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Potsdam sucht Platz für 800 Flüchtlinge

Asylpolitik in Potsdam Potsdam sucht Platz für 800 Flüchtlinge

Potsdam kommt mit der Unterbringung der Flüchtlinge kaum nach, dieses Jahr muss noch Wohnraum für 800 Menschen gefunden werden. Seit Mittwoch steht fest, dass im Oktober die ersten Flüchtlinge in die Berliner Straße 79 ziehen. Bei einer Bürgerversammlung am Mittwoch mischten sich Sorgen und Hilfsbereitschaft.

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Die Schinkelhalle an der Schiffbauergasse war übervoll.
 

Quelle: Foto: F. Bungert

Berliner Vorstadt .  Die Potsdamer Stadtverwaltung eröffnet in der Berliner Vorstadt zwei Privatgebäude als Flüchtlingsunterkünfte. Der Hauptausschuss gab am Mittwochabend grünes Licht zur Anmietung der Berliner Straße 139 für zehn und der Nummer 79 für fünf Jahre.

Nummer 139 wird ab Frühjahr 2016 belegt

Die 139 liegt innenstadtnah an der Kreuzung Berliner und Behlertstraße und kann maximal 70 Personen aus Kriegs- und Krisengebieten aufnehmen. Das Haus wird noch saniert und soll nach Auskunft von Sozialdezernentin Elona Müller-Preinesberger (parteilos) Ende Februar/Anfang März kommenden Jahres in Betrieb gehen.

Das Haus Berliner Straße 139 an der Kreuzung zur Behlertstraße wird Asylunterkunft.

Quelle: Friedrich Bungert

Ein Haus für alle Bedürftigen

Die Stadt wisse noch nicht, ob es für die gesamte Zeit Flüchtlinge beherbergt; wenn nicht, könne es auch für sozial bedürftige Deutsche genutzt werden, sagte die Dezernentin am Donnerstagabend in der Schinkelhalle bei einer Bürgerversammlung zur Flüchtlingsunterbringung in der Berliner Vorstadt.

Weitere Infos von der Bürgerversammlung im Liveticker >

100 Menschen bis Ende Oktober in die Nr. 79

Das an der Glienicker Brücke gelegene Haus Nr. 79 wird gleichfalls saniert; die erste von drei Etagen soll schon in der ersten Oktoberwoche nutzbar sein und die Vollbelegung mit bis zu 100 Menschen bis Monatsende erreicht werden.

Ins Haus Berliner Straße 79 nahe der Glienicker Brücke ziehen im Oktober 100 Flüchtlinge ein.

Quelle: Friedrich Bungert

Betreiber: Internationaler Bund

Hier stehen auch der Internationale Bund (IB) als Betreiber und das Unternehmen City Control als Wachdienst bereits fest, während für das andere Haus erst noch ein Betreiber über ein Interessenbekundungsverfahren gesucht wird.

Sorgen und Hilfsbereitschaft

In der mit fast 300 Menschen übervollen Schinkelhalle mischten sich Sorgen und Hilfsbereitschaft von Anwohnern, einige leben in direkter Nachbarschaft der Villa vor der Glienicker Brücke. Müller-Preinesberger machte klar, dass die Stadt 55 Standorte geprüft habe, die meisten aber baulich und brandschutztechnisch nicht in Frage kamen. In den beiden jetzt anzumietenden Häusern könnten Wohnungen geschaffen werden, die aber keine Bäder und Toiletten darin haben; die liegen ebenso außerhalb wie Gemeinschaftsküchen.

Die Angst vor Überfremdung

Befürchtungen von Bürgern, die deutsche Bevölkerung könne in absehbarer Zeit von Ausländern dominiert werden, teilte die Dezernentin nicht. Potsdam habe derzeit fünf Prozent Ausländer, und selbst wenn das mehr würden, sei das „noch lange keine Überfremdung.“

Keine Angst vor Flüchtlingen

Mehrere Teilnehmer der Veranstaltung sahen die Flüchtlinge auch als Chance für Deutschland und erinnerten daran, dass Potsdam über die Jahrhunderte stark von Migranten profitiert hat. Sowohl Beifall als auch Protest erntete ein Bewohner mit der Erklärung, die größte Flüchtlingswelle der letzten hundert Jahre habe ja wohl Deutschland selbst verursacht, mit dem Zweiten Weltkrieg.

Solidarität und konkrete Hilfsangebote

Mehrere Teilnehmer fragten nach Hilfsmöglichkeiten, einige boten sie konkret an. Filmregisseur Rainer Simon etwa will seine Werke vor Flüchtlingen zeigen, und Hans-Otto-Theater-Intendant Tobias Wellemeyer sagte allen Flüchtlingen kostenlose Besuche aller Aufführungen sowie Hilfe in allen Lebenslagen zu.

Weitere Infos von der Bürgerversammlung im Liveticker >

Von Rainer Schüler

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