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Potsdam Potsdam will „intellektuelle Kulturliebhaber“
Lokales Potsdam Potsdam will „intellektuelle Kulturliebhaber“
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13:50 29.11.2016
Gerade die Schlösser und Parks ziehen das kunstaffine, intellektuelle Publikum mit gutem Reisebudget an, auf das die Tourismusvermarkter hoffen. Quelle: Friedrich Bungert
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Potsdam

In steigenden Übernachtungszahlen von Touristen in Potsdam sehen Tourismusvermarkter und die Stadtverwaltung einen Erfolg. Chancen habe die neue Potsdam Marketing und Service GmbH (PMSG) genutzt, obwohl sie mit ihrem eigenen Aufbau und der möglichst reibungslosen Übernahme der Angebote ihres Vorgängers, 2016 voll ausgelastet war, lobte Dieter Jetschmanegg, Chef für Kommunikation und Wirtschaft im Rathaus, die neue Gesellschaft.

Hatte die PMSG 2016 noch alle Hände voll zu tun, so wolle sie sich 2017 nun stärker um die Festigung des Marketings und eigene Projekte kümmern, sagte Geschäftsführer Raimund Jennert. „Lieber arbeiten wir ruhig im Hintergrund bei steigenden Übernachtungszahlen – es ist keine Revolution, sondern eine langsame Evolution“, kündigte er an. Im Jahr 2017 werde daher Bewährtes Bestand haben und trotzdem Neues probiert werden, kündigte Jennert an. Ein „Touristischer Marketingplan“, der auch noch den politischen Gremien vorgestellt wird, legt dabei eine detaillierte Marschroute fest. Besonders die „zielgruppengerechte Onlinekommunikation“, insbesondere über die Internetseite www.potsdamtourismus.de, wolle man stärken.

Kulturliebhaber und Smartshopper

Erklärte Zielgruppen sind laut Plan der „intellektuelle Kulturliebhaber“, im Schnitt 53 Jahre alt, mit überdurchschnittlichem Budget und auf Qualität achtend sowie der „eventorientierte Smartshopper“. Menschen aus dieser Gruppe sind im Schnitt deutlich jünger, habe ein unterdurchschnittliches Budget und orientieren sich an Großereignissen wie Festen, Märkten oder Konzerten. „Auch wenn wir uns über jeden Gast freuen, ist es sinnvoll, unsere Angebote gerade auf jene Touristen zuzuschneiden, die besonders gern nach Potsdam kommen“, konkretisierte Jennert.

Schon jetzt an 2025 denken

Ausweiten will er auch das Angebot für ausländische Gäste, denn hier habe Potsdam noch die meisten Wachstums-Chancen, weshalb eine internationale Website auf englisch das Angebot komplettieren soll. Raimund Jennert beklagte in dem Zusammenhang auch, dass sein Personal mit rund 25 Mitarbeitern knapp bemessen sei – schließlich müsse nicht nur der laufende Betrieb abgesichert sein, sondern auch konzeptionelle Arbeit und die Schaffung neuer Angebote „personell darstellbar“ sein. Im Moment gibt es etwa nur eine Mitarbeiterin für alle Onlineaktivitäten, weshalb ein Bespielen von Facebook und Twitter derzeit kaum möglich sei und selbst der Umbau der Internetseite an Kapazitätsgrenzen stieß. Tendenziell gehe es nur mit größerer Mannschaft. Liefern muss in diesem Fall die Politik: Ob die PMSG besser ausgestattet wird, entscheiden die Stadtverordneten. Hinter den Kulissen wird daher bereits an einem Konzept bis 2025 gefeilt, das im Januar ins Parlament kommt.

Für 2017 werden zunächst bewährte Elemente wie der Gruppenreise-, der Tagungs- und der Eventplaner neu aufgelegt. Eine Schließung einer der drei Touristinfos kann sich Jennert durchaus vorstellen. „Reisende gehen natürlich in jede Touristinfo, die wir anbieten. Für mich ist die am Hauptbahnhof nach wie vor die wichtigste“, so Jennert. Touristisch sinnvoll könne aber auch nur ein digitales Angebot über freies WLAN sein, bremste Dieter Jetschmanegg die Überlegungen.

Warum Potsdam einen neuen Tourismusvermarkter brauchte

Seit 1. Januar ist die Potsdam Marketing und Service GmbH (PMSG) für den Tourismus zuständig.

Die PMSG, die auch die Biosphäre betreibt, ist eine Tochter der städtischen Immobilienholding Pro Potsdam.

Sie übernahm die Amtsgeschäfte der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB) und ihres Potsdam Tourismus Service (PTS).

Nachdem der Vertrag Ende 2014 endete, hatte es Querelen um das europaweite Vergabeverfahren gegeben.

Diese wiederum endeten mit der Gründung der PMSG, die die angestammten Mitarbeiter auch übernahm.

Von Jan Bosschaart

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