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Potsdamer Flüchtlinge schreiben Offenen Brief

Nach den Übergriffen in Köln Potsdamer Flüchtlinge schreiben Offenen Brief

Die Übergriffe in der Silversternacht in Köln schockieren auch in Potsdam. Flüchtlinge, die in der Landeshauptstadt Schutz gefunden haben, distanzieren sich nun in einem Offenen Brief von den Taten, die teils von Landsleuten begannen wurden. Gleichzeitig danken sie den Potsdamer Bürgern für ihre Hilfsbereitschaft.

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In Potsdam sind Flüchtlinge willkommen.

Quelle: Foto: Julian Stähle

Potsdam. In einem Offenen Brief distanzieren sich Potsdamer Flüchtlinge von den Übergriffen in Köln und danken den Potsdamer Bürgern für ihre Hilfe. Der Brief, der beim Willkommensfest der Flüchtlingshilfe Babelsberg vergangenen Sonntag im Lindenpark initiiert wurde, hat 24 Erstunterzeichner und zirkuliert in allen Potsdamer Flüchtlingsheimen. MAZ veröffentlicht einen Auszug:

Wir, die Unterzeichner, sind Geflüchtete aus unterschiedlichen Ländern, die Schutz in Potsdam gefunden haben. Die Taten von Köln sind der Anlass für diesen Offenen Brief.

Vor Terror und Krieg sind wir aus unseren Heimatländern geflohen. Viele von uns haben ihre Familie für immer verloren. Überall sonst standen wir vor verschlossenen Türen, niemand hat uns Schutz gewährt. Sie, die Bürgerinnen und Bürger von Potsdam geben uns Schutz. Sie geben uns ein Bett und ein Dach über den Kopf, Sie bilden uns aus und ermöglichen uns zu studieren. Sie öffnen Ihre Herzen und Häuser, damit wir eine menschliche Zukunft haben. Viele von uns verdanken buchstäblich ihr Überleben dieser Gastfreundschaft, die Sie, sehr geehrte Potsdamerinnen und Potsdamer, uns gewähren, obwohl wir Ihnen fremd sind. Dafür stehen wir für immer in Ihrer Schuld. Worte können unsere Dankbarkeit nicht ausdrücken.

Deswegen sind wir tief erschüttert von den Taten in Köln und anderen deutsche Städten. Ohne Zweifel sind unter den Tätern auch viele Menschen aus unseren Heimatländern, die, wie wir, in Deutschland Schutz gefunden haben. Das erfüllt uns mit Scham und wir verstehen, dass Sie, verehrte Potsdamerinnen und Potsdamer sehr verunsichert sind. Deutschland hilft selbstlos und wird Opfer gewissenloser Gewalttäter. Das ist für uns unerträglich und wir bitten Sie im Namen aller Geflüchteten um Entschuldigung.

Wir bitten Sie herzlich, uns nicht mit den Gewalttätern der Silvesternacht gleichzusetzen. Wir achten und bewundern Ihre Rechtsordnung und Ihre Werte. Wir haben allerhöchsten Respekt vor den deutschen Gesetzen. Teil Ihrer Rechtsordnung und Rechtskultur ist die Gleichstellung von Mann und Frau. Wir versprechen diese Gleichstellung zu achten und werden es nicht tolerieren, wenn Geflüchtete diese Gleichstellung durch Wort oder Tat infrage stellen oder gar die persönliche Unversehrtheit der Frau missachteten. Wir werden mit aller Macht verhindern, dass solche Worte und Taten aus unserer Mitte heraus geschehen. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden. Dies ist für uns selbstverständlich Grundlage des großzügigen Gastrechts welches Sie uns gewähren. (...)

Potsdam ist eine großartige Stadt mit einer wunderbaren Bevölkerung.

Info: Der Brief in voller Länge: www.fluechtlingshilfe-babelsberg.de.

Von MAZonline

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