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Potsdam trauert um friedlichen Revolutionär

Martin Kwaschik (1952-2016) Potsdam trauert um friedlichen Revolutionär

Am Mittwoch nahmen nicht nur die evangelischen Christen in Potsdam Abschied von einer großen und prägenden Persönlichkeit der Stadt: Pfarrer i.R. Martin Kwaschik. Am Abend wurde in der Erlöserkirche ein Trauergottesdienst für den früheren DDR-Widerständler gefeiert, der am 7. Juli verstorben ist.

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Martin Kwaschik (1952-2016).

Quelle: Joachim Liebe

Potsdam. Am Mittwoch nahmen nicht nur die evangelischen Christen in Potsdam Abschied von einer großen und prägenden Persönlichkeit der Stadt: Pfarrer i.R. Martin Kwaschik. Am Abend wurde in der Erlöserkirche ein Trauergottesdienst für den früheren DDR-Widerständler gefeiert, der am 7. Juli verstarb. Mit der Erlösergemeinde in Potsdam-West war Kwaschik – 1952 in Torgau geboren – über Jahrzehnte hinweg aufs Engste verflochten gewesen. Später betreute er auch die Heiligkreuz-Gemeinde.

In Potsdam wird er immer als einer der Gesichter der Wende in Erinnerung bleiben. Als in China die Studentenproteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens niedergewalzt wurden, war es sein Verdienst, dass die Türen der Erlöserkirche für die Friedensinitiativen aufgemacht wurden. Die Klagetrommeln, die damals erklangen, sind vielen Potsdamern bis heute als Symbol für diese Zeit gegenwärtig.

Kwaschik selbst hatte sich schon viel früher gegen Unrecht zur Wehr gesetzt. In den 1960er-Jahren schrieb er Parolen zum Prager Frühling an Häuserwände und wurde dafür von der Stasi inhaftiert. Im heißen Herbst 1989 zeigte er Gesicht. Zusammen mit Pfarrerin Annette Flade und anderen gehörte er zu denjenigen, die die große Protest-Demo am 4. November organisierten. „Er hat sich mit anderen zusammen sehr mutig in die erste Reihe gestellt“, würdigte Martin Vogel, Länderbeauftragte der Evangelischen Kirche, gestern das Wirken Kwaschiks.

Auch die Potsdamer Bündnisgrünen, die ihre Wurzeln auch auf die friedliche Revolution zurückführen, erinnerten an das Engagement des Pfarrers: „Martin gehörte dem ersten Stadtsprecherrat des Neuen Forums an. Wir verneigen uns dankbar für seinen Beitrag zur demokratischen Veränderung in unserer Stadt.“

Von Ildiko Röd

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