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Potsdam Potsdam sucht Wohnungen für Flüchtlinge
Lokales Potsdam Potsdam sucht Wohnungen für Flüchtlinge
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18:59 10.11.2016
Wohnung statt Heim – für viele Flüchtlinge ein großer Wunsch. Quelle: dpa
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Potsdam

Ein Zuhause in der neuen Heimat: Potsdam versucht trotz der angespannten Lage auf dem Mietmarkt, weiter möglichst viele Flüchtlinge in Wohnungen unterzubringen. „Das ist uns eine Herzensangelegenheit“, so Sozialfachbereichsleiter Frank Thomann. Die Stadt ruft Potsdamer deshalb dazu auf, Wohnungen für Flüchtlinge anzubieten. Vor allem Ein- und Zwei-Raum-Appartements für Singlehaushalte sowie Wohnungen mit mindestens fünf Zimmern für Großfamilien werden benötigt.

Die Unterbringung in einer Wohnung und der Kontakt mit Nachbarn fördert laut Thomann nicht nur die Integration, sie ist auch gesetzlich vorgeschrieben: Anerkannte Asylbewerber oder Flüchtlinge, die eine Duldung von mindestens einem Jahr haben, müssen nicht mehr in einer Gemeinschaftsunterkunft leben. In den Heimen müssen zudem immer Plätze bereitgehalten werden für Flüchtlinge, die neu nach Potsdam kommen, erklärt der Sozialbeigeordnete Mike Schubert (SPD). Die Unterkünfte in der Landeshauptstadt sind derzeit zu knapp 80 Prozent ausgelastet, 1297 Menschen leben dort. Im Schnitt bleiben sie 8,7 Monate im Heim, bis sie eine andere Bleibe finden. In diesem Jahr konnten bislang 351 Flüchtlinge mit Wohnungen versorgt werden. Sie leben in 185 Haushalten zusammen. Den meisten Wohnraum hat die Pro Potsdam zur Verfügung stellt: 282 Geflüchtete haben kommunale Wohnungen bezogen. 24 Asylbewerbern wurde von den Genossenschaften weitergeholfen. Weitere 45 Menschen hatten bei privaten Vermietern Erfolg. Zudem sind von den 106 sogenannten Nutzungswohnungen, die die Stadt für soziale Zwecke angemietet hat, 93 mit Flüchtlingen belegt.

Die meisten Asylbewerber leben in Neubaugebieten

Auffällig ist die Verteilung über die Stadtteile: Die meisten Asylsuchenden sind am Schlaatz, in der Waldstadt II und am Stern untergekommen – also in den Neubaugebieten mit verhältnismäßig niedrigen Mieten. Im Kirchsteigfeld, in Golm und Grube zogen gar keine Flüchtlinge ein, in der Berliner Vorstadt nur zwei. „Wir sind daran interessiert, die Menschen auch in anderen Stadtteilen unterbringen“, so Thomann. Von den 160 Wohnungen, die die Pro Potsdam bis 2019 im Bornstedter Feld baut, werde die Stadt 34 für Flüchtlinge reservieren. Ohne Angebote von Privatleuten werde es aber schwer, für alle Berechtigten Appartements zu finden. „Auch wer seine Wohnung untervermieten will oder eine Einliegerwohnung frei hat, kann sich melden“, so Sozialdezernent Schubert. Allerdings kämen nur langfristige Mietverträge in Frage. Zudem sind finanzielle Grenzen gesetzt. Die Flüchtlinge beziehen in der Regel Sozialhilfe, bekommen einen Wohnberechtigungsschein. Die Stadt finanziert eine Warmmiete von maximal 8,90 Euro pro Quadratmeter. Ein Beispiel: Für eine 65 Quadratmeter große Wohnung, die von zwei Personen genutzt wird, wäre eine Bruttokaltmiete bis zu 494 Euro angemessen.

Der Stadt sei bewusst, dass auch Studenten, Arbeitslose und Geringverdiener schwer Wohnungen finden, betont Frank Thomann. Flüchtlinge würden bei der Vergabe kommunaler Wohnungen nicht bevorzugt, so der Sozialbereichschef. „Wir bemühen uns um eine angemessene Verteilung und haben ein Auge auf alle sozialschwierigen Fälle“, sagt er.

Infos für Vermieter

Private Wohnungsangebote können per E-Mail an die Stadt gerichtet werden: Soziale-Leistungen@Rathaus.Potsdam.de. Per Telefon gibt es Infos unter Tel.  0331/2 89 24 48. Die Interessenten erhalten dann ein Formular, auf dem sie Angaben zu ihrem Angebot machen.

Der Bereich Wohnen der Stadtverwaltung prüft dann, ob das Angebot in Frage kommt und vermittelt werden kann.

Angebote direkt an Flüchtlinge können über die Plattform „helpto“ gemacht werden: http://potsdam.helpto.de

Von Marion Kaufmann

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