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Potsdamer Durchschnittsmieten steigen moderat

Mietspiegel Potsdamer Durchschnittsmieten steigen moderat

Wer dem Mietspiegel 2016 mit banger Erwartung entgegenblickte, darf sich leicht entspannen: Die Mieten in Potsdam stiegen in den meisten Kategorien gegenüber 2014 nur moderat an, in einigen sanken sie sogar um mehr als einen Euro je Quadratmeter. Ein großes Problem bleibt aber.

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Wohnen in Potsdam wurde wieder moderat teurer.

Potsdam. Die durchschnittlichen Mieten in Potsdam sind überwiegend gestiegen – in der Spitze um 1,47 Euro je Quadratmeter (unsanierter Altbau mit voller Ausstattung), in der Mehrzahl jedoch um 20 bis 50 Cent je Quadratmeter. Das steht im nunmehr sechsten qualifizierten Mietspiegel, den die Stadt am Donnerstag vorlegte – das Zahlenwerk wird alle zwei Jahre von einem Arbeitskreis aktualisiert. In sechs von 68 Bereichen wurde es aber sogar günstiger, etwa bei teilsanierten Altbauten aber auch in vollsanierten Plattenbauwohnungen über 90 Quadratmeter. Hier sank die Miete ja Quadratmeter teilweise mehr als einen Euro.

Der Mietspiegel gilt für die ganze Stadt, differenziert also nicht nach Lage, sondern nach Baujahr, Wohnungsgröße, Ausstattung und Sanierungszustand. Deshalb enthält er neben den Durchschnittsmieten auch Mietspannen – diese sind sowohl der Lage als auch der verschiedenen Ausstattung der Wohnungen geschuldet. Mit einem einfachen Punkteverfahren können Mieter anhand der Broschüre selbst ausrechnen, wie weit eine Wohnungsmiete vom Durchschnittsmietpreis abweichen kann. Die Spannbreite liegt etwa im voll ausgestatteten, voll sanierten Altbau zwischen 5,60 bis 10,13 Euro.

Am günstigsten wohnt es sich noch immer in zwischen 1971 und 1990 errichteten (Platten-)Bauten, die nur zum Teil ausgestattet sind. Je nach Wohnungsgröße werden hier nur 4,33 bis 4,63 Euro pro Quadratmeter fällig. Richtig teuer wird’s im Neubau ab 2009 bei voller Ausstattung mit 9,27 bis 9,83 Euro, die Spannbreite läuft sogar bis 11,75 Euro Kaltmiete je Quadratmeter.

Erstellt wurde der Spiegel erneut vom Arbeitskreis Mietspiegel, in dem unter Federführung der Stadtverwaltung Vertreter der Mieter- und Eigentümerverbände mitarbeiten, unter letzterem Genossenschaften, private Anbieter und städtische Bauherren wie die Pro Potsdam. Alle Anbieter und Mietervereine haben den Spiegel verabschiedet. Sozialdezernent Mike Schubert (SPD) lobte die „konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ im Gremium und freute sich über „die Transparenz und Rechtssicherheit“, die durch ihn entstehe.

Datengrundlage waren 24 700 Mietwohnungen von 19 Unternehmen und Eignergruppen. Damit sind 44 Prozent des relevanten Wohnungsbestands erfasst worden – in Berlin etwa werden nur Stichproben im einstelligen Prozentbereich erhoben. Potsdams Bericht steht statistisch auf wesentlich robusteren Beinen. Mit ihm lässt sich die gesetzlich definierte „ortsübliche Vergleichsmiete“ für rund 56 400 der 87 489 Wohnungen der Stadt ermitteln. Ausgeschlossen sind Wohnungen in Ein- oder Zweifamilienhäusern, Reihenhäusern oder Wohnungen mit einer Mietpreis- oder Belegungsbindung sowie solche in Heimen.

Egal wie sich die Preise entwickeln, der Druck auf die Wohnungen wird nicht geringer. Schon jetzt gibt es ein rechnerisches Defizit von 7400 Wohnungen in der wachsenden Stadt. Schubert baut auf das wohnungspolitische Konzept der Stadt, um abzuhelfen, rief aber auch zum Wohnungsbau auf.

Steigerungen und Senkungen

Die höchste Steigerung gegenüber dem Mietspiegel 2014 ergab sich in Wohnungen, die bis 1948 gebaut wurden, unsaniert, aber voll ausgestattet sind: Hier kletterte die Durchschnittsmiete von 6,01 auf 7,48 Euro.

Auch die Schwankungsbreite nahm ab: Pendelten die Mieten in diesem Bereich 2014 noch zwischen 4,44 bis 8,05 Euro, so sind es 2016 zwischen 6,20 bis 8,83 Euro.

Die höchste Senkung hat die Durchschnittsmiete in vollausgestatteten und voll sanierten Wohnungen über 90 Quadratmeter vollzogen: Wenn sie zwischen 1949 und 1970 gebaut wurden, sank die Miete von 7,78 auf 6,73 Euro – mehr als einen Euro also.

Von Jan Bosschaart

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