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Die Royal Louise soll Berlinerin werden

Streit um Heimathafen der königlichen Yacht Die Royal Louise soll Berlinerin werden

Einst war die Matrosenstation Kongsnæs nahe der Glienicker Brücke der Heimathafen der Hohenzollern-Yacht „Royal Louise“. Das sollte mit Rekonstruktion der Matrosenstation auch wieder so werden. Doch der Traum scheint geplatzt. Um den Liegplatz der Fregatte ist ein Streit zwischen ihrem Betreiberverein und dem Kongsnæs-Investor entbrannt.

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Schönheit mit Kurs Berlin: Der 26 Meter lange Nachbau der Miniaturfregatte der Hohenzollern.

Quelle: Sonstige

Berliner Vorstadt. Um den dauerhaften Liegplatz der Hohenzollern-Staatsyacht „Royal Louise“ ist Streit entbrannt. Der Vorsitzende des Betreibervereins, Claus Reichardt, sagte der MAZ, der Nachbau des königlichen Riesenspielzeugs werde dauerhaft in Berlin-Wannsee liegen.

Damit wäre der Traum zerplatzt, dass der Dreimaster mit seinen Rahen und seinen hölzernen Kanonen an seinem ursprünglichen Liegeplatz, der Matrosenstation Kongsnæs nahe der Glienicker Brücke, Teil des Stadtbilds wird. Die Station will der Investor Michael Linckersdorff wieder aufbauen. Er hat eine Baugenehmigung dafür, aber befindet sich im Rechtsstreit mit Nachbarn, die Trubel fürchten, weil eine Ausflugsgaststätte entsteht. Die Ventehalle – sie besteht aus Holzbohlen – wird gerade in Polen angefertigt, Linckersdorff hat 12 Meter lange Pfähle ins Erdreich rammen lassen, um die Statik zu gewährleisten. Im Januar spätestens soll die Halle stehen.

Die Absage an Kongsnaes begründet Vereins-Chef Reichardt mit Nutzungseinschränkungen für die Miniaturfregatte, die aus der Baugenehmigung für das norwegisch anmutende Holzgebäude samt Steganlage hervorgingen. Besonders stört den Vereinsvorsitzenden, dass die Royal Louise an einer Boje im Jungfernsee festmachen soll – etwa 50 Meter vom Ufer entfernt. Der dauerhafte Liegeplatz direkt am Steg – der existiert bereits – sei ungeeignet, weil die Schiffswände mit ihren Stückpforten beschädigt werden könnten.

Der Bojen-Liegeplatz – im nautischen Sprachgebrauch „auf Reede“ – bringe hohe Mehrkosten mit sich, sagt Reichardt. „Wir müssten ein Beiboot anfertigen lassen – das kostet 20 000 Euro“, so Reichardt. Außerdem würde die Versicherung für das Holzschiff um 10 000 Euro im Jahr teurer, da das Schiff inmitten der stark befahrenen Wasserfläche läge – dort sind nicht selten Flöße mit unerfahrenen Freizeitkapitänen unterwegs.

Reichardt betonte die „historische Verbindung“ des Schiffs zum Seglerhaus am Wannsee. Dem dortigen Verein hatte Wilhelm II die Yacht nach seiner Abdankung 1921 geschenkt.

Ein königliches Spielzeug

Die Royal Louise ist die originalgetreue Rekonstruktion einer britischen Miniaturfregatte von 1832. Dieses Holzschiff war ein Geschenk des britischen Königs William IV. an den preußischen König Friedrich Wilhelm III. Es entspricht in der Gestalt englischen Kriegsschiffen aus der Zeit um 1825, allerdings im Maßstab 1:3.

Die Yacht ist nach Königin Louise, der Frau Friedrich Wilhelms, benannt. Das neue Schiff wurde 1996 bis 1998 in Berlin-Köpenick gebaut und segelt auf den Havelseen bei Vereins- und Gästefahrten. Liegeplatz ist derzeit im Verein Seglerhaus am Wannsee (VSaW) in Berlin.

Mit 17,83 Metern Rumpflänge und 26 Metern Länge mit Klüverbaum hat das als Vollschiff getakelte Vergnügungsboot eine Segelfläche von 153 Quadratmetern.

Der gemeinnützige Verein Royal Louise Yacht-und Schifffahrtsverein e.V. erhält und betreibt die Miniaturfregatte als Wahrzeichen der historischen Seen-, Schlösser- und Parklandschaft in Berlin und Potsdam, die ein Teil des Unesco-Welterbes ist.

Investor Linckersdorff schildert das Zerwürfnis mit dem Bootsvereins-Vorsitzenden ganz anders. Der Verein habe gefordert, an den Steg fließend Wasser, einen Abwasseranschluss und Elektrizität gelegt zu bekommen. Das aber dürfe er als Investor laut Baugenehmigung nicht, so Linckersdorff. Er habe lediglich das Recht, einen Oldtimer-Hafen zu betreiben, keine Marina. „Ich halte mich an die Baugenehmigung“, sagt er. Der Liegeplatz „auf Reede“ im See sei außerdem historisch verbürgt. So beuge die Entfernung zum Ufer Vandalismus vor. Die Distanz von der Boje zum Steg betrage nur 20 Meter, die befahrene Wasserstraße sei 200 Meter von der Liegeboje entfernt.

„Ich habe den Steg extra für die Royal Louise gebaut“, sagt Linckersdorff. „Ich würde ihn auch für einen symbolischen Euro an die „Royal Louise“ verpachten. „Das Schiff gehört einfach dazu.“ Dass es beim Anlegen Probleme gebe, liege am fehlen sogenannter Schrammborde. Das sind waagerechte Bretter, die verhindern, dass der hölzerne Schiffrumpf am Metall des Stegs scheuert. Die jetzige Gestalt des Stegs sei Ergebnis einer Entscheidung von Kulturministerin Sabine Kunst (SPD). Er halte eine Genehmigung weiter für möglich. Vereins-Chef Reichardt sei als Architekt bestens geeignet, eine ästhetisch in die Welterbe-Landschaft passende Lösung zu finden und den Antrag zu stellen. Reichardt versuche, den Betreiberverein nach Berlin zu verlegen, so Linckersdorff. er äußert Unverständnis darüber, weil der Verein in Brandenburg begünstigt und gefördert wird – der Club nennt sich auch „Yacht- und Schifffahrtsverein zu Potsdam e. V.“ Linckersdorff berichtet, er habe Reichardt aufgefordert, die Adresse zu ändern, die der Club in der Schwanenallee auf dem Grundstück Linckersdorffs unterhält. „Wir sind doch nicht auf den Bahamas oder Cayman-Inseln, wo man aus steuerlichen Gründen Briefkästen an bestimmten Adressen hat“, sagt Linckersdorff.

„Ich habe das Band nicht durchschnitten“, sagt der Unternehmer. Er hoffe noch auf eine Wiederannäherung des Vereins.

Von Ulrich Wangeman

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