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Potsdam vergibt Chance auf 8400 Arbeitsplätze

Mangel an Gewerbeflächen Potsdam vergibt Chance auf 8400 Arbeitsplätze

Der Mangel an Gewerbeflächen wird in Potsdam zur Wachstumsbremse. 2015/16 konnten gerade einmal zehn Prozent der Nachfrage bedient werden. Nach Angaben der Wirtschaftsförderung entstanden deshalb seit 2009 fast 8400 Arbeitsplätze weniger, als man damals prognostiziert hatte.

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Trotz Flächenmangels steht die „Neue Halle“ des einstigen Reichsbahnausbesserungswerkes in der Friedrich-Engels-Straße leer.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Der dramatische Mangel an Gewerbeflächen wird für die Landeshauptstadt zur Wachstumsbremse. Seit 2009 sind fast 8400 Arbeitsplätze weniger entstanden, als damals prognostiziert wurde. Das gab Oliver Wollmann, Mitarbeiter der städtischen Wirtschaftsförderung, in der jüngsten Sitzung des Potsdamer Wirtschaftsrates bekannt.

In seinem Zwischenbericht zum Arbeitsstand für einen „Maßnahmeplan zur Sicherung und Entwicklung von Gewerbeflächen“ in der Stadt gab Wollmann erstmals Zahlen für den Zeitraum 2015/16 bekannt. Demnach ist die Inanspruchnahme zusätzlicher Gewerbeflächen durch Unternehmen mit 4,4 Hektar auf einem „Tiefststand“ angekommen.

Mit 6,9 Hektar habe der Stadt in diesem Zeitraum zudem das „geringste kurzfristig verfügbare Angebot“ an Gewerbeflächen zur Verfügung gestanden. Die Beschäftigungsentwicklung sei seit 2009 „jährlich leicht unter Prognose“ geblieben, in Summe seien 8357 Arbeitsplätze „weniger als prognostiziert“ entstanden, so der Wirtschaftsförderer.

Die Nachfrage sei mit bei einem Gesamtbedarf von 36 bis 50 Hektar „anhaltend hoch“ geblieben, wobei das Interesse an Flächen für „einfaches Gewerbe“ wie Logistik oder Ver- und Entsorgung mit 20,8 bis 29,5 Hektar deutlich größer war als bei „höherwertigem Gewerbe“ (10,5 bis 15,4 Hektar). Die Entwicklung beim höherwertigen Gewerbe, das etwa Produktionsbetriebe, Dienstleister und IT-Firmen einschließt, sei „deutlich unter der Prognose“ geblieben.

Mit insgesamt 4,4 Hektar hätten „nur zehn Prozent der Gesamtnachfrage bedient“ werden können, so Wollmann. Schwerpunkte von Ansiedlungen waren nach seinen Angaben die Medienstadt II auf dem Gelände des früheren Karl-Marx-Werkes in Babelsberg und das Gewerbegebiet Am Silbergraben.

Insgesamt sei in Potsdam noch ein Potenzial von 56,9 Hektar für Gewerbeflächen vorhanden, von denen jedoch nur 6,9 Hektar „kurzfristig und ohne Aktivierungshemmnisse verfügbar“ seien. Fazit des Wirtschaftsförderers: „Das Angebot kann die Nachfrage nicht mehr bedienen.“

Mit Blick auf den angekündigten Maßnahmeplan skizzierte Wollmann mehrere Handlungsfelder. Reserven gibt es demnach bei der Entwicklung des Wissenschaftsparks Golm, bei der Stärkung und Sicherung des Medienstandorts Babelsberg, am Rande des Kirchsteigfeldes und auf dem Sago-Gelände an der Michendorfer Chaussee.

Als Beispiele für potenzielle Gewerbeflächen, „wo wir wirklich seit Jahren im Gespräch sind, aber kein direktes Eingriffsrecht haben“, nannte der Wirtschaftsförderer die denkmalgeschützte „Neue Halle“ des einstigen Reichsbahnausbesserungswerks (RAW), den Friedrichspark in Marquardt und das GiP-Gelände in Babelsberg.

Politikum Gewerbeflächenmangel

Der Mangel an Gewerbeflächen in Potsdam ist schon seit Jahren ein Politikum. Das Thema wird in einem Anfang 2011 beschlossenen Stadtentwicklungskonzept Gewerbe als erste Leitlinie genannt.

Im April 2012 verabschiedeten die Stadtverordneten ein spezielles Gewerbeflächensicherungskonzept.

Seither sollte einmal jährlich in einer Mitteilung für die Stadtverordneten der Bestand an „Gewerblichen Potenzialflächen“ bilanziert werden. Die bislang letzte Bilanz – für den Zeitraum Februar 2014 bis Februar 2015 – kam im Mai 2015.

Von Volker Oelschläger

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