, Kopfsteinpflaster – als auch beim Hürdenlauf durch die Bürokratie vor ähnlichen Problemen stehen.

„Behinderung spielt im normalen Leben keine Rolle“, sagt Felix Tautz (39). „Dabei kann es von heute auf morgen jeden treffen.“ Der Anwalt für Sozial- und Zivilrecht sitzt seit einem Badeunfall selbst im Rollstuhl und war vor Kurzem als Referent an den Stammtisch eingeladen. Mehr als einmal habe er erlebt, wie Initiativen von offizieller Seite „einfach abgewürgt“ wurden. „Behinderte müssen mehr Präsenz zeigen“, sagt Tautz. „Ich halte nicht viel davon zu demonstrieren. Oder haben Sie schon mal einen Wirtschaftslobbyisten auf der Straße protestieren gesehen? Wir müssen uns an die Schaltstellen setzen, uns vernetzen.“ Leicht werde das sicher nicht. „Behindertenpolitik hat keinen marktwirtschaftlichen Gegenwert, sie kann nicht verrechnet werden wie zum Beispiel Umweltpolitik“, so Tautz. „Etwas für Behinderte zu tun, ist eine gesellschaftliche Aufgabe, der man sich stellen möchte oder eben nicht.“ Er wünsche sich, dass der Stammtisch viele Menschen mit- und Mauern in den Köpfen einreißt: „Mit der entsprechenden Einstellung würde vieles anders laufen.“

Gegen die Mauern in den Köpfen rennt auch Alexander Wietschel immer wieder an. Klar, dass der Mitbegründer des Iron Roll – dem Rollstuhlrennen, bei dem seit dem Jahr 2013 Menschen mit Behinderung gegen Menschen ohne Behinderung antreten – den Behindertenpolitischen Stammtisch unterstützt. Wenn sich die Runde am 16. Juni mit einem Sommer-Straßen-Fest der Öffentlichkeit präsentiert, ist der Iron Roll in gewohnt provokant-humoriger Manier mit von der Partie.

Sommer-Straßen-Fest

Der Behindertenpolitische Stammtisch Potsdam (BPSP) trifft sich in der Regel am dritten Donnerstag des Monats an wechselnden Orten.

Mit einem Sommer-Straßen-Fest stellt sich der BPSP am 16. Juni vor. Es findet ab 16 Uhr in der Birken- Ecke Große Weinmeisterstraße statt.

Zu erleben sind dann unter anderem ein Iron-Roll-Parcours und Livemusik von Toni Blitzessioni. Auch Potsdams Behindertenbeauftragter Christoph Richter wird zu Gast sein. Es gibt Grillwurst und Getränke.

Zu erreichen ist der BPSP über seine Internetseite www.inkludierbar.de

Von Nadine Fabian

Potsdam 25 Jahre Selbsthilfe in Potsdam - Sekiz-Fest auf der Hermann-Elflein-Straße

Wer in Potsdam eine Selbsthilfegruppe gründen, sich ehrenamtlich engagieren oder einfach nur unter Menschen sein möchte, ist bei Sekiz richtig. Seit 25 Jahren gibt es den Verein und seine Projekte – das wird gefeiert. Am Freitag steigt ein großes Straßenfest in der City. Auf dem Programm stehen ein Film, Talk, eine Auktion und natürlich Live-Musik von jungen Potsdamer Künstlern.

01.06.2016
Potsdam Kradfahrer verliert Kontrolle - Sturz in der Linkskurve

Auf ihren Motorrädern war ein Bruder-Paar am Dienstagnachmittag auf dem Horstweg in Richtung Sterncenter unterwegs. In einer Linkskurve verlor einer der beiden plötzlich die Kontrolle über seine Suzuki. Der 64-Jährige stürzte. Sein älterer Bruder (67) konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr auf. Der Jüngere verletzt sich leicht.

01.06.2016
Potsdam Bahnbauarbeiten zwischen Potsdam und Berlin - Pendlerproblem: CDU sieht Land in der Pflicht

Arbeitnehmern, die zwischen Potsdam und Berlin pendeln müssen, stehen harte Zeiten bevor. Ab 6. Juni wir wie berichtet weiter an der S-Bahnstrecke gebaut. Die CDU sieht auch die Landesregierung in der Pflicht, den Druck auf die Deutsche Bahn AG zu erhöhen.

01.06.2016
Anzeige