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Potsdam Potsdam tritt fürs Klima in die Pedale
Lokales Potsdam Potsdam tritt fürs Klima in die Pedale
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08:28 05.09.2017
Bernd Rubelt, Dieter Jetschmanegg, Noosha Aubel, Mike Schubert und Burkhard Exner (von links) sind die Teamkapitäne der Stadthaus-Mannschaften. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Am Montag ist in Potsdam der Startschuss für die Kampagne Stadtradeln gefallen. Drei Wochen lang, bis zum 24. September, sammeln die Teilnehmer einzeln oder in Gruppen möglichst viele mit dem Fahrrad zurückgelegte Kilometer. Die eingesparten Emissionen sollen den Klimaschutz stärken und positive Impulse für den Radverkehr in der Stadt setzen.

Stadtverwaltung strampelt sich ab

In Potsdam treten im Rahmen des Stadtradelns die einzelnen Geschäftsbereiche der Stadtverwaltung an, 140 Mitarbeiter sind in mehreren Teams organisiert. Als Teamkapitäne fungieren Bürgermeister Burkhard Exner (SPD), die Beigeordneten Bernd Rubelt, Noosha Aubel (beide parteilos) und Mike Schubert (SPD) sowie Dieter Jetsch-manegg, Fachbereichsleiter Kommunikation. Beim offiziellen Start der Aktion am Jägertor am Montag wurde schnell klar, dass sie zwar alle gemeinsam für Potsdam antreten werden. Doch gleichzeitig stehen die Teams auch miteinander in Konkurrenz.

„Da ich als Kulturbeigeordnete auch für den Sport zuständig bin, rechne ich für meine Gruppe gute Chancen aus“, sagte Noosha Aubel. Andere sehen Bürgermeister Exner im Vorteil, der über die Verwaltung hinaus als begeisterter Radfahrer bekannt ist. „Am Ende geht es aber vor allem darum, dass wir uns gegenseitig motivieren“, sagte Exner. Potsdams Baubeigeordneter Bernd Rubelt versteht die Aktion als gute Gelegenheit, innerhalb der Stadt für den Umstieg aufs Rad zu werben: „So können wir gegen das Vorurteil angehen, man könne in Potsdam nicht mit dem Fahrrad fahren.“ Dafür hofft der Politiker auf viele Mitfahrer aus der Bevölkerung.

Mehr als 200 Potsdamer machen mit

Anmeldung, Statistik und Auswertung erfolgen über ein Onlineportal, auch eine App für das Smartphone existiert. Jeder Radler trägt seine Kilometer selbst ein. Das Portal enthält auch eine tagesaktuelle Übersicht der bisherigen Leistungen aller Teams der Kommune sowie die eingesparten Emissionen.

210 Potsdamer haben sich bislang angemeldet und werden ihrerseits für ein besseres Klima radeln. Neben städtischen Unternehmen und Sportvereinen beteiligen sich auch Bildungseinrichtungen: Universität, Fachhochschule und mehrere Schulen stellen eigene Teams. Auch viele private Initiativen machen beim Klima-Radeln mit.

Klimabündnis: Europa für die Umwelt

Seit 1990 organisieren sich mehr als 1600 europäische Kommunen gemeinsam im Klimabündnis.

Wichtigstes Ziel sind die Reduktion der Abgasemissionen und der Schutz der Regenwälder.

Das Stadtradeln gehört seit zehn Jahren zum Programm des Bündnisses. Registrierung, aktuelle Informationen und alle Daten gibt es unter www.stadtradeln.de/potsdam.

Bundesweit findet die Kampagne Stadtradeln bereits zum zehnten Mal statt. Das Klimabündnis organisiert die Aktion und wirbt mit dem Umweltaspekt. „Wenn circa 30 Prozent der Kurzstrecken bis sechs Kilometer in den Innenstädten mit dem Fahrrad gefahren werden, statt mit dem Auto, ließen sich etwa 7,5 Millionen Tonnen CO2 vermeiden“, sagen die Macher des Stadtradelns.

Knapp 190 000 Radler in 620 Kommunen haben die 21-tägigen Herausforderungen bereits absolviert. Mehr als 34 Millionen Kilometer wurden dabei auf dem Fahrrad zurückgelegt. Das entspricht mehr als 850 kompletten Erdumrundungen. In Brandenburg haben in diesem Jahr neben der Landeshauptstadt unter anderem Eberswalde und Frankfurt (Oder) am Stadtradeln teilgenommen.

Teilnehmer in Südafrika

Auch 82 Königs Wusterhausener traten gemeinsam in die Pedale und konnten insgesamt rund 13 000 Kilometer in ihrer Liste eintragen – damit hätten sie die Strecke zwischen Potsdam und Johannesburg zurückgelegt. In der südafrikanischen Hauptstadt lebt seit einigen Monaten der Ex-Kreischef der Linken, Sascha Krämer, der sich als Teilnehmer am Stadtradeln seiner Heimatstadt registriert hat. „Radfahren ist hier sehr ungewöhnlich und gefährlich“, sagte Krämer der MAZ, „aber ich habe mir zehn Kilometer am Tag vorgenommen.“

Von Saskia Kirf

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