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Potsdam Potsdamer Arztpraxen am Großflughafen BER
Lokales Potsdam Potsdamer Arztpraxen am Großflughafen BER
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00:29 18.06.2015
Das Bergmann-Team am BER: Gabriele Gericke, Richard Mai, Stefan Blassmann und Susanne Zix (v.l.)
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Potsdam/Schönefeld

Zwei Facharztpraxen in einem Medizinischen Versorgungszentrum sind die Vorhut der Landeshauptstadt am Großflughafen BER in Schönefeld. Am Montag wurde die jüngste Außenstelle des Potsdamer Klinikkonzerns „Ernst von Bergmann“ mit Blick auf den Willy-Brandt-Platz offiziell eröffnet. Vor Ort ist die Allgemeinmedizinerin Susanne Zix bereits seit März, ihr Kollege Richard Mai, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie seit Mai.

Zweieinhalb Jahre sollen bis zur Eröffnung des neuen Großflughafens noch vergehen, wenn es bei den aktuellen Plänen bleibt. Trotzdem rechnet das neue MVZ schon 2015 mit 3000 Patienten. 50 Prozent sollen nach der am Montag bekannt gegebene Kalkulation Einwohner der Gemeinde Schönefeld sein, 40 Prozent Mitarbeiter des Flughafens und der am Flughafen ansässigen Firmen. „Den restlichen Anteil werden Reisende und Gesundheitstouristen ausmachen“, so Klinikumssprecherin Damaris Hunsmann.

600 000 Euro wurden laut Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) in Räume und Medizintechnik investiert. Eine erste Erweiterung ist von Thomas Pfeiffer, Geschäftsführer der Polikliniken und MVZ des Bergmann-Klinikums, zum Spätsommer angekündigt: Aktuell seien die zwei Operationsräume in der Genehmigungsphase.

Schönefelds Bürgermeister Udo Haase stellte fest, dass man eigentlich den fünften Jahrestag des Kooperationsvertrages seiner Gemeinde mit der Landeshauptstadt zur Errichtung eines MVZ feiern könnte. Auch Jakobs erinnerte daran, dass die Beteiligten sich „bereits vor dem ersten Eröffnungstermin des BER zusammengesetzt“ und Pläne entwickelt hätten: „Wir konnten uns Zeit lassen, weil der Eröffnungstermin nach hinten verschoben worden ist.“

Schönefeld war für Potsdams Klinikum lange ein Wechselbad. Nach dem vom Potsdamer Hauptausschuss im September 2010 bestätigten Kooperationsvertrag sollte das „Bergmann“ mit dem Berliner Klinik-Konzern „Vivantes“ ein MVZ für die Gemeinde mit ihren bald 30 000 Einwohnern sowie den Großflughafen mit 40 000 Beschäftigten und für den Anfang geschätzten 30 Millionen Passagieren pro Jahr aufbauen.

Das kommunale Klinikum „Ernst von Bergmann“

Das kommunale Klinikum „Ernst von Bergmann“ betreibt neben dem Stammhaus das Klinikum Westbrandenburg (Brandenburg/Potsdam), die Klinik Bad Belzig und die Klinik Forst. In Potsdam, Belzig und Forst sind allein 3600 Mitarbeiter beschäftigt.

Über die Polikliniken „Ernst von Bergmann“ betreibt der Konzern Medizinische Versorgungszentren in Potsdam, Kleinmachnow und nun auch am Großflughafen BER in Schönefeld.

Weitere 100-prozentige Tochtergesellschaften des Klinikums sind die Servicegesellschaft am Klinikum „Ernst von Bergmann“, eine Cateringgesellschaft, eine Senioreneinrichtungen GmbH mit dem Seniorenwohnheim „Geschwister Scholl“ in Potsdam, sowie die Diagnostik GmbH.

Für Schlagzeilen sorgte zuletzt die Schließung der Geburtshilfestation in Bad Belzig, für die es nach Ansicht des Klinikums angesichts geringer Geburtenzahlen vor Ort keine Lösung gibt, wie Geschäftsführer Hubertus Wenisch am Montag bekräftigte. In Belzig hingegen gibt es noch immer Hoffnung auf eine Lösung.

Widerstand kam von Landrat Stephan Loge (SPD), der fürchtete, dass die Kassenärztlichen Konzessionen zu Lasten von Praxen in der Tiefe seines Landkreises gehen könnten. Potsdam schien raus zu sein, als Vivantes mit dem Branchenriesen Sana ein ambulantes Gesundheitszentrum für Schönefeld plante. Sana ist neben dem Landkreis zweiter Gesellschafter des Klinikums Dahme-Spreewald in Lübben. Das Projekt wurde aber nach verschobenen Eröffnungsterminen für den BER abgesagt.

Am Montag stellte Jakobs fest, „dass man sich erst mal zusammen finden musste“. Landrat Loge stand zu seiner „vorhergehenden Skepsis“, sprach sich nun aber für eine Zusammenarbeit und Partnerschaft des Lübbener Klinikums, das am Großflughafen mit einer Rettungsstelle präsent sein wird, mit dem Potsdamer Klinikum aus. Klare Signale dazu auch aus Potsdam: Der Medizinische Geschäftsführer Hubertus Wenisch konnte sich auf Anfrage etwa ein Engagement der Potsdamer Infektiologie im Auftrag des Landkreises auf dem Großflughafen vorstellen. Er bekräftigte aber: „Wir wollen und werden auf keinen Fall den Eindruck erwecken, dass wir jemanden verdrängen wollen."

Von Volker Oelschläger

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