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Potsdam sucht Platz für junge Flüchtlinge

Sorge um Jugendliche ohne Angehörige Potsdam sucht Platz für junge Flüchtlinge

Die Landeshauptstadt bereitet sich auf die Aufnahme Dutzender junger Flüchtlinge vor, die ohne Begleitung Erwachsener nach Deutschland kamen. In der Heinrich-Mann-Allee waren nach Angaben des Jugendamtes zeitweise 30 Kinder und Jugendliche ohne Angehörige untergebracht. Im kommenden Jahr rechnet die Stadt mit mehr als 100 alleinreisenden Minderjährigen.

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Kinder auf dem Gelände der Flüchtlingsunterkunft Heinrich.Mann-Allee in Potsdam.

Quelle: André Bauer

Potsdam. Die Landeshauptstadt bereitet sich auf die Aufnahme von zunächst Dutzenden minderjährigen Flüchtlingen vor, die ohne Begleitung nach Deutschland gekommen sind. Nach Angaben von Jugendamtsleiter Reinhold Toelke wurden im Haus 9 in der Erstaufnahmestelle an der Heinrich-Mann-Allee zwei Etagen für Minderjährige ohne Begleitung eingerichtet, in denen bereits 30 der jungen Flüchtlinge untergebracht waren. 17 von ihnen seien mittlerweile weitergereist, einige nach Schweden oder Dänemark, andere zu Angehörigen in Berlin.

Nach Darstellung des Jugendamtsleiters, der im Hauptausschuss berichtete, hat sich die Situation in den letzten Wochen rasant entwickelt. Bis vor kurzem habe man landesweit mit der Aufnahme von jährlich 400 bis 500 jungen Flüchtlingen ohne Angehörige gerechnet, die auf vier sogenannte Schwerpunktjugendämter aufgeteilt werden sollten. Eines davon wäre das Potsdamer Jugendamt gewesen. Doch diese Planung ist laut Tölke schon wieder überholt. Nunmehr rechne man mit 1500 bis 1750 Minderjährigen ohne Begleitung, die landesweit pro Jahr aufgenommen werden müssten: Die Beteiligung von lediglich vier Jugendämtern sei damit vom Tisch.

Partner des Potsdamer Jugendamtes bei der Aufnahme und Betreuung junger Flüchtlinge ist die Gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung Brandenburger Kinder und Jugendlicher (GFB), ein Unternehmen der Stiftung Großes Waisenhaus zu Potsdam. Laut Tölke wird die GFB zum 1. Juli 2016 eine Einrichtung zur dauerhaften Aufnahme von 30 jungen Flüchtlingen schaffen. Allerdings rechne die Stadt nun damit, dass pro Jahr 100 bis 110 junge Flüchtlinge ohne Angehörige aufgenommen werden müssen. Deshalb würden dringend Plätze in Einrichtungen, Wohnungen und Gastfamilien gesucht.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sagte im Hauptausschuss, es sei wichtig, dass der Bund die Kosten für die Aufnahme der jungen Flüchtlinge übernimmt: „Denn das hätte uns sonst ruiniert.“

Von Volker Oelschläger

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