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Alles andere als langweilig

Frank Ehlert betreut als Auktionator Projektversteigerungen Alles andere als langweilig

Schon als Kind nahm Frank Ehlert die einzigartige Atmosphäre von Auktionen in sich auf. Seit fast 20 Jahren ist er mittlerweile als Auktionator tätig – und erlebt immer wieder Überraschungen.

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Auktionator Frank Ehlert mit Mitarbeiterin Ina Hölzel bei der Vorbereitung der Auktion im Schloss Blankensee.

Quelle: AKF

Potsdam. Eigentlich leitet Frank Ehlert eine Kommunikationsagentur. Eigentlich. Denn der studierte Kommunikationswirt hat 1996 eine Fortbildung zum Auktionator gemacht und hat sich so ein zweites berufliches Standbein aufgebaut. „Es entwickelt sich aber gerade zur hauptberuflichen Tätigkeit“, erzählt der Ehlert, der im holsteinischen Eutin zur Welt kam und seit 1996 in Potsdam lebt.

Wenn ein Restaurant Insolvenz anmeldet und schließen muss, der Inhaber eines Geschäfts verstirbt oder Schätze im Keller der verstorbenen Großmutter gefunden werden, ist Frank Ehlert gefragt.

Sechs bis zwölf Mal im Jahr leitet der 46-Jährige solche Projektversteigerungen, bundesweit, doch die meisten im Berlin-Brandenburger Raum. Die Auktionen finden immer vor Ort statt – und werden gleichzeitig im Internet übertragen. Denn Frank Ehlert fährt zu seinen Kunden, katalogisiert die Artikel, fotografiert sie und stellt sie auf seine Homepage. Dann werden die Auktionen im Internet, bei Facebook oder in Fachzeitschriften angekündigt.

Die letzte von Ehlert organisierte Versteigerung in Potsdam fand im „Gastmahl des Meeres“ statt. Im Sommer 2014 hatte er eine besonders spannende Auktion in der Friedrich-Ebert-Straße: Der Inhaber eines Schmuckgeschäfts war verstorben. Nach zwei Tagen Öffnung für normale Kunden mit bis zu 70 Prozent reduzierten Schmuck ging es an die Katalogisierung der Dinge. Viel Silber wurde etwa an im Industriebereich zu Kilopreisen verkauft. Und dann gab es da zwei Tresore, einer mit Zahlenschloss, der andere zwar mit Schlüssel, doch dieser war unauffindbar. „Dann mussten wir überlegen: Lassen wir den Tresor aufschweißen oder verkaufen ihn als Ganzes?“ Sie entschlossen sich, kein Risiko einzugehen. In einem der Tresore fanden sie Edelsteine, Münze – sowie eine Pistole und Munition. „Das war dann etwas komisch, bei der Polizei anzurufen und zu sagen: ‚Wir haben einen Tresor aufgeschweißt und eine Waffe gefunden, Sie müssten bitte kommen“, erinnert er sich. Es sind solche unwirklichen Momente, die er so liebt an seinem Beruf.

Wenn er nicht als Auktionator tätig ist, „fehlt etwas“, sagt der Vater einer Tochter.

Als kleiner Junge war er oft am Wochenende mit einer befreundeten Familie in den Auktionshallen der Hamburger Innenstadt, es sei die Atmosphäre, die ihn bis heute in den Bann zieht. „Ich hab damals die Atmosphäre einer Auktion in mir aufgenommen“, sagt der Potsdamer. Da ist er nicht alleine: „Auktionen sind wie eine eigene kleine Welt. Bestimmte Gesichter sieht man immer wieder.“ Seine Auktionatortätigkeit sei abenteuerlich und alles andere als langweilig. Außerdem ist er selbst technikbegeistert und kunstinteressiert. „Wir wurden mal mit einer Kunstauktion in Berlin beauftragt, da war ein Hundertwasser noch nicht mal das bedeutendste Werk“, erzählt er. Ein Bild wurde dann sogar für 90.000 Euro nach Australien versteigert. „Das war ein Highlight.“

Aber Kommunikationsdesign und Auktionen – passt das zusammen? Diese Frage hört Ehlert ständig. Für seine Agentur arbeiten jedoch fast hauptsächlich die gleichen Leute wie jene, die ihn auch bei Auktionen unterstützen. „Meine Mitarbeiter sitzen viel am Schreibtisch. Es ist immer super, wenn sagen kann: ‚Jetzt kommt wieder ein Event‘“, sagt Ehlert. „Und für mich ist es auch perfekt, denn auch als Auktionator brauche ich Marketing, Werbung und Technologie.“

Von Anne-Kathrin Fischer

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