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Die Rolle von Facebook bei der Elias-Suche

Riesige Anteilnahme über die Stadt hinaus Die Rolle von Facebook bei der Elias-Suche

Der 6-jährige Elias aus Potsdam wird vermisst. Seit Mittwoch fehlt jedes Lebenszeichen von dem Jungen. De Polizei sucht ununterbrochen nach dem Kind, viele Potsdamer unterstützen die Suche. Bei Facebook posten zudem Tausende Hinweise oder drücken ihr Mitgefühl aus. Aber auch böse Gerüchte machen im Internet die Runde.

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Der 6-jährige Elias wird seit Mittwochnachmittag vermisst.

Quelle: Privat

Potsdam. Seit Mittwochabend wird der 6-jährige Elias vermisst. Der Junge hatte am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr die Wohnung im Potsdamer Stadtteil Schlaatz verlassen, um draußen vor dem Haus zu spielen. Dann verliert sich jede Spur. Zwei Stunden später meldet die Mutter Elias als vermisst. Seitdem gibt es auch im Internet eine große Welle der Anteilnahme und Hilfsbereitschaft.

Suchtrupps seit Mittwochabend
Die Polizei startet noch am Mittwochabend eine groß angelegte Suchaktion: ein Hubschrauber kreist über Potsdam, Spürhunde kommen zum Einsatz und auch Taucher werden angefordert. Man ist auf das Schlimmste gefasst - und tauscht sich darüber auch bei Facebook aus.

Das soziale Netzwerk spielt bei der Suche nach Elias eine große und wichtige Rolle. Viele Anwohner bekunden ihre Solidarität mit den Helfern und organisieren die Suche nach dem Jungen. Am Donnerstagmorgen ist der allgemeine Suchaufruf verbreitet worden. Auf Facebook gründet sich derweil eine eigene Gruppe. Schnell treten Hunderte der Seite " Suche Elias" bei. Am späten Nachmittag sind der Gruppe bereits über 6800 Nutzer beigetreten.

Viele sind in ihren Gedanken bei der Mutter des Kindes, beten oder drücken ihre Anteilnahme aus. Eine enorme Welle der Hilfsbereitschaft macht sich im Internet breit. Sogar ein Flugblatt wird entworfen.

Bei dem Plakat handelt es sich nicht um einen offiziellen Suchaufruf der Polizei. Die Nummer auf dem Poster ist falsch. Es ist eine nicht mehr gültige Nummer der Polizei. Bei Hinweisen bitte die Telefonnummer 0331/5508-1108 anrufen.

Quelle: MAZ

Dutzende schwärmen bereits seit dem Morgen auf eigene Faust aus, verabreden sich, schließen sich in kleinen Grüppchen zusammen und machen sich auf die Suche nach dem vermissten Kind. Immer wieder werden über Facebook neue Treffpunkte für private Suchtrupps vereinbart.

Seit dem späten Nachmittag gibt es zudem eine zweite Facebook-Gruppe. Der Administrator dieser Seite schreibt, dass die Seite "als Newsticker für aktuelle Infomationen und Infos für freiwillige Sucher" gedacht sei. Der Helfer-Strom reißt nicht ab.

Nicht alles funktioniert
Bei den Hunderten Posts kann man den Überblick verlieren. Gegen 17 Uhr beschwert sich eine Userin, dass trotz vereinbarten Treffpunkt niemand erscheint. Daraufhin hagelt es Entschuldigungen. Jemand schreibt, dass man einfach nicht mehr durchblicken würde. Eine andere Facebook-Nutzerin meint, dass "90% die hier posten, weder helfen, noch sonst was machen. Die wollen sich nur gut fühlen, indem sie vorheucheln mithelfen zu wollen". Sie selbst habe keine Zeit, "heuchel aber es wenigstes nicht vor". Sie möchte über diese Facebook-Gruppe "nur auf dem neusten Stand gehalten werden".

Ein Geschäft macht sich unbeliebt
Die Flyer-Verteiler sind fleißig: in ganz Potsdam werden die Handzettel verteilt, geklebt und in Geschäften aufgehangen. In allen Geschäften? Nein, eine Bäckerei-Filiale war dem Vernehmen nach nicht für die Aktion zu begeistern. Ein leichter Shitstorm geht durch die Gruppe.

Hinweise, Tipps und wilde Gerüchte
Es scheint, dass ein ganzer Kiez in Sorge um den kleinen Elias zusammenfindet. "Respekt an den Schlaatz –  […] bewundernswert, wie alle zusammen halten", heißt es. Und ein User schreibt: "Ich finde es ganz toll, was ihr hier auf die Beine stellt".  

Dennoch: Auf Facebook solidarisieren sich nicht nur die Menschen. Es werden auch jede Menge wilde Gerüchte um und über das Verschwinden von Elias gepostet. Gerüchte, die sich nicht belegen lassen und auf Facebook immer wieder in den unterschiedlichsten Varianten die Runde machen. Viele Nutzer geben vor, Beobachtungen gemacht zu haben, die aber nicht belegt werden können. Auch die Familiengeschichte von Elias wird diskutiert.

Aufrichtige Anteilnahme
Dennoch überwiegt die aufrichtige Anteilnahme am Schicksal des kleinen Elias. Die Beiträge sind jetzt so zahlreich, dass eine Koordination zunehmend schwer fällt. "Hey ihr Lieben, eure Anteilnahme ist super", schreibt eine Userin, aber "es nützt nur dem kleinen Elias nichts wenn ihr alle wirr durcheinander postet". Am besten wäre, wenn "man mit der Polizei vor Ort abspricht das mehrere kleine Gruppen zu festgelegten Uhrzeiten rund um den Schlaatz auch in den anderen Stadtgebieten , Stern, Babelsberg, Waldstadt 1/2 Rehbrücke vllt. mit der Suche beginnen".

"Also bitte helft sinnvoll", endet der Post.

Stadt Potsdam bittet um Mithilfe
Potsdams Beigeordnete für Soziales, Jugend, Gesundheit, und Ordnung, Elona Müller-Preinesberger, hat die Potsdamerinnen und Potsdamer um Unterstützung der Polizei gebeten. "Ein entscheidender Hinweis aus der Bevölkerung kann dazu führen, dass der Junge schnell gefunden wird und die Ängste der Eltern ein Ende haben", sagt die Beigeordnete am Donnerstag. "Wie groß ihre Sorgen sind, können wir alle nachvollziehen. Wir hoffen deshalb inständig, dass es schnell eine erlösende Nachricht gibt und Elias wohlbehalten gefunden wird."

Die Beigeordnete lobt die bisherige große Hilfsbereitschaft der Potsdamerinnen und Potsdamer. "Es ist beeindruckend, wie groß Anteilnahme und die Bereitschaft zur Unterstützung in Potsdam ist. Ich bitte alle Potsdamerinnen und Potsdamer, die bei der Suche nach Elias helfen wollen, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen und bei Suchaktionen vor Ort in Abstimmung mit den Einsatzkräften zu handeln", so Elona Müller-Preinesberger.

Das Ordnungsamt der Landeshauptstadt Potsdam will die Suche ebenfalls mit der Verteilung von Handzetteln im Stadtgebiet unterstützen.

Doch noch ist die Suche erfolglos. Aber die Welle der Hilfsbereitschaft rollt auch am Freitag erneut durch die Gruppe. Wieder melden sich viele, um sich an der Suche zu beteiligen, Flyer zu drucken oder zu verteilen.

Von MAZonline

» Die Polizei hat ein Hinweistelefon eingerichtet. Hinweise oder Beobachtungen bitte unter (0331) 5508 1108 melden.

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Seit Mittwochabend wird der 6-jährige Elias aus Potsdam vermisst. Die Suche nach ihm ist bislang erfolglos - aber auch ein Beispiel dafür, wie eine Stadt zusammenstehen kann. Hunderte Anwohner unterstützen die Polizei. Bislang gibt es 40 Hinweise, wo Elias sein könnte. Allein - konkrete sind nicht darunter.

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