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Potsdam wird mehr und mehr zu Fußgängerstadt

Verkehrskonzept vorgestellt Potsdam wird mehr und mehr zu Fußgängerstadt

Der Autoverkehr soll aus Potsdams Innenstadt so weit wie möglich ferngehalten werden. Die Brandenburger Straße wird zur Fußgängerzone, rund um die Einkaufsmeile gibt es bald eine Tempo-20-Zone. Auch einige Parkplätze sollen verschwinden.

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Quelle: Friedrich Bungert

Innenstadt. Die Brandenburger Straße soll komplett zur Fußgängerzone werden. Bislang war nur der „Boulevard“ vom Brandenburger Tor bis zur Friedrich-Ebert-Straße tabu für Autos. Radler dürfen von 20 Uhr bis zum frühen Vormittag durchfahren. Künftig soll auch das restliche Stück der Brandenburger Straße in Richtung Osten – es reicht von der Friedrich-Ebert-Straße bis zur Straße Am Bassin vor der katholischen Kirche St. Peter und Paul – zum Ort für stressfreies Flanieren werden.

Frei nach dem Motto „Die Entdeckung der Langsamkeit“ müssen künftig auch die Autofahrer rund um die Einkaufsmeile dezenter aufs Gaspedal treten. Im Bereich zwischen Brandenburger Straße, Schopenhauerstraße, Hegelallee und Friedrich-Ebert-Straße soll eine Tempo-20-Zone eingerichtet werden. Rosige Zeiten kommen hingegen auf die Radler in der Einkaufsinnenstadt zu. In den Straßen rund um die Bummelmeile sollen zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geschaffen werden. Insgesamt sind 160 Stellplätze im Straßenbereich geplant. Autofahrer müssen zum Ausgleich tapfer sein: Etwa 20 Parkplätze sollen wegrationalisiert werden, um Raum für die Anlehnbügel zu schaffen, zum Beispiel vor dem Nikolaisaal.

Die geplanten Regelungen sind Teil einer städtischen Großoffensive in Sachen Aufenthaltsqualität in der Altstadt. „Die Innenstadt soll vorrangig ein attraktiver Stadt- und Lebensraum für Menschen und nicht Ort für mehr Autos oder für Durchgangsverkehr sein“, erläuterte Stadtplanungschef Andreas Goetzmann am Mittwoch bei der Präsentation des Beschlussvorschlags für das neue Innenstadtverkehrskonzept. Die Ziele und Maßnahmen sind das Ergebnis eines breit aufgestellten Beteiligungsverfahrens mit Bürgern und Vertretern der Stadtpolitik. Insgesamt gab es seit 2014 drei Beteiligungswerkstätten. Das nun vorliegende Papier wird in die nächste Stadtverordnetensitzung am 5. April eingebracht und in die Fachausschüsse zur Diskussion überwiesen. Der Beschluss könnte bereits vor der Sommerpause gefasst werden.

Aufenthaltsqualität soll verbessert werden

„Ein wichtiger Punkt ist die barrierefreie Gestaltung der Gehwege und öffentlichen Plätze, insbesondere der Straßenbahnhaltestellen Nauener Tor und Brandenburger Straße“, ergänzte Norman Niehoff, Bereichsleiter Verkehrsentwicklung. Doch die Tram-Haltestellen sind ein Teil auf der To-Do-Liste, um die Aufenthaltsqualität in der Friedrich-Ebert-Straße zwischen dem Nauener Tor und der Charlottenstraße zu verbessern. Noch in diesem Jahr soll eine Planungswerkstatt unter Mitwirkung von Geschäftsleuten, Anwohnern und anderen Interessierten abgehalten werden, um ein gestalterisches Gesamtkonzept für die Durchgangsstraße zu erarbeiten. Mit am Tisch sollen zum Beispiel Geschäftsleute, Anwohner, Lobbyverbände und Vertreter der AG Innenstadt sitzen.

Dirk Volkmann vom Bereich Verkehrsentwicklung hat das Innenstadtverkehrskonzept maßgeblich mit erarbeitet. Am Dienstag skizzierte er, welche Aspekte man in der Friedrich-Ebert-Straße besonders im Blick hat. Autoparkplätze sollen ganz verschwinden. Wichtig ist außerdem, dass die Passanten möglichst reibungslos über die Straße zwischen den beiden Teilen der Fußgängerzone Brandenburger Straße kommen. „Der Autofahrer soll dort schon aufgrund der Gestaltung gedanklich auf die Bremse treten“, sagte Volkmann.

Hoffnung gibt es auch für die genervten Anwohner der Gutenbergstraße, die unter dem Schleichwegeverkehr leiden. Entweder mit Pollern oder durch ein Einbahnstraßensystem könnte die Durchfahrt von der Gutenbergstraße zur Friedrich-Ebert-Straße gekappt werden. Noch im ersten Halbjahr 2017 wird auch jenen Autofahrern ein Riegel vorgeschoben, die immer noch verbotenerweise von den Seitenstraßen aus über die Brandenburger Straße preschen. Sowohl in der Jägerstraße als auch in der Lindenstraßen sollen Poller aufgestellt werden. Die anderen Seitenstraßen sind bereits durch Metallpfosten für Verkehrssünder dicht gemacht worden.

Von Ildiko Röd

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