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Potsdamer Demo-Abend ohne Ausschreitungen

Vereinzelte Festnahmen Potsdamer Demo-Abend ohne Ausschreitungen

Die Polizei spricht von einem friedlichen Demo-Abend am Mittwoch in Potsdam. Ausschreitungen hat es keine gegeben, trotzdem gab es Festnahmen und Sachbeschädigungen. Einen angedrohten Kundgebungsmarathon in Potsdam hat Pegida abgesagt.

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Lautstarke Gegendemonstranten an den Sperrgittern

Quelle: Fotos: Julian Stähle

Potsdam. Ohne Krawalle ist am Mittwochabend die dritte Pegida-Demo in der Landeshauptstadt verlaufen. Rund 150 Islamfeinde waren nach Polizeiangaben zum genehmigten Treffpunkt am Hauptbahnhof gekommen. Doch ihr „Abendspaziergang“ war kurz: Unter dem Schutz von mehr als 1000 Polizisten konnten sie einmal über die Lange Brücke zum Stadtschloss und zurück marschieren. Dafür sagte Demo-Anmelder Christian Müller den für kommende Woche angedrohten siebentägigen Kundgebungsmarathon auf dem Bassinplatz ab. Dort soll es aber am nächsten Mittwoch die vierte Demonstration geben.

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Die erste hatte am 11. Januar in Randale geendet, als linke Gegendemonstranten die Busabfahrt der Pegida-Leute verhindern wollten. Beim zweiten Anlauf war die Stimmung hitzig, aber schwere Zwischenfälle blieben aus. Dieses Mal war die Entfernung zwischen der Pegida und zwei Gegendemonstrationen zu groß, als dass etwas hätte passieren können. Mehr als 700 Menschen waren dem Aufruf des Mehrparteien-Bündnisses „Potsdam bekennt Farbe“ in den Lustgarten gefolgt. Dort ertönte ein Pfeifkonzert, als die Islamgegner am Filmmuseum kehrt machten. Auch an den Sperrgittern um die Brücke hatten sich Gegendemonstranten versammelt und die Pegida-Anhänger mit lauten „Haut ab! Haut ab!“-Sprechchören empfangen. Rund 150 Linksautonome waren am Platz der Einheit versammelt.

Räumfahrzeuge und Wasserwerfer standen bereit

Die Polizei hatte ihr bislang größtes Potsdam-Aufgebot im Einsatz: Hundertschaften aus Brandenburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen sowie von der für Bahnhofssicherheit zuständigen Bundespolizei waren aufmarschiert, Räumfahrzeuge und zwei Wasserwerfer aus Berlin in Stellung gebracht; ein Hubschrauber kreiste über der Stadt. Man werde keinerlei Gewaltausbrüche dulden, hatte Einsatzleiter Michael Scharf angekündigt. So blieb es bei vereinzelten Eier- und Böllerwürfen, durch die ein Polizeiauto beschädigt wurde. Ein Eierwerfer kam in Gewahrsam. Nach der Demo griffen Angehörige der linken Szene Polizeibeamte an, die den Abbau des Equipments der Pegida sicherten. Zwei linke Demonstranten wurden vorläufig festgenommen. Einer hatte sich Polizeimaßnahmen gewaltsam widersetzt, der zweite hatte „Pegida“-Anhänger tätlich angegriffen. Gegen zwei Pegida-Leute wurden Anzeigen „wegen des Mitführens verbotener Gegenstände“ aufgenommen.

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150 Pegida-Demonstranten, mehr als 700 Gegendemonstranten und mehr als 1000 Polizisten: Das ist die Bilanz des dritten Demo-Abends in Potsdam. Es blieb friedlich – und die Pegida-Anhänger konnten zum Abendspaziergang aufbrechen. Die Polizei hatte zuvor alles abgeriegelt. Wir waren dabei.

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Die Lange Brücke war zwei Stunden voll gesperrt. Am Bahnhof gab es massive Kontrollen.

Als die Pegida-Demo um 20 Uhr mit dem Deutschland-Lied endete, waren die letzten der meist zugereisten Islamgegner unter starkem Polizeischutz in Richtung Bahnsteige verschwunden. Im Lustgarten hatte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) verkündet: „Wir machen hier jetzt noch Party.“

Von Rainer Schüler und Volkmar Krause

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