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Potsdam Potsdam von der Baustelle überrumpelt
Lokales Potsdam Potsdam von der Baustelle überrumpelt
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21:59 11.05.2016
Eine Spur der Charlottenstraße ist dicht – wieder mal. Quelle: Privat
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Innenstadt

Geschäftsschädigend nennt Julia Tauber, was vor ihrer Ladentür vor sich geht. Für Gleisbauarbeiten ist die Charlottenstraße zwischen Dortu- und Friedrich-Ebert-Straße halbseitig gesperrt. Wieder einmal.

„Was erledigt werden muss, muss erledigt werden – keine Frage“, räumt Julia Tauber ein. „Darum geht es nicht. Es geht darum, wie häufig hier gebaut wird, und dass wir Anlieger nicht darüber informiert werden.“

Seit Dezember 2011 hat Julia Tauber ihren Naturkostladen „Schalotte“ in der Charlottenstraße 30. „Die wievielte Baustelle das hier ist? Ich weiß es nicht. Ich verstehe einfach nicht, weshalb man das alles nicht zu einer großen Maßnahme zusammenfassen konnte.“

Die neue Baustelle sei am Montag „aus dem Nichts“ aufgetaucht – ohne jegliche Information. Die Stadt und der Verkehrsbetrieb (Vip) hätten weder Gewerbetreibende noch Vermieter oder Anwohner vorgewarnt. „Ich weiß, dass es ein Kann ist, die Betroffenen vorab zu informieren und keine Pflicht“, sagt Julia Tauber. „Aber das ist doch kein Umgang!“ Sie habe noch am Montag den Bauleiter angesprochen, der dann immerhin kleine Zettel mit dem Firmenstempel und seiner Handynummer verteilt habe. Erst Dienstagmittag seien offizielle Anwohnerinformationen an die Türen geheftet worden – datiert sind sie übrigens auf den 9. Mai, also auf Montag. Für so viel Chuzpe hat Julia Tauber nur ein bitteres Lächeln übrig. Eine Woche – wenigstens – hätte sie gern gehabt, um sich auf die Beeinträchtigungen einzustellen. Immerhin müsste sie ihre Lieferanten unterrichten, dass die Spur vor dem Geschäft gesperrt ist. Gern hätte sie auch eine Alternative für das Tischchen vor dem Laden gefunden, an dem Kunden Platz nehmen und sich erfrischen können. „Und dann der Lärm!“ Julia Tauber tritt vor die Tür: Es kracht, wenn die Bauarbeiter die Pflastersteine, die sie mit dem Presslufthammer aus dem Gleisbett stemmen, in die Container am Straßenrand werfen. Julia Tauber zieht die Tür fix zu. „Das macht keinen Spaß mehr.“

Laut Vip dauert die Sanierung bis Mitte Juni. Entwarnung ist aber nicht in Sicht. In den Sommerferien sind die gleichen Arbeiten an der Kreuzung zur Dortustraße fällig. Das sei nötig, weil die Fahrbahn, auf der Straßenbahnen und Busse im Einsatz sind, verschlissen sei. Für die Verkehrssicherheit werde daher „im Rahmen unserer planmäßigen Wartungsarbeiten der Deckenschluss im Gleisbereich vollständig saniert“ und das vorhandene Pflaster durch Asphalt ausgetauscht. Vorteil laut Vip für die Anwohner: die Rollgeräusche der Fahrzeuge seien auf Asphalt wesentlich geringer. Die von der Baustelle überrumpelten Anlieger bittet man derweil um Entschuldigung. „In der Regel handhaben wir es so, dass die Anlieger im Vorfeld durch einen entsprechenden Aushang informiert werden.“ – Julia Tauber hat das allerdings noch nie erlebt.

Von Nadine Fabian

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