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Potsdam Potsdam und Perugia: 45 Jahre „amore“
Lokales Potsdam Potsdam und Perugia: 45 Jahre „amore“
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19:09 08.04.2018
Das Tanzpaar Jelena Kölble und Berkay Cihan posierte beim Frühlingsball im Kongresshotel am Templiner See vor der Dekoration mit dem italienischen Stiefel. Quelle: Martin Müller
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Potsdam-West

Der inoffizielle Stargast beim Frühlingsball des Tanzsportclubs Rot-Gold am Sonnabend im Kongresshotel Potsdam am Templiner See hieß eindeutig Leo. Das frühsommerliche Hoch über Brandenburg hatte als Begleitung Sonne satt und Wohlfühltemperaturen mitgebracht – allemal passender bei einem Frühlingsball als ein April-Graupelschauer. So konnten schon mal die Glückshormone einen fröhlichen Cha-Cha-Cha tanzen, bevor die Ball-Reise in noch sonnigere Gegenden entführte.

„Umbrien ist bezaubernd. Wenn Sie ein bisschen Zeit haben und ein bisschen Geld, dann sollten Sie eine Reise dorthin machen“, schwärmte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) in seiner Begrüßung von der italienischen Region, die viel weniger überlaufen ist als die Toskana. Um gleich etwaigen Spekulationen vorzubeugen: Nein, Jakobs hat nicht nebenbei zum Tourismusmarketingchef von Umbrien umgeschult; es ging schlicht um Potsdams Partnerstadt Perugia im Herzen der Region.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (r., SPD) mit Ehefrau Christine und der Vereinsvorsitzende Dieter Wilhelm mit Ehefrau Astrid tanzen beim Frühlingsball des Tanzsportclubs Rot-Gold. Quelle: Müller

Bereits 1973 wurde ein Freundschaftsvertrag unterschrieben, die offizielle Partnerschaft besiegelte man erst 1990. Dennoch: 45 Jahre „amore“ zwischen Potsdam und Perugia waren ein schöner Anlass, um den Ball unter das Motto „Pasta, vino, cappuccino“ zu stellen. Was hierzulande nicht so geläufig ist: Umbriens Hauptstadt ist nicht nur ein Mekka für Genießer, sondern auch eine Jazz-Hochburg. „Wir haben das zweitgrößte Jazz-Festival weltweit nach New Orleans“, erzählte Enrico Peccini, der Sänger der „Swingle Kings“ aus der Partnerstadt.

Sigrid Sommer (5. v.l., Leiterin des Bereichs Marketing der Stadt Potsdam) umringt von der Band „Swingle Kings“ aus der Partnerstadt Perugia.. Quelle: Müller

Die sieben Musiker fanden Anfang der 2000er Jahre als Studenten zusammen. Heute gehen sie zwar alle Brotberufen nach, doch unterwegs sind sie fleißig: „Im Herbst treten wir in Seattle auf, einer anderen Partnerstadt von Perugia“, erzählte Peccini, der mit seinen schwarzen Augen und Haaren durchaus Marcello-Mastroianni-Qualitäten auf die Bühne brachte. Wobei – Überraschung! – der durchschnittliche Perugia-Einwohner zurückhaltender ist als seine Landsleute, wie der Barde verriet. Für einen schmissigen Auftritt reichte das umbrische Temperament aber dann doch locker aus. Auch die märkischen Gastgeber ließen sich nicht lumpen. „Voll abgefahren“ war schon der Auftakt im Saal: Rot-Gold-Vereinschef Dieter Wilhelm kurvte mit einem Elektro-Motorroller mit Vespa-Schriftzug herein.

Impression vom Frühlingsball des TSC Rot-Gold. Quelle: Müller

Manchem Gast ging bei diesem Anblick das Herz auf. „Ich habe selber einen Vesparoller“, erzählte Rechtsanwalt Götz Friederich, der derzeit für die CDU ins Oberbürgermeisterrennen geht. Für seine Ausfahrten auf der „Wespe“ – Deutsch für Vespa –mit klassischem Lederhelm bleibt da nicht mehr viel Zeit.

Oberbürgermeisterkandidat Götz Thorsten Friederich (CDU) posiert auf einer Vespa. Quelle: Müller

Akuter Freizeitmangel herrschte zuletzt auch bei vielen der 120 Tanzsportclub-Mitglieder. „Sie haben am Freitag ab 14 Uhr angefangen, die Ball-Deko aufzubauen, und erst um Mitternacht Schluss gemacht“, berichtete Hoteldirektorin Angela Führer anerkennend. Das meiste der Dekoration war Marke Eigenbau: Angefangen von den großen Silhouetten von Rialtobrücke und Markusplatz an den Saalwänden bis hin zur venezianischen Gondel im Eingangsbereich – bewundert von Gästen wie Stadtmarketingchefin Sigrid Sommer.

Jelena Kölble und Berkay Cihan tanzen beim Frühlingsball des Tanzsportclubs Rot-Gold. Quelle: Müller

Die Ballkarten waren schon im November im Nu weg. Das Traditionsevent hat einen Stammplatz im Ballkalender der Stadt – obwohl diesmal sogar ein Tornado übers Tanzparkett fegte: Für die feurigen Paso Dobles, Jives und Mambos der Berliner Jelena Kölble und Berkay Cihan gab es im Showblock jede Menge Applaus. Beim nächsten Ball könnte es dann walzerseliger zugehen, jedenfalls wenn es nach Dieter Wilhelm geht. Sein Wunsch-Motto für 2019: „Wien, Wien, nur du allein“.

Von Ildiko Röd

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