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Potsdam stellt Container für Flüchtlinge auf

Wohnstätten für Asylsuchende in der Innenstadt und Pirschheide Potsdam stellt Container für Flüchtlinge auf

Potsdam will nun doch Flüchtlings-Unterkünfte in Containern einrichten. Die Notunterkünfte sollen in der ehemaligen Feuerwache in der Innenstadt sowie in der Pirschheide entstehen. Auch in der Dortustraße sollen Flüchtlinge untergebracht werden.

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Vor der ehemaligen Hauptfeuerwache werden Container aufgestellt.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Die Landeshauptstadt Potsdam gibt ihren Grundsatz, Flüchtlinge ausschließlich in Wohnungen unterzubringen auf und richtet nun doch Unterkünfte in Containern ein. So sollen noch in diesem Monat auf dem Parkplatz der ehemaligen Hauptfeuerwache in der Werner-Seelenbinder-Straße und auf dem Nachbargrundstück der Wasserschutzpolizei in der Pirschheide solche Not-Unterkünfte aufgebaut werden. Die Stadtverordneten befinden am Mittwoch über einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag.

Noch 200 Flüchtlinge muss die Landeshauptstadt in den verbleibenden zwei Monaten des Jahres aufnehmen. "Eine immense Anforderung für eine Stadt, die nicht über Leerstand verfügt", sagt die Sozialbeigeordnete Elona Müller-Preinesberger. Zwar habe man 50 Standorte geprüft. "Aber um sehr schnell sehr viele Plätze für Asylsuchende zur Verfügung stellen zu können und gleichzeitig Zeltstädte und die Nutzung von Turnhallen als Schlafsäle zu vermeiden, kommen wir um die Containerbauweise nicht herum", so Müller-Preinesberger.

Unterkünfte im Bürogebäude

100 Flüchtlinge sollen nun "sehr kurzfristig" in der Pirschheide unterkommen, 40 in der alten Feuerwache. 60 weitere sollen Mitte Dezember in das leerstehende Bürogebäude Dortustraße 45a einziehen, das die Stadt von einem privaten Anbieter anmietet. Für die Anwohner sind jeweils Informationsveranstaltungen geplant, "um im Vorfeld Fragen und unter Umständen Sorgen" aufzunehmen. Die erste Info-Runde, die zur Dortustraße, findet am Donnerstag um 18 Uhr in der Voltaire-Schule statt.

Das Wohnheim in der Dortustraße ist denn auch das einzige der drei geplanten, das längerfristig Bestand haben soll. Die Container sollen indes wieder verschwinden. "Wir werden daran arbeiten, zu Wohnverbünden in der Stadt zurückzukommen", sagt Müller-Preinesberger. Denkbar sei zum Beispiel das Behlert-Karree. "Es ist aber noch nicht spruchreif, wann das sein wird."

Baucontainer als Übergangslösung

Die Container an der Feuerwache sollen höchstens ein halbes Jahr stehen: Es handelt sich um simple Baucontainer, die die Stadt für 95.000 Euro mietet. Für die Pirschheide kauft die Stadt Potsdam von der Stadt Cottbus Wohncontainer mit Gemeinschaftsküche und Gemeinschafts-WC sowie vom Cottbusser Klinikum einen sogenannten Bettencontainer, dessen Zimmer über ein eigenes Bad verfügen. Die Container kosten insgesamt eine Million Euro.

Zwar gibt es vom Land Zuschüsse für die Unterbringung von Flüchtlingen -  9011 Euro pro Person und Jahr sowie einmalig 2300 Euro pro zu schaffendem Platz. Das Geld reicht laut Müller-Preinesberger aber lange nicht aus. So bleibe Potsdam in diesem Jahr auf drei Millionen Euro sitzen, im nächsten Jahr auf fünf Millionen, 2016 auf sechs Millionen. "Wir gehen davon aus, dass die Zahl der Flüchtlinge weiter steigt", so Müller-Preinesberger. Im kommenden Jahr rechne man mit bis zu 500 neuen Asylsuchenden.

Zur Hilfe verpflichtet

  • Die Unterbringung von Flüchtlingen und Asylsuchenden ist eine Pflichtaufgabe. Potsdam muss 5,9 Prozent der im Land Brandenburg ankommenden Flüchtlinge aufnehmen.
  • Im Jahr 2014 muss Potsdam 396 Flüchtlinge unterbringen – 200 Menschen mehr als im Vorjahr.
  • Zum Vergleich: In den Jahren 2006 bis 2010 waren es zwischen 35 und 42 Flüchtlinge pro Jahr.
  • Fürs nächste Jahr rechnet man mit 450 bis 500 Flüchtlingen. nf

Von Nadine Fabian

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