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Potsdam Potsdamer Baustelle frustriert Geschäftsleute
Lokales Potsdam Potsdamer Baustelle frustriert Geschäftsleute
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14:39 03.05.2017
Seit gestern geht es nur noch in großem Boden in die Innenstadt. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Nauener Vorstadt/Neu Fahrland

Bei den Geschäftsleuten an der Nedlitzer Straße geht wegen der Sperrung der großen Verkehrsader die Angst um. Seit Dienstagnachmittag ist die stadteinwärtige Fahrspur dicht. Während der Sommerferien ist die Straße dann komplett gesperrt. Ab Anfang September bis voraussichtlich Ende Oktober folgt die letzte Etappe mit der Sperrung der stadtauswärtigen Fahrspur. Grund sind die Bauarbeiten für die Tramverlängerung von der Viereckremise zum Campus Jungfernsee. Bei den Ladeninhabern und anderen Gewerbetreibenden liegen die Nerven blank. Sie befürchten drastische Umsatzeinbußen.

„Das ist existenzbedrohend“, sagte Andreas Wolf, Pächter der Jet-Tankstelle am Volkspark-Einkaufscenter, am Dienstag zur MAZ. „Die Stadt macht sich keine Gedanken, was das für uns bedeutet.“ Für die nächsten Monate sieht Wolf schwarz, was den Kundenverkehr angeht. Schon in der Vergangenheit gab es immer wieder Bauarbeiten in der Umgebung, was zu finanziellen Einbußen geführt hat. Am liebsten möchte der Tankstellen-Pächter, der jeden Tag von Brandenburg/Havel nach Potsdam pendelt, endgültig das Handtuch werfen. „Irgendwann hat man keine Lust mehr.“

Für die Fahrt über die Umleitungsstrecke muss man Zeit mitbringen (zum Vergrößern der Karte bitte klicken). Quelle: Detlev Scheerbarth

Offiziell war die halbseitige Sperrung ab 2. Mai angekündigt worden. Doch der große Knall beim morgendlichen Arbeitsverkehr blieb aus. Fahrer, die von Norden nach Potsdam wollten, konnten sich zunächst noch durchmogeln. Gegen Mittag sah die Sache dann schon anders aus. Arbeitsfahrzeuge versperrten die Fahrbahn, so dass ein Durchkommen nicht mehr möglich war.

Auf der Insel Neu Fahrland wurden die Autofahrer, die in Richtung Zentrum unterwegs waren, zwar durch große digitale Anzeigen am Straßenrand auf die Umleitungsroute Amundsenstraße/Potsdamer Straße hingewiesen. An der Abzweigung Amundsenstraße wies ein Pfeil auf die Ausweichstrecke hin. Manche Autofahrer fuhren trotzdem einfach geradeaus in Richtung Zentrum weiter. Sobald sie auf die Arbeitsfahrzeuge trafen, mussten sie umdrehen.

Am Nachmittag wurde es endgültig ernst, nachdem die vorbereitenden Arbeiten abgeschlossen waren. „Ab 15 Uhr wurde auf der Baustelle vollumfänglich losgelegt“, sagte Martin Grießner, Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Potsdam GmbH (ViP).

ViP-Chef Martin Grießner Quelle: Rainer Schüler

Jürgen Kania, der mit seiner Frau eine Baumschule in Neu Fahrland betreibt, wünscht sich nur eines: Dass die Bauarbeiten für die Tram möglichst zügig und planmäßig über die Bühne gehen. Für seine Baumschule ist die Sperrung der Nedlitzer Straße „zwar nicht geschäftsbedrohend, aber ein herber Einschnitt“. Zu den unerwünschten Nebenwirkungen zählt, dass Kania wahrscheinlich einen Aufschlag bei den Lieferkosten berechnen muss, weil die Auslieferfahrten wesentlich länger dauern.

Richtig viel los auf der Nedlitzer Straße. Quelle: Bernd Gartenschläger

Auf den Barrikaden ist auch Remo Kirsch, dem in Neu Fahrland ein Betrieb für Schweißtechnik gehört. Seine Kunden bringen ihm oft Geräte zum Reparieren. „Wie soll ich dem Mitarbeiter eines Betriebs zumuten, dass er den ganzen Tag im Stau steht?“, fragt Kirsch.

In anderen Ländern sei es üblich, dass man bei belastenden Baumaßnahmen auf die Tube drückt. Da wird dann trotz Nachtzuschlägen an 24 Stunden an sieben Tagen pro Woche gearbeitet erzählt, der Unternehmer. Die besonders lauten Baumaßnahmen würden auf die Tagesstunden verlegt. Kirsch findet es „unverständlich, dass die Stadt an dieser Stelle sparen will“.

Autofahrer werden gewarnt Quelle: MAZonline

ViP-Chef Grießner weist den Vorwurf des falschen Geizes von sich. Schon allein aus Rücksicht auf die Anwohner an der Nedlitzer Straße sei ein 24-Stunden-Einsatz unmöglich. Die Sorgen der Betroffenen seien ihm bewusst, allerdings seien die Einschränkungen unumgänglich, so Grießner: „Dafür können wir nur um Verständnis bitten.“

Info-Container für Anwohner

Der Verkehrsbetrieb hat für Anwohner einen Info-Flyer über die Arbeiten an der Nedlitzer Straße herausgegeben.

Anwohner mit Anregungen, Hinweisen und Beschwerden haben als Anlaufstelle einen Baucontainer an der Tram-Haltestelle Viereckremise. Ein Ansprechpartner steht zur Verfügung.

Für Fragen und Beschwerden kann die Telefonnummer 6614-275 gewählt werden.

Von Ildiko Röd

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