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Potsdam will Wasserrohre bis 2017 erneuern

Blei im Trinkwasser Potsdam will Wasserrohre bis 2017 erneuern

Im Fall veralteter Trinkwasseranschlüsse gibt es laut Landeshauptstadt keine Schwerpunkte. Die betroffenen Immobilien sind demnach über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Bis Anfang 2017 sollen alle umgerüstet sein. Dabei werde die Stadt nicht mehr wie die längste Zeit praktiziert auf Antrag tätig, sondern nehme auch Zwangsanschlüsse vor.

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Trinkwasser ist das Lebensmittel Nummer 1 und unterliegt hohen Qualitätsansprüchen.

Quelle: dpa

Potsdam. Bis Anfang 2017 sollen alle Hausanschlüsse, in denen noch Blei verbaut ist, saniert sein. Das teilt die Landeshauptstadt Potsdam mit. Arbeitete man bis Dezember 2013 noch auf Antrag der Eigentümer, so schließe man die blei-verrohrten Häuser nun auf Zwang neu an. Der Grund: Zu viele Eigentümer hätten nicht auf die Schreiben der Stadt und ihres Wasserversorgers reagiert. So sei die vom Bundesgesetzgeber eingeräumte zehnjährige Übergangsfrist für den Austausch von Bleirohren verstrichen und um mehr als zweieinhalb Jahr überzogen worden.

„Im Falle der noch immer vorhandenen Bleileitungen gibt es keine Schwerpunkte“, sagt Stadtsprecher Jan Brunzlow. „Die betroffenen 280 Anschlüsse sind im Stadtgebiet verteilt. Es handelt sich dabei zumeist um Einzelhäuser.“ Die Anschlüsse von Kitas, Schulen und Jugendklubs seien durchweg modernisiert.

Entwarnung gibt auch die städtische Immobilienholding Pro Potsdam, die mehr als 17000 Wohnungen in mehr als 3000 Häusern in ihrer Obhut hat. „Wir haben bis Ende 2014/Anfang 2015 nach bestem Wissen und Gewissen alles ausgetauscht – nicht nur die Hausanschlüsse, auch die Hausinstallationen“, teilt Unternehmenssprecherin Anna Winkler auf MAZ-Anfrage mit. Das betreffe alle Immobilien, von denen man wusste, dass die Hausanschlüsse noch aus Blei bestehen – oder wo man durch Zufall darauf gestoßen war. „Es gibt Häuser, für die die Baupläne fehlen“, sagt Winkler. „Wenn sich dort kein Verdacht ergibt, reißen wir nicht alles auf. Ergibt sich aber ein Verdacht oder melden sich Mieter, dann wird der jeweilige Anschluss sofort überprüft. Ab und zu kommt das immer noch vor.“ Die Pro Potsdam beziehungsweise ihre Tochter die Gewoba verwaltet Häuser aller Baujahre: vom 19. Jahrhundert über die Plattenbauten der ersten und der letzten Generation bis hin zu brandneuen Gebäuden. „Ziel ist es, den Bestand bis 2033 einmal komplett durchsaniert zu haben“, so Winkler.

Die Verbraucherzentrale Brandenburg weist darauf hin, dass der Grenzwert für Blei nur dann eingehalten werde, wenn keine bleihaltigen Materialien vorhanden sind. „Dies muss der Hauseigentümer seit 2013 sicherstellen.“ Im aktuellen Fall empfiehlt die Zentrale betroffenen oder verunsicherten Verbrauchern, das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt zu kontaktieren. Laut Trinkwasserverordnung ist es ohnehin in der Pflicht: Wird ihm bekannt, dass die festgelegten Grenzwerte nicht eingehalten oder die Anforderungen nicht erfüllt sind, hat es „unverzüglich zu entscheiden“, ob dadurch die Gesundheit der Verbraucher gefährdet ist und ob die Wasserversorgungsanlage oder Teile davon weiterbetrieben werden können. Im Potsdamer Fall geht das Gesundheitsamt offenbar nicht von einer Gefährdung aus. Es sei laut Stadtsprecher Jan Brunzlow auch nicht dazu verpflichtet, überall dort, wo noch Bleirohre liegen, Zwangsproben vorzunehmen.

Tipps für Betroffene

Die deutsche Trinkwasserverordnung, gestützt auf das Infektionsschutzgesetz, ist Basis für die Überwachung

und Qualitätssicherung. Deutschland hat einen sehr hohen Trinkwasserstandard. Dazu zählt, dass die Grenzwerte bis zum Wasserhahn des Verbrauchers eingehalten werden müssen. Für die Trinkwasserqualität bis zum Hausanschluss ist der Wasserversorger verantwortlich.

Wird mehr als 0,010 mg/l Blei im Trinkwasser gemessen, müssen Mieter das laut Verbraucherschützer nicht hinnehmen. Schafft der Vermieter keine Abhilfe, könne man die Miete mindern. Jedoch sollte man aus gesundheitlichen Gründen dringend auf eine Sanierung der Leitungen bestehen.

 

Von Nadine Fabian

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