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Potsdam trauert um verlorene Feuerwehrleute

Schweigeminute beim Tag der offenen Tür Potsdam trauert um verlorene Feuerwehrleute

Kurz vor Beginn des Tages der offenen Tür bei der Berufsfeuerwehr in Potsdam am Sonnabend herrschte Stille im Hof des Depots. Unzählige Kameraden und Rettungskräfte, aber auch Potsdamer kamen, um den beiden auf der Autobahn verunglückten Feuerwehrmännern zu gedenken.

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Dicht an dicht standen die Feuerwehrleute im Innenhof der Potsdamer Wache.

Quelle: Luise Fröhlich

Innenstadt. Unzählige Feuerwehrleute stehen dicht zusammen, die Helme unter den Arm geklemmt und die Köpfe gesenkt. Eine bewegende Stille breitet sich am Sonnabend im Innenhof des Depots der Potsdamer Berufsfeuerwehr aus. Durchbrochen wird sie wenig später von Sirenengeheul und Trompetenklängen, die vom Übungsturm über den Platz hallen. Mit einer Schweigeminute haben Feuerwehrleute und Rettungskräfte den beiden Kameraden gedacht, die bei einem tragischen Unfall auf der A 2 am vorigen Dienstag ihr Leben verloren haben. Einer von ihnen, Sebastian K., war in der Wachabteilung der Berufsfeuerwehr tätig und gleichzeitig ehrenamtlicher Gemeindewehrführer von Kloster Lehnin.

Mike Schubert, Beigeordneter für Soziales der Stadt Potsdam, hielt eine Ansprache und rief gemeinsam mit dem Feuerwehr-Chef Wolfgang Hülsebeck

Mike Schubert, Beigeordneter für Soziales der Stadt Potsdam, hielt eine Ansprache und rief gemeinsam mit dem Feuerwehr-Chef Wolfgang Hülsebeck zu einer Schweigeminute auf.

Quelle: Luise Fröhlich

Die Kameraden zeigten sich tief betroffen. Aber auch die vielen Potsdamer, die trotz Regens bereits am Vormittag in die Holzmarktstraße strömten, hielten inne bei dem Anblick. „Ich denke, das hier zeigt, wie eng wir gerade in solch tragischen Momenten zusammenstehen“, sagte Feuerwehr-Chef Wolfgang Hülsebeck. Nach diesem Gedenken zum Alltag überzugehen und Einblicke in die Arbeit der Feuerwehr beim Tag der offenen Tür zu geben, ist einigen sichtlich schwer gefallen. „Einen eigenen Kameraden zu verlieren, ist der Supergau“, sagte Peter Frank vom Einsatznachsorge-Team, das sich gemeinsam mit der Notfallseelsorge an einem der Stände im Gerätehaus präsentiert hat. Bei der Einsatznachsorge wird den Kameraden, die das Leid beim Einsatz selbst erlebt haben, spezielle Hilfe angeboten. „Wir sagen immer: Redet über das, was ihr erlebt habt“, so Peter Frank. Mittlerweile wimmelte das Gerätehaus von Familien mit Kindern, die unbedingt mal im Feuerwehrauto sitzen oder einen Helm aufprobieren wollen. Mit dem Lächeln dieser Kinder kehrte ganz langsam auch das Lächeln der Feuerwehrleute zurück.

Die erste Feuerwehrübung drehte sich beim Tag der offenen Tür rund um das Thema Leitern

Die erste Feuerwehrübung drehte sich beim Tag der offenen Tür rund um das Thema Leitern.

Quelle: Luise Fröhlich

Robert Teschke, hauptamtlich Stadtwehrführer in Werder (Havel) und ehrenamtlich Ortswehrführer bei der Feuerwehr in Drewitz, hat nach dem tragischen Unfall sofort darüber nachgedacht, wie man helfen könnte. Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Werder wird nun in den kommenden zwei Wochen den A 2-Autobahnabschnitt der Feuerwehr von Kloster Lehnin übernehmen. Auch die Berufsfeuerwehr Brandenburg (Havel) ist an dieser Vereinbarung mit Kreisbrandmeister Herbert Baier beteiligt. Die Feuerwehrleute in Werder seien tief betroffen von dem Unfall und seien froh, ihren Lehniner Kameraden, zu denen es auch viele persönliche Kontakte gebe, auf diese Art ein wenig zur Seite stehen zu können, sagte Robert Teschke.

Von Luise Fröhlich

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